Romanze

Aus „Werthers Leiden“ von Johann Wolfgang von Goethe

Die Glocken, wie sie klingen –
ist’s noch der alte Schlag?
Mein Herz, es möchte springen,
an einen fernen Tag.

Die altvertrauten Zeiten
im abendlichen Ton,
wie damals hör’ ich’s läuten –
die Zeit lief uns davon.

Fühl’ ich noch deine Nähe
am wohl geheimen Ort,
späh’ ich nach dir als sähe
ich dich von ferne dort.

Schmeck’ ich noch deine Küsse,
verboten, doch so süß,
verspüre Hochgenüsse,
wie einst im Paradies.

Seh’ deine Silhouette
am Horizont, im Geist;
verspüre noch die Kette
der Sehnsucht, die nie reißt.

Verschwunden in den Zeiten –
hör’ deiner Stimme Klang,
wird sie mich stets begleiten
Unendlichkeiten lang.

Charlotte von Stein 1742-1827
Historischer Friedhof in Weimar, Grabstätte von Charlotte von Stein

Goethes große, unerfüllte Liebe

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

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