Fremdheit

„Wir damals“, höre ich die Alten sagen,
„wir lösten sie besser, die Ausländer-Fragen!
Wer hier nicht hingehört, durfte nicht bleiben.
‚Die Guten ins Töpfchen‘, die andern vertreiben,
und die hier fremd im Außen und Innen,
einen Blumentopf können die hier nicht gewinnen!
‚Die Schlechten ins Kröpfchen‘, wir siebten sie aus.“

Heut‘ ziehn wir im Urlaub zu ihnen hinaus,
wie selbstverständlich, die Länder besuchen,
die unsre Ahnen als „entartet“ verfluchten.
Wenn ‚Gutmenschen‘ sie heute auch anders nennen,
die Minderwertigkeit kann man in den Köpfen nicht trennen.

Vielfältig sind die Menschenwesen,
die ein ewiges Ziel im geistigen Bild erstreben,
Ihm opfernd Namen geben und Mauern bauen,
die Verschiedenheiten durch Religion untermauern.

Hat Gott „Entartete“ erschaffen?
Ist Nächstenliebe nicht die stärkste aller Waffen?
Nur Gott kann Irrtümer aus den Herzen nehmen!
Er kennt allein das Ziel, das wir alle ersehnen.
Sehend werden Seelen einst in Ihm finden,
den ‚fremden‘ Bruder und sich demütig mit ihm verbinden.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

14 Gedanken zu „Fremdheit“

  1. Gisela, das ist ja schrecklich was dein Sohn erleben musste und für dich als Mutter nicht minder.
    Ich habe viel mit Kindern gearbeitet, darunter waren auch Kinder aus anderen Ländern. Als erstes hab ich ein Fragespiel mit den Kindern gemacht, um schon im Vorfeld die Situation zu entschärfen. Es sind wirklich die Eltern die ihre Kinder in jungen Jahren falsch erziehen. Als sich eine Mutter beschwerte, weil ihr Kind mit einem *Bimbo* spielen sollte, empfahl ich ihr sich besser eine andere Unterbringung für ihren Sprössling zu suchen. Ihr Sohn wollte aber nicht von der Gruppe weg. Wie ich viel später erfuhr wurden die Zwei dicke Freunde. Ich denke wir Erwachsenen haben es in der Hand unseren Kindern schon in der Kindheit den Weg in eine gute Zukunft zu weisen.
    Meine Chefin erteilte mir für mein Benehmen, gegenüber dieser Mutter, einen Verweis und drohte mir mit Rausschmiss. Ich dachte ich erkenne meine Gruppe nicht, sie wollten dann auch nicht mehr kommen wenn ihre Lilo nicht mehr da ist. Einer der Kleinen hatte zufällig gelauscht und die anderen Kinder der Gruppe informiert. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. 😉 Vielleicht sollte ich noch erwähnen meine Rangen waren zwischen 5 und 6 Jahre alt. Wie du siehst, sogar Kinder können etwas bewirken.
    Liebe Grüße, Lilo.

    1. Ja, Kinder können viel bewirken. Mein Sohn hat sich leider bereits im Kindergarten als Außerirdischer gefühlt und täglich 5 Hosen eingenässt. Leider konnte ich nicht zu Hause bleiben, weil ich arbeiten musste. Das hat mir sehr leid getan. Die Kleinen Seelchen fehlen Dir sicherlich. Hut ab vor Deinen guten Nerven! Liebe Grüße, Gisela

  2. Guten Morgen Gisela!
    Nun bin ich mit meinem Kommentar wieder spät dran. Doch es liegt mir am Herzen mich zu diesem Thema zu äußern. Ich kann dieses dumme Gequatsche nicht verstehen.
    Wir sind doch in erster Linie erst einmal alle Menschen. Einige Menschen haben eine andere Hautfarbe – na und? Von innen sehen wir gleich aus. Wir sprechen verschiedene Sprachen und können uns mit gutem Willen trotzdem verständigen. Unsere Kulturen unterscheiden sich, aber gerade das finde ich sehr interessant. Andere Länder, andere Sitten! Warum fahren so viele Leute in die Länder der Menschen denen sie so wenig Achtung schenken? Niemals habe ich von Reisenden zu hören bekommen, dass sie nicht mit großer Freundlichkeit behandelt wurden. Dabei bekommen nicht nur die Urlauber, sondern auch Auswanderer Achtung entgegen gebracht. Gastfreundschaft wird einfach groß geschrieben. Warum geht das bei uns nicht?
    Es gäbe noch vieles darüber zu schreiben, aber es würde sich trotzdem nichts ändern.
    Leider wird es immer Menschen geben die denken sie seien etwas Besseres.
    Lieben Gruß, Lilo

    Noch eine Anmerkung: Kinder haben solche Probleme nicht!

    1. Liebe Lilo, ich fragte mal einen deutschen Kollegen, warum er gerade in der Türkei Urlaub machen würde. Er antwortete: Er möchte sehen, warum DIE alle zu uns kommen. Über solche Aussagen kann ich nur den Kopf schütteln.
      Du meinst, Kinder hätten solche Probleme nicht. Mein Sohn war kaffeebraun und ein schöner Junge. Ich hatte ihn in einem Fußballclub angemeldet, weil ich dachte, das soziale Netz würde ihm gut tun. Im Gegenteil! Er wurde von den ‚lieben‘ deutschen Jungen zusammengetreten und zwar so, dass ich mit ihm ins Krankenhaus musste. Von da an bin ich jedem Sportverein ferngeblieben. In der Schule spielte er gerne den Klassen Clown, um akzeptiert zu werden. So setzte es sich bis zu seinem Tod fort. Kinder haben diese Probleme, wenn ihre Eltern sie haben!

      Liebe Grüße, Gisela

      1. Gisela, das ist ja mein Reden, die Kinder sind ein Produkt ihrer Erziehung. Aber so lange ich denken kann habe ich gerade diesen Außenseitern beigestanden. Ich habe mich in der Schule nicht selten deshalb geprügelt. Danach hat es gepasst! *zufrieden grins* Meine Hausaufgaben habe ich oftmals in der Ersten Hilfe Station gemacht. 😉 Glaube es mir, mein Wort, bzw. Faust hatte Gewicht. 😉 Jetzt kann ich die Dinge nicht mehr auf diese Weise lösen. So manches Mal habe ich sogar jetzt noch die geballte Faust in der Tasche. Bin es in der Zwischenzeit aber leid immer für andere Menschen zu kämpfen. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel! 😉
        Liebe Grüße Lilo

          1. Liebe Gisela, in der Oberschule war ich nicht nur Klassensprecherin, sondern auch Schulsprecherin. Das bedeutete die rechte Hand vom Rektor zu sein. Als wir dann einige schwer erziehbare Schüler bekamen war klar, es mussten klare Verhältnisse geschaffen werden. Diese Jungs verstanden nur die eine Sprache und die hieß Gewalt. Folglich bekamen sie die nötigen Belehrungen durch mich. Später wurden wir sogar gute Schulfreunde. 😉 Manchmal braucht es besondere Wege um das angestrebte Ziel zu erreichen. Wenn ich so richtig nachdenke, hatte ich schon ein sehr bewegtes Leben. Aber als Kind der Straße brachte ich alle Voraussetzungen mit. Ein Lehrer nannte mich immer den weiblichen Robin Hood. *grins*
            Mit zwei dieser Mitschüler hatte ich noch viele, viele Jahre nach der Schulzeit Kontakt. Genauso wie mit meiner Klassenlehrerin. Sie war mir nach dem Ende der Schulzeit immer eine gute Beraterin. Ich glaube solche Lehrer, wie sie es war, gibt es heute gar nicht mehr. Sie hat für ihren Beruf gelebt.
            Einen schönen Abend wünscht dir
            Lilo

          2. Liebe Lilo, solche Lehrer gibt es hier sicher nicht mehr. Für mich ist Gewalt die falsche Erziehung. Das habe ich am eigenen Leib erleben müssen. Es gab einen Lehrer, der deswegen von der Schule flog. Ich will Dir Deine Erfahrungen nicht klein reden. Es war in Deinem Schulalltag sicher gut so und angebracht.
            Ich wünsche Dir einen schönen Tag, Gisela

          3. Liebe Gisela,
            vielleicht hätte ich erwähnen sollen, die Jungs gehörten zu einem Testprogramm von der Schulbehörde. Heute steckt man schwer erziehbare Kinder in ein Camp, oder in besondere Einrichtungen.
            Wir bekamen damals täglich Rosinenbrötchen und Flaschen mit Milch, oder Kakao. In diese Getränke haben sie reingepinkelt. Nachdem sie einem Mädchen ein Arm gebrochen hatten und ein weiteres Mädel so grob in den Magen getreten hatten, das es Blut gespuckt hat und ins Krankenhaus musste – erst da habe ich mich eingebracht. Glaube mir ich bin auch gegen Gewalt/Schläge. Schon alleine weil meine Mutter und ich sehr viel Prügel ertragen mussten. Das ertragene Leid verfolgt mich bis heute in meinen Träumen. Heute löse ich so manch prekäre Situationen auf ganz andere Art. Doch mir fehlte es zu damaliger Zeit an Erfahrung. Ich war ja selber noch ein Kind. Die Lehrer durften auch zu dieser Zeit nicht mehr schlagen.
            Ich wünsche dir einen schönen entspannten Tag.
            Lieben Gruß, Lilo

          4. Oh, Lilo, da hattest Du aber das volle Programm! Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte. Deshalb kann ich Dich verstehen. Geduld ist oft fehl am Platze. Sie wird falsch verstanden.
            Dir auch einen entspannten Tag. Liebe Grüße, Gisela

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