
Sinnend in des Mondes Schimmer,
als er ihm den Schlaf verwehrte,
klang in ihm die treue Stimme,
die gar plötzlich aufbegehrte.
War’s ein Traum? Die stille Stunde
wandelt in ihm, was gewesen.
Alle sind im Kampf gefallen,
und nicht einer ist genesen.
Wüst und öde ist die Erde
und der Boden voller Leichen,
die in jedem Kriegsgetümmel
schauderhafte Zahl erreichen.
Von den Kämpfern fielen viele,
die ihr Leben ausgehaucht;
Angst getränkt sind alle Felder,
Böden sind in Blut getaucht.
Stärker war'n die Überstarken,
doch es naht schon bald die Sühne;
auch der Turm, gebaut zu Babel,
wurde mahnende Ruine.
Sein Geschlecht ist sein Verderben!
Wolf war er, als er zerfleischte
voller Mordlust andere Leben;
Rudel-Führers Gunst erheischte,
doch sein Sinnen war vergebens.
Wer das Blut des Bruders schändet,
sprach von Wolfszeit einst die Wala, (* + **)
wird mit Wolfsgeheul verenden.
*Die Wolfszeit bezeichnet eine Epoche des moralischen Verfalls, des Chaos und des Krieges, die unmittelbar vor dem Weltuntergang (Ragnarök) eintritt.
**Eine Wala ist eine mächtige Seherin, Prophetin und Zauberin in der germanisch-nordischen Kultur. In alten Versen wird sie vom Obergott Odin beschworen, um ihm die Entstehung der Welt, die Geheimnisse der Götter und schließlich das bittere Ende der Welt vorherzusagen. Sie gilt als unparteiische Hüterin des uralten Wissens und blickt über die Zeit hinaus.
Tolles Gedicht; tolles Bild; passend zum „Abschiedsalbum“ von John Wetton.
(Asia ,,Gravitas“; einfach mal ne Empfehlung ins Blaue; sozusagen.)
Vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Name „John Wetton“ sagt mir zunächst nichts. Möglicherweise kenne ich seine Musik trotzdem. Er hat ja in vielen Bands gespielt. Ich habe mir „Gravitas“ bei NewTube vorgemerkt und werde es mir anhören.
Herzliche Grüße ins Blaue hinein. 🌞
Eine gruslige Vision , die einem kalte Schauer über den Rücken jagt… 😱🐺
Liebe Elisa, es tut mir leid, wenn es Dir Angst macht. Aber es ist eigentlich gewollt, damit man darüber nachdenkt. Immerhin waren es Schauer, die über Deinen Rücken liefen. Ich wünsche mir nur einen einzigen Schauer, der hier seit Wochen den Landstrich meidet. Vielleicht war das Gedicht zu schwer für diese heiße Zeit? Die Leser suchen sich leichtere Lektüre. 💚❤️💜liche Grü0e, Gisela