Väterchen Frost

„Väterchen Frost“ -Iwan Jakowlewitsch Bilibin (1876-1942)
Das Leben war genügsam im Gefilde,
so wintermüde lag das alte Land.
Sehnsucht nach Wärme, Frühlingsmilde -
Väterchen Frost vertrieb’s mit kalter Hand.

Hilfeschreiend blieb fortan das Leben,
Leiber starr und frosterfüllt im Leid.
Es sollte keinen neuen Frühling geben,
nur Stürme wiederkehren vor der Zeit!

Im Land schreit tausendfaches Sterben,
da liegen Frau und Kind und Mann an Mann.
Statt Frühling kommen schwarze Schergen
und setzen alles gnadenlos in Brand.

Über den Städten wogen dunkle Dämpfe
aus Häusern, tausendfältig preisgegeben;
gar tausendarmig scheinen Tod, und Kämpfe
verachten jedes Dasein, jedes Leben.

Wie Donnerschläge grollen die Kanonen,
die Bäume schwarz, verbrannt im Rauch.
Wo sonst die Vögel in den Zweigen wohnen,
bizarre, kahle Äste, ohne Laub.

Des Frostes Fesseln mögen Mächte sprengen,
Werkzeuge sind sie, freiheitlich der Sinn.
Da hilft kein Zögern, kein Verdrängen -
dann tauen Tränen, folgt ein Neubeginn.

Und unsre Erde trinkt die vielen Tränen,
die vielen Leiber nimmt sie tröstend auf,
verwandelt Welten, Frühlingssehnen,
und neue Hoffnung schaut zum Himmel auf.

Autor: Gisela

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13 Gedanken zu „Väterchen Frost“

  1. Ich habe den Beitrag „Traumverloren“ heute bei mir angezeigt, obwohl ich nicht mit allem übereinstimme.
    Es schwingt da so vielerlei mit- oder auch gegeneinander,
    was etwas verwirrend sein könnte,
    wenn man es nicht voneinander trennt.

  2. Danke für das wunderschöne Bilibin Bild und das erschütternde Gedicht.

    Heute am Buß und Bettag ist das vielleicht genau der richtige Moment.

    Ich musste bei dem Gedicht an Stalingrad denken, wo der Frost seine Macht gezeigt hat. Krieg war gestern und ist heute.

    Ich bete für alle, die Menschen & Maschinen in den Krieg zum Töten schicken. Mögen sie ihren Hass, ihre Angst und ihre Brutalität überwinden und im Glauben erkennen, dass Liebe stärker ist als Hass.

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