Ostpreußen

zur Erinnerung an meine Oma

Östlicher Geist lässt mich nicht ruhn,
verwurzelt tief in mir, erfüllt mein Herz,
und als entfernte sich von dort mein Tun,
trieb all’ mein Denken dennoch heimatwärts.

Konnte nicht lassen von den alten Plätzen,
rief doch die Heimat tief in meiner Brust.
Melancholie spricht hier aus diesen Sätzen,
und weckt in mir die alte Sinneslust.

Du fernes Land, vertraut war mir dein Duft,
in großer Weite bis zum Horizont der Blick,
herb war dein Klima, rau die Küstenluft,
gern denke ich an Königsberg zurück.

Wo dunkle Wälder sich in lichten Breiten
erstrecken bis zum Memelstrand,
wo Störche stolz durch weite Sümpfe schreiten,
dort treibt der kalte Wind durchs flache Land.

Du meines Wirkens Stätte, ach, so fern,
längst wächst das Gras über die alten Mauern,
wird die vergang’ne Zeit in meiner Seele Kern,
doch alle Ewigkeiten überdauern.

Helene Berta Nicolay, geb. Buskies (1895-1988)

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

3 Gedanken zu „Ostpreußen“

  1. Dein Beitrag ist für mich sehr berührend. Auch meine Großmutter und meine Mutter haben mir viel von dem Land der dunklen Wälder und den christallnen See und der endlosen Weite erzählt. Die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat war immer enorm. Liebe Grüße Mariem

    1. Liebe Marie, so gerne wäre ich dort gewesen, als alles noch heil war. Jetzt sind die Erinnerungen überwachsen. Aber wir haben noch die Erzählungen unserer Ahnen. Die Trauer bleibt, obwohl ich niemals dort war. Liebe Grüße, Gisela

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