Wanderschaft

Quelle: Pinterest
In stiller Stunde zog er aus,
der Wind war sein Begleiter.
Die Sonne wechselte ihr Haus,
der Abend dämmert heiter.

Er wanderte durch Wald und Feld,
ein Liedchen auf den Lippen
und stand mit festem Wanderstab
an steilen Meeresklippen.

In fahl beglänzter Mondesnacht,
gar trunken von Entzücken,
bestaunte er der Sterne Pracht,
die unseren Kosmos schmücken.

Kaum Geld, nur frohen Mut und Sinn
beglückten die Gedanken,
im Schritt und Tritt, wie zu Beginn,
begann die Nacht zu schwanken.

Im Bett aus Moos, in freier Luft,
vom Tannengrün gesegnet;
umgeben von des Waldes Duft,
war ihm das Glück begegnet.

Ein heller Streifen Horizont
der strahlte ihm entgegen;
müd schlief er ein, nur Gotteslohn
fand er auf allen Wegen.

Was fände heut‘ ein Wandersmann,
der Ruhe sucht und Frieden?
Stünde er Menschenmengen an,
dem Urlaubswahn zu dienen?

Was ist bloß los auf dieser Welt,
dient sie nur Spaß und Spielen?
Kein tiefer Sinn, der Vielen fehlt,
die nur dem Ego dienen.

Wer wandert heut noch durch den Wald,
ein Volkslied auf den Lippen?
„Das kennt doch niemand mehr, zu alt!“
Wo sind Kultur und Sitten?