Augenblick

Vor einer kleinen Ewigkeit bin ich geboren,
die große öffnet bald ihr Tor.
Mein Bündel „Hoffnung“ hab ich nie verloren,
obwohl ich oft schon stand davor.

Was man im Lebenskampf versäumt,
an Glück im irdischen Gewand,
ist wie im Augenblick erträumt
und leicht zerdrückt in einer Hand.

Die Ansicht Gottes auf die Freude 
ist nur Moment von uns zu ihm. 
Es zieht sein Licht in hellem Kleide
durch alle Möglichkeiten hin.

Was einst verworfen, wird nie wiederkehren,
doch mahnend bleibt der Augenblick,
er wird uns eines Besseren belehren:
Hinter dem Tor gibt’s kein Zurück. 

Der Sadist

Nur seinesgleichen kann er lieben,
ansonsten liebt der nur sein Spiegelbild.
Gute Gefühle hat sein Wahn vertrieben,
normales Denken ist nicht seine Welt.

Erheitert ist er, wenn durch seinen Terror
die Angst das Grausen auf Gesichtern malt.
Hat süffisantes Lächeln und Humor,
durch den sarkastisch er mit Worten prahlt.

In seinen Augen blitzt ein Teufelsfunke,
in seinem Innern wohnt Besessenheit.
Halb Dämon, freut sich der Halunke
am Massensterben, für den Krieg bereit.

Er zieht die Fäden seiner Marionetten,
hat Angst vor seinem eignen Untergang.
Sie sorgen für den Mord in Städten,
befehlsgetreu, und er ergötzt sich dran. 

Der Teufel lässt ihn vorwärtsschreiten,
gefolgt von Jacken ziehenden Experten,
und die als Freunde wähnend ihn begleiten,
sind doch nur Macht- und Geld-Gefährten.

Er glänzt mit Lügen, Status und Potenzen,
gibt sich als unbesiegbar harten Mann.
Durch seinen Machtkampf will er glänzen,
vom Volk poliert sein Größenwahn.  

Das Böse in ihm wird ihn fällen
und mit ihm seinesgleichen ziehen.
Wie wird man einst von ihm erzählen?
"Der Schreckliche" steckte darin!

Neuer Klang

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Wenn der neuen Zeit entwächst 
grüner Trieb, wie alten Bäumen,
wie sich Glanz auf Stumpfheit setzt,
glätten Kräfte im Geheimen,
zwanglos einend und verbindend,
selben Wurzelholz entspringend,
kunstvoll Klang und Harmonie.

Aus dem Chaos der Akkorde
reihen Noten sich wie Hände,
ineinander greifen sie, 
wo sie lösen und vollenden. 

Um das Eins-Sein zu bewahren,
schwingt es heimlich und berührt.
Baumes Kronen offenbaren,
welche Kraft hierhergeführt. 

Lausch dem Singen in den Welten,
engelhaft ist der Gesang,
lass als Lösung Liebe gelten,
wähle weise Kraft und Klang. 

Grenzenlose Heimat

Adrian Ludwig Richter (1803-1884)
Schon als ich klein war, suchte ich auf Erden
nach Heimat. Himmlisch sollte sie mir werden,
fort von den eng gesteckten Grenzen und Verboten,
wo mich die Elternherzen banden hinter Pforten

und Kämpfe trugen in die Kindheitsecken,
wo lieblos ihre Seelen sich versteckten
und Abschied nahmen nach geraumer Zeit,
der Arbeit folgten, statt der Zweisamkeit.

Die Eltern waren abweisende Gefährten.
Sie liebten ihre Werte, wie die Gärten,
in altbewährter, wohl erzogener Art,
die alles Eigentum vor ‚bösen' Fremden wahrt.

Ich habe losgelassen, blick ins Unbegrenzte.
Die Sehnsucht band mir helle Zukunftskränze
und legt ein weißes Band zum Horizont,
wo Gott in grenzenloser Heimat wohnt. 


Stille

Stille, in mir.

Denke an die Dämonen,
die mit Macht und Habgier diese Welt beherrschen.

Das Lichtschwert „Excalibur“ all den Tyrannen
entgegenhalten, die die Welt missbrauchen für ihre Zwecke.

Mit spiritueller Waffe den Zorn darin verstummen lassen,
ihr ewigen Frieden bringen, in Gottes Namen.

Im Krieg, der niemals Sieger zeugt, nur Verlierer,
die Waffen in Liebe wandeln.

Seinem Vaterland durch Friedfertigkeit dienen.

Vaterländer der anderen Menschen achten,
sich verbinden, Bewährtes anerkennen, Innovationen teilen.

Dämonen und Viren sind in der Lage Organismen zu besetzen
und auszurotten.

Diktaturen, Religionen und Krankheiten leben von ihnen und durch sie.

Was hilft dagegen? Dämonen lassen sich nur durch den Geist Gottes austreiben!

Bild von Fine Mayer auf Pixabay

Die Trauer dieser Welt,
ich will sie tragen
und fern in alle Winde streuen,
ich will sie an den dunklen Tagen,
mit hellem Himmelslicht erfreuen,
will ihr ein Lächeln zaubern,
wenn heiße Tränen rinnen
und durch Verzweiflungsmauern
den Zweig der Hoffnung bringen,
will nie den Mensch vergessen,
tief sitzt sein Weltenschmerz,
drum pflanz’ ich statt des Leidens
nur Liebe in sein Herz.

Regenbogen-Liebe

Quelle: ACEGIF.com

Die Stufen schwebend überwinden,
den Höhenweg stets wiederfinden,
wenn Sinn der Welt uns niederreißt,
uns aus der Bahn des Lebens schmeißt.

Die Rückkehr für andere denkbar machen,
sich selber finden im Weinen und Lachen.
Den guten Geistern den Weg bereiten,
die Liebe uns zeigen, lehren und leiten.

Gottes Gedanken „Es werde!“ leben,
Regenbogen ins Sorgenkleid weben.
In jeder Liebe seh’ Gottes Gesicht
auf mancherlei Weise. Verurteile nicht!

Wahre Freundschaft

Briton Rivière (1840-1920)

Du bist mein treuer Kamerad,
mein Sinn zum wieder Werden,
der Spielgefährte, der, wenn Leid mich plagt,
stets bei mir ist. Ein wahrer Freund auf Erden.

Du bist es, der mir zuhört, wenn ich ängstlich
nach dem Grund der Schmerzen frage.
Dein Blick erfreut mich herzlich,
mitfühlend bei manchem Weh der Tage.

Du bleibst bei mir, weichst keinen
Augenblick von meiner Seite,
und jeder Ton aus meinem Mund
ist dir ein Wunschlaut, den ich vor dir breite.

Ich schau dich an: mich treffen fragend Blicke.
Auch ohne Worte fühl’ ich das Bedauern.
Mein Hündchen, du folgst meinen Schritten,
gehn sie von dieser Welt: Du darfst nicht trauern!

Kein Winter mehr

Elternhaus: Blick in Hof und Garten

Hier gibt es keinen Winter mehr,
nur graue Wolken, Regengüsse.
Es wird nicht hell, der Tag ist schwer,
die Nächte wach gelegen, düster.

Als es noch weiß war, hier am Ort,
von Flocken, die den Boden hoben,
gab’s Kinderlachen immerfort,
es machte Spaß im Schnee zu toben.

Ich, drei Jahre alt

Auf Straßen bauten wir uns Bahnen
aus Eis und schlitterten ein Stück,
und haben uns trotz Lehrers Mahnen,
vor manchem Schneeball weg gebückt.

Ein kleiner Schlitten wurd’ gezogen;
noch plan der Ort und unbebaut,
den Hügel runter dann ‚geflogen‘,
mutig und schnell, bis dass es taut.

Da war noch Platz für Kind und Spiel,
denn Autos waren Seltenheit.
Schneemänner bauen, war ein Ziel,
das Kinder und Erwachsene freut.

Nasen und Hände rot gefroren,
tauten wir auf mit Weh, in Tränen.
Die Kleidung nass, bis an die Ohren,
den nächsten Tag trotz Leid ersehnen.

Hier gibt es keine weißen Träume,
kein Spielen mehr auf vollen Straßen.
Vom Kinderglück befreite Räume,
künstlich erschaff’ner Kindergarten.

Gedankenflüstern

Bild von prettysleepy1 auf Pixabay

Wenn alles schweigt, dann flüstern die Gedanken.
Draußen die Welt, im Zeitgeist ihrer Schranken.

Die Einfalt tanzt in elitären Kreisen,
hilft Hirngespinsten falsche Freiheit tragen.
Gefährlich droht die Dummheit zu entgleisen
und trägt zum Massengrab die Todeszahlen.

An Tagen reißen die Kalenderblätter,
sind Maßband zwischen Anbeginn und Ende,
Erinnerung in abgelebter Kette,
hängt wie verharzt am stillen Zeitenpendel.

Vergang’nes will mit groben Händen greifen,
durch Dickicht von Dornröschen-Träumen,
zieht lebenslange Dauerschleifen,
wie Raben, kreisend über Bäumen.

Grüne Gedanken

Claude Monet (1840-1926) – Frühling

Bald schon wird die Welt erblühen,
kaltes Kunstlicht weicht der Sonne,
die Gedanken werden grün,
es erwacht des Lebens Wonne.

Fenster strahlen wie die Spiegel,
Herzschlag sucht den taktvoll gleichen,
Winter bricht das Frühlingssiegel,
Kälte wird der Wärme weichen.

Bringt ins Dunkel lichtes Sprühen,
lässt die Nebeltücher ziehen.
Gärten duften voller Blühen
bald nach Veilchen und Jasmin.

Welcher Antrieb aller Dinge
wirkt im Zeichen der Natur?
Fruchtbarkeit und Leben bringe
uns die Ewigkeiten Spur.

Wie kein Frühling ohne Liebe,
gilt Lobpreis dem Schöpfergott.
Lust auf Leben, grüne Triebe,
Ist für alle Zeit Gebot.