Unser Weg

Jahre nach unserem Spaziergang

In Träumen blicke ich ins Weite,
geh still den Weg, der unser war;
Nachdenklichkeit geht mir zur Seite,
macht mir Vergangenes offenbar.

Zeugt jeder Stein und Baum des Weges
von deiner Gegenwart allhier,
so wird mein Gang – ein Traumerlebnis,
ein Weg, der tiefen Seufzer mir.

Nur Trauer fühl’ ich, übermächtig,
in mir da toben Gram und Pein.
Mein Gang ist schwer, mein Schritt bedächtig,
denn heut geh‘ ich den Weg allein.

Der Wind, er haucht mir deinen Namen:
„Mein Liebes“ schwebt mir sanft durchs Licht.
Doch, ach, der Spott kennt kein Erbarmen,
wenn er mit deiner Stimme spricht.

Treibt voller Hohn mit diesen Worten
nun Wehmut in den Herzensgrund;
fühl’ ich an den vertrauten Orten,
noch deinen Kuss auf meinem Mund.

Dort steht verwaist die Bank. Und wieder
füllt sich mit Traurigkeit mein Herz,
und meine tränenschweren Lider,
verschließen sich in wehem Schmerz.

Wo bist du, dem ich so vertraut,
der mich so sanft und zart umfing?
Nichts blieb mir! Wie der Morgen graut,
so graut in mir mein Lebenssinn.

Warst meines Daseins reichste Fülle,
in Liebe hülltest du mich ein.
Trag deren inhaltslose Hülle,
in eine leere Zeit hinein.