Mein Weg

Vier Wände um dich,
Mauern, meterdick,
sie lassen mir kein Licht,
nichts dringt zu mir,
das Dunkel weicht
mir nicht ein kleines Stück,
verschlossen bleibt zum
Herzen deine Tür.
 
Wo sonst Gefühl,
klafft unverhüllt ein Nichts,
ein Schweigen, das sich
an den Mauern bricht.
Wo sonst die Leidenschaft
fast nie erlischt,
treibt nun ein kühler
Wind mir ins Gesicht.
 
Wie sehn ich mich
nach deinem lieben Wort,
nur sachlich schreibst
du mir aus deiner Welt,
als ob die Frau an deiner
Seite ahnt,
den fremden Ton,
der auf die Tasten fällt.
 
Versteckt, verborgen
in der Illusion, im Labyrinth
des ewigen Verzichts,
als ob die Liebe hier
der Schlüssel ist,
doch oft passt er zu deinem
Herzen nicht.
 
Verschließt du dich vor mir
geh ich zurück
in mein verlass’nes Tal der
Einsamkeit.
Begleitet hast du mich
ein kleines Stück,
auf meinem Weg
durch meine Dunkelheit.

Still sein soll mein Herz

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Still sein soll mein Herz –
 kann im tiefen Schmerz
 keine schwere Last mehr tragen,
 will verzagen an der Welt,
 an den vielen bangen Fragen,
 die uns unsre Liebe stellt.
 Oft trifft die Erkenntnis bitter
 in den weichen Seelenkern,
 und der letzte Hoffnungsstern
 glänzt mir trübe durch die Gitter.
 „Einzelhaft – ein Leben lang!“,
 hör ich meine Seele klagen.
 Werde niemals mehr befreit,
 will und kann es nicht ertragen!
 Wenn der Kerkertüre Schluss,
 sich vollzieht durch deine Hände,
 fällt des Schattenbildes Guss
 hier an die Gefängniswände,
 und dein Bildnis schwebt im Raum,
 um schnell wieder zu verblassen.
 „Irgendwann muss ich dich lassen!“,
 flüstert es mir leis‘ im Traum.
 Kann das Schicksal nicht verstehen –
 es erscheint mir wie ein Hohn!
 Bleibt mein Wunschbild – Illusion?
 Und beim traurigen Erwachen,
 höre ich das Schicksal lachen:
 Es trägt Deiner Stimme Ton!
 

Unser Weg

Sehnsüchtig blicke ich ins Weite,
geh still den Weg, der unser war.
Nachdenklichkeit geht mir zur Seite,
macht mir mein Sehnen offenbar.
 
Zeugt jeder Stein und Baum des Weges
von deiner Gegenwart allhier,
so wird mein Gang – ich überlegt es -,
ein Weg, der tiefen Seufzer mir.
 
Nur Trauer fühl ich, übermächtig.
In mir tobt Wehmut, Gram und Pein.
Mein Gang ist schwer, mein Schritt bedächtig,
denn heut geh‘ ich den Weg allein.
 
Der Wind, er haucht mir deinen Namen,
„Mein Liebes“ schwebt mir sanft durchs Licht.
Doch, ach, der Spott kennt kein Erbarmen,
wenn er mit deiner Stimme spricht.
 
Treibt hohnvoll mir mit diesen Worten
den Schmerz in meinen Seelengrund.
Fühl ich an den vertrauten Orten,
noch deinen Kuss auf meinem Mund.
 
Dort steht verwaist die Bank. Und wieder
füllt sich mit Traurigkeit mein Herz
und meine tränenschweren Lider,
verschließen sich in wehem Schmerz.

Wo bist du, der mir so vertraut,
der mich so sanft und zart umfing?
Nichts blieb mir! Wie der Abend graut,
so graut mir auch mein Lebenssinn.
 
Warst meines Daseins reichste Fülle,
gabst Liebe mir als schönen Schein.
Trag deren inhaltslose Hülle,
in eine leere Zeit hinein.