Still sein soll mein Herz

Ludwig von Hofmann (1861-1945) – Gretchen im Kerker

Still sein soll mein Herz –
kann im tiefen Schmerz
keine schwere Last mehr tragen,
will verzagen an der Welt,
an den vielen bangen Fragen,
die uns unsre Liebe stellt.

Oft trifft die Erkenntnis bitter
in den weichen Seelenkern,
und der letzte Hoffnungsstern
glänzt mir trübe durch die Gitter.
„Einzelhaft – ein Leben lang!“,
hör ich meine Seele klagen.

Werde niemals mehr befreit.
Will und kann es nicht ertragen!
Wenn der Kerkertüre Schluss,
sich vollzieht durch deine Hände,
fällt des Schattenbildes Guss
hier an die Gefängniswände,

und dein Bildnis schwebt im Raum,
um schnell wieder zu verblassen.
„Irgendwann muss ich dich lassen!“,
flüstert es mir leis‘ im Traum.
Kann das Schicksal nicht verstehen –
es erscheint mir wie ein Hohn!

Bleibt mein Wunschbild – Illusion?
Und beim traurigen Erwachen,
höre ich das Schicksal lachen:
Es trägt Deiner Stimme Ton!

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

4 Gedanken zu „Still sein soll mein Herz“

  1. Liebe Gisela,
    von mir nun eine Antwort in Form von einem kleinen Gedicht.

    °°°Es gibt Tage, endlos quälend und lang,
    schwer fällt der kleinste Gang.

    Banges Hoffen und viele Gedanken
    Die wirr um mich ranken.

    Jede Menge offene Fragen
    lassen am Ende mich verzagen.

    Alle Mühen zu vergessen – sind vergebens,
    wo nur ist der Sinn des Lebens?

    Es gibt Tage, endlos quälend und lang,
    doch auch sie vergehen, Gott sei Dank!

    © L. Wilde 7-2016

    Auch für dich ein schönes und harmonisches Wochenende,
    LG Lilo

  2. Liebe Gisela!
    In solchem, Gefängnis sitzen wohl sehr viele Menschen. Mit Sicherheit nicht freiwillig. Doch wie findet man den Weg aus der Einzelhaft?
    Ich wünsche dir ein harmonisches Wochenende.
    Lieben Gruß,
    Lilo

    1. Liebe Lilo, man muss bereit sein, sich selbst zu befreien. Das ist nicht leicht, zumal manchmal ein halbes Leben daran hängt.
      Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße, Gisela

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