Feines Glühen

Beschütztes Leben – Sulamith Wülfing (1901-1989)

Es ist so still geworden um mich her,
des Lebens Enge drückt, wie Einzelhaft.
Bin eine alte, unsichtbare Kraft,
ein kleines Ich, bin Flamme nur, nicht mehr.

Entzünden mag ich nur Gedankensplitter;
bin irdisch, Energie, mit Licht getauft,
nur noch ein feines Glühen, das verbraucht,
bild‘ ‚Schwarze Löcher‘ im Gefängnisgitter.

Vergangenheit ist leere, hohl geword‘ne Form,
die Schatten wirft, obwohl sie lange fort.
Ihr Einfluss folgt mir bis zum Zukunftsort,
wo Gegenwart beständig wird zur Norm.

Erkenntnisse, ich trag sie durch mein Leben,
obwohl befreiend, nehmen sie mir Kraft.
Wie Einer, der sich auf den Heimweg macht,
bin ich der Wanderer hier auf fremden Wegen.

Doch eines Tages bin ich Heimgekehrte,
was mich hier hindert, bin ich selbst.
Setz‘ Schritt an Schritt, auch wenn du fällst!
Erkenntnis ist Befreiung, seid Belehrte!

Erhabenheit im Augenblick des Glücks
ist das Erkennen unsres Geistes Licht.
Dann huscht ein Leuchten über das Gesicht;
im Reich des Lichtes gehn wir dann ein Stück.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

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