Vergänglichkeit

Baron Frederic Leighton (1830-1896)
Vergänglich ist das Festeste im Leben –
was trauerst du, dass Liebe auch vergeht?
Laß sie dahin in’s Reich der Zeiten schweben,
leicht, wie des Lenzes Blütenhauch verweht.

Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,
und segne dennoch freudig dein Geschick,
schließt auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen
an deines Glückes kurzen Augenblick.

Du hast gelebt, denn Liebe nur ist Leben!
Sie nur allein webt um den dunklen Traum,
dem wir den Namen unsers Daseins geben,
der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.

So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten,
wenn sie des Lebens Sonne dir entziehn.
Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten,
Ach, sei zufrieden, dass sie einst dir schien.

Charlotte von Ahlefeld (1777-1849)

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

8 Gedanken zu „Vergänglichkeit“

  1. Liebe Gisela, das sind sehr wahre Worte: man sollte sich darüber freuen, dass uns „einst die Sonne schien“, so haben wir sie immerhin eine Zeitlang genießen können. Liebe Grüße, Marie

    1. Die ‚große‘ Liebe ist meist eine Liebe, die nicht gelebt werden konnte. Ich denke mit ein wenig Wehmut daran und bin trotzdem dankbar. Liebe Grüße, Gisela

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: