Du schwebst im Dunkel, bald wirst du erstrahlen. Oh, Weihnachtsstern, so flüchtig fern dein Bild, zeig deinen Glanz, so wie vor vielen Jahren, wo Mensch erinnerungsträchtig die Erneuerung fühlt.
Ein Kindlein einst als Unschuldsfrucht erblühte, ein unbeschriebenes Blatt im Weltgeschehen, um das sich Magier ferner Länder mühten, ihm Zeichen schenkten, seine Zukunft sehen.
Gold schenkten sie, sodass der Hass versiegt und Böses dieser Welt nur Gutes bringt; Weihrauch, dass einst sein Geist den Tod besiegt, der, auferstanden ins Bewusstsein dringt.
Die Bitterkeit des Leidens und des Todes, als Zeichen wurde Myrrhe ihm geschenkt; entkam dem Plan des mordenden Herodes, den Weg zunächst nach Bethlehem gelenkt.
Geboren unter'm Weihnachtsstern in Liebe, Du, Herr des Lichts, im Geist auch dieses Jahr, der Ziel und Ursprung ist im Weltgetriebe, Dein inneres Leuchten wird uns offenbar.
Geweihtes Licht, das nur dem Einen gilt, entzündet an der Liebe vieler Herzen, die einst vor langer Zeit das Christusbild mit Glauben füllten unter Schmerzen.
Die heimgegangenen Ahnen sah’n das Licht, den güldenen Schweif, kometenhaft und groß, wie’s durch des Himmels Schwärze bricht und aus den Blicken in die Seelen floss.
Dort gärte es, wie Sauerteig für Brot, nährte die Gläubigen mit Hoffnungsgaben; Legenden von den Wohltätern der Not, die einst gefoltert und gefangen starben.
Aus Myra stammt der heilige Nikolaus, um den sich die Geschichten ranken, als ihm, verfolgt, als Christ, der Kerker graust, verteilte er sein Geld an Arme, Kranke.
Zu Brauchtum wurde der Geschenkebringer, der alle kleinen Kinder glücklich macht. Der Wirtschaft dient der alte Künder, der plötzlich gottlos wurde über Nacht.
Als Santa Claus, Amerika entsprungen, kam er als Werbung, Cola preisend, einst zu uns; dem Weihnachtsmann wird heut gesungen, der kaufmännisch die Welt festhält in seiner Gunst.
Das Leben war genügsam im Gefilde, so wintermüde lag das alte Land. Sehnsucht nach Wärme, Frühlingsmilde - Väterchen Frost vertrieb’s mit kalter Hand.
Hilfeschreiend blieb fortan das Leben, Leiber starr und frosterfüllt im Leid. Es sollte keinen neuen Frühling geben, nur Stürme wiederkehren vor der Zeit!
Im Land schreit tausendfaches Sterben, da liegen Frau und Kind und Mann an Mann. Statt Frühling kommen schwarze Schergen und setzen alles gnadenlos in Brand.
Über den Städten wogen dunkle Dämpfe aus Häusern, tausendfältig preisgegeben; gar tausendarmig scheinen Tod, und Kämpfe verachten jedes Dasein, jedes Leben.
Wie Donnerschläge grollen die Kanonen, die Bäume schwarz, verbrannt im Rauch. Wo sonst die Vögel in den Zweigen wohnen, bizarre, kahle Äste, ohne Laub.
Des Frostes Fesseln mögen Mächte sprengen, Werkzeuge sind sie, freiheitlich der Sinn. Da hilft kein Zögern, kein Verdrängen - dann tauen Tränen, folgt ein Neubeginn.
Und unsre Erde trinkt die vielen Tränen, die vielen Leiber nimmt sie tröstend auf, verwandelt Welten, Frühlingssehnen, und neue Hoffnung schaut zum Himmel auf.
Er kommt mit großen Schritten; auf seinen Schultern, drückt die Schwere, denn was er trägt, kann nur sein kaltes Wesen tragen, denn es zerrinnt in wärmevoller Atmosphäre. Im Rausch des Windes hört man seine Klagen, die Spuren, die er hinterlässt, sind Tränen, die zu Schnee geworden. In Sehnsucht nach Umarmung darf er nur Kälte geben – zwiespältig wie das Leben.
Verdrängung bin ich wie ein Schweigen, das Erinnerungen wie ein Denkzettel beschwert; längst vergangene Stunden, deren Treiben das Bewusstsein wie ein Vakuum entleert.
Bin nichts mehr, nur eine, die gewesen durch das Tal vergangener Zeiten lief, die manchmal mit allzu hartem Besen letzten Schmutz aus ihren Räumen trieb.
Ordnung brachte Licht gerechte Tage, löste sich von vielen Freundschaftsbändern. ‚Brauner‘ Sinn als infektiöse Plage ist wie Pest, gefahrlos nicht zu ändern.
Alle sind wir Menschen gleicher Klasse. Nichts und niemand hat sie zu bewerten! Die Idee der Schöpfung strahlt aus jeder Rasse; Herrenmenschen gibt es nicht auf Erden.
Lieber bleibe ich alleine in Gedanken - besser als verdorbenes Wort zu reden. Will dem Schöpfer jede Stunde danken, die ich hier sein darf, im Garten Eden.
Die ersten Kerzen sind entzündet, so mancher Kürbis kriegt Gesicht, an Halloween wird heut verkündet, das, was man schenken soll, ist Pflicht.
Vor Türen stehn die frechen Gören, mit Handylichtern und Geschrei. Sie drohen denen, die nicht hören, mit Rache, die gar sauer sei.
So einfach kann man bössein lernen - die alte Zeit, wo ist sie hin? Da gingen Kinder mit Laternen von Haus zu Haus mit gutem Sinn.
Da freute man sich auf die Gaben, auf Nüsse, Schokolade, Kuchen; die Leckereien, sie zu haben, war ein Geschenk für arme Stuben.
Aus Kindermündern wurd‘ gesungen, heut singt man nicht mehr, nein, man droht; Amerika ist durchgedrungen, der neue Mensch im Spaß verroht.
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