Abschied

Carl Friedrich Lessing 1808-1880, Der Abschiedskuss der Sonne von der Erde

Noch hängt der Sonne Schimmer
im Geäst der trunknen Bäume;
wie offne Hände ausgebreitet liegt das Land.
Im Farbenspiel der Blätter spinnen goldne Träume,
ein blauer Hauch webt an des Waldes Rand.

Wie lieb ich euch, ihr wehmutsvollen Tage,
erfüllt von stiller Festlichkeit und Glanz.
Nur in des Waldes Schatten tönet eine Klage
mild lächelnd webet ihr des Sommers Totenkranz.

Und selig ist es – heiter so zu gehen,
wenn uns kein Wunsch mehr bindet an die Welt.
Noch einmal dankend grüßen – dann verwehen
die stillen Tage – bis ein Nebel fällt.

Alexander Graf von Württemberg 1801-1844

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

2 Gedanken zu „Abschied“

  1. Ein sanfter Abschied der sich in jedem Jahr wiederholt, immer mit der Gewissheit – es ist nur für eine kurze Zeit. Hat sich der Kreislauf geschlossen kommt der Sommer wieder, wie jede andere Jahreszeit.
    Genauso stelle ich mir unser eigenes Leben vor – wir kommen sicher auch, aber nach Jahren, wieder.
    Gruß Lilo

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