Glorienglanz

Quelle: Pinterest
Alt verklärt sind all die Bücher,
wie mit einem Glorienglanze,
die, wie viele Andachts-Kerzen
flammend auf Altären tanzen.

Durch die hart bestuhlten Reihen
wallen Nebel, die sich lichten,
Weihrauch in den Kerzenflammen
sich in den Gemütern dichten.

Frische Sträuße, deren Blumen
auf den Opfertischen blühen,
und den Zauber des Vergehens
über die Gemüter sprühen.

Heiliger und reiner Schimmer,
der durch bleiverglaste Fenster,
Ros’ und Lilien in den Bildern,
frommen letzte Taggespenster.

Sanft gebückt kniet auf den Stufen,
ganz versenkt in tiefes Sinnen,
am Altar, wie Gott befohlen,
im Gewand aus weißem Linnen,

Gott geweiht durch Geist und Weihe,
jung, ein Mann. Er lauscht dem Singen,
aus den Kehlen eines Chores
die ihm sanft, wie Engel klingen.

Auf dem Antlitz war ein Feuer,
zart das Rot auf Stirn und Wangen,
so, als wäre die Erleuchtung
ihm im Herzen aufgegangen.

Und ein Strahl der Frühlingssonne
glitt hinein in das Geschehen,
ließ ums Haupt des jungen Priesters
einen Glorienglanz entstehen.


Autor: Gisela

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