Helle Zeiten

Lichtleerer Raum,
du schreist nach hellen Zeiten,
wo in der Frühlingsluft der Tageslärm versinkt,
und sich in dunklen Ackerbreiten
das Leben regt, das neue Nahrung bringt.

Gott ist nicht fern, nur zugedeckt mit Dingen,
wie Sinnestaumel oder Wissenschaft;
Diesseitskultur ist nur ein flüchtig’ Ringen,
mit Kälte, die erstarrt, nichts Schönes schafft.

Die Sehnsucht danach wird uns Wege weisen,
zur Harmonie, zum göttlich milden Tun.
Es wird die Welt aus Not und Abgrund reißen.
Wer neue Kräfte sammelt, kennt kein Ruhen.


Warme Gedanken

Hans Andersen Brendekilde (1857-1942)

Winterschwere fall aus Bäumen,
wärme auf das Herz der Menschen.
Lass sie in der Sonne träumen,
schmück die Welt mit grünen Kränzen.

Wenn die lichten Strahlen gleiten,
wird die Schwere leicht und hell.
Löse ab die dunklen Zeiten,
sei des Lebens Blütenquell.