Wanderschaft

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In stiller Stunde zog er aus,
der Wind war sein Begleiter.
Die Sonne wechselte ihr Haus,
der Abend dämmert heiter.

Er wanderte durch Wald und Feld,
ein Liedchen auf den Lippen
und stand mit festem Wanderstab
an steilen Meeresklippen.

In fahl beglänzter Mondesnacht,
gar trunken von Entzücken,
bestaunte er der Sterne Pracht,
die unseren Kosmos schmücken.

Kaum Geld, nur frohen Mut und Sinn
beglückten die Gedanken,
im Schritt und Tritt, wie zu Beginn,
begann die Nacht zu schwanken.

Im Bett aus Moos, in freier Luft,
vom Tannengrün gesegnet;
umgeben von des Waldes Duft,
war ihm das Glück begegnet.

Ein heller Streifen Horizont
der strahlte ihm entgegen;
müd schlief er ein, nur Gotteslohn
fand er auf allen Wegen.

Was fände heut‘ ein Wandersmann,
der Ruhe sucht und Frieden?
Stünde er Menschenmengen an,
dem Urlaubswahn zu dienen?

Was ist bloß los auf dieser Welt,
dient sie nur Spaß und Spielen?
Kein tiefer Sinn, der Vielen fehlt,
die nur dem Ego dienen.

Wer wandert heut noch durch den Wald,
ein Volkslied auf den Lippen?
„Das kennt doch niemand mehr, zu alt!“
Wo sind Kultur und Sitten?


Die Niedrigkeit im Herzen

KI generiert
Abseits stehen in Einsamkeit -
so scheint’s im Stillen;
an Freudenfesten stets den Leib
wie unsichtbar verhüllen.

Als Zuschauer nur unbeachtet sein,
von niemandem begehrt,
im schweigsamen Allein
Erkenntnis sammeln, anderen verwehrt.

Augen durchschauend jede Schwäche,
die sehen, wie ein Mensch im öffentlichen Licht
lächelnd die Oberflächlichkeit umspielt,
weil sonst der Schein am Sein zerbricht.

Menschen und Dinge sehen, wie sie sind;
in tiefste Schatten blicken, wird zur Qual.
Die Niedrigkeit im Herzen anderer schauen,
erinnert an das eigene tiefe Tal.

Arm der Freundschaft

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Am Arm der Freundschaft durch das Leben gehen -
ein unbemerktes, stilles Dasein, das mir blieb;
mit Leichtigkeit Bekanntschaften zu sehen,
mit denen Oberflächlichkeit die Zeit vertrieb.

Gesiebt zu schauen, wer durch’s Raster fiel,
ein eng gestricktes - wer nicht passte, ging;
zu trennen, was, wie ein verlorenes Spiel,
alltagsbeschwert in meinem Kopfe hing.

Der Arm der Freundschaft ist längst losgelassen,
sie fortzuführen wäre Selbstbetrug;
es trennten uns ungleiche Lebensstraßen.
Saß wohl jahrzehntelang im falschen Zug!

Spiel des Lebens

Königin Nefertari (19. Dynastie) beim Schachspiel
Das Spiel ist aus, doch leider nicht gewonnen.
So, wie die Chance hoch, war auch der Fall.
Verspieltes Leben, reich und doch verkommen,
die Hände lichtgestreckt, so manches Mal.

Den Grund des Daseins hielt der Schein verborgen,
der lockte und den letzten Zug gewann.
Nur, wer den Drang nach Irdischem verloren,
schaut irgendwann den inn’ren Himmel an. 

Das Licht in Seiten finst’rer Seelenkammern
war nur vom glamourösen Spiegelbild geschönt.
Die Kunstbeleuchtung dimmt den Erdenjammer,
wenn heller Schein des Heiligen getönt. 

Trotz Glanz und Glorie im Sehnsuchtsherzen,
nach Liebe, Anerkennung, kam Verdruss.
Als Bauernopfer lag die Welt in Schmerzen;
Schachmatt dem König! - liegt allein zum Schluss.