Geborgenheit

Foto privat, mein Opa und ich.
Die Blütezeit nimmt ihren zarten Lauf,
und Gänseblümchen seh’ ich auf dem Wege blühn,
Insekten voller Leben, Löwenzahn zuhauf,
und Opa seh’ ich lächelnd vor dem Garten stehn,

wie er von Oma rationierte Stumpen raucht.
Ich seh’ den grauen Qualm, wie er verweht,
wie der Moment, der war und zeitverbraucht
in mir als Bild erneuernd aufersteht.

Spüre Geborgenheit, die Blicke treffen sich
und ein Gefühl von Wärme zeigt Gesicht.
Ich nehm’ es mit, soweit es trägt in sich,
den Hauch „Zuhause“ jetzt und ewiglich.
Foto privat: Oma und Opa in ihrem Garten 1956

Autor: Gisela

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9 Kommentare zu „Geborgenheit“

    1. Liebe Elisa, meine Großeltern standen mir immer näher, als meine Eltern. Ich habe viel von ihnen gelernt. Trotzdem werde ich den angewiderten Gesichtsausdruck meiner Oma nicht vergessen, als sie zum ersten Mal meinen jüngsten Sohn sah. Ihren entsetzten Ausdruck „Niggerkind!“ werde ich nie vergessen. Ja, so war sie erzogen. Deshalb kann ich es ihr verzeihen. Der Zeitgeist war ein anderer. Danke für Deinen lieben Kommentar und viele Grüße, Gisela

  1. Was für eine schöne Erinnerung und wie wunderschön du sie in Worte gefasst hast. Mit meinen Großeltern verbinden mich ganz ähnliche Erinnerungen! Wenn ich an sie denke, habe ich auch dieses „Zuhausegefühl“ zumal ich in deren Haus geboren bin und es immer noch da ist und ich es jederzeit besuchen darf.

    1. Danke, liebe Regina. Es ist ein Geschenk, wenn Du Dein Geburtshaus immer noch besuchen darfst. Ich kann das leider nicht. Mein Vater hat es 2008 an Fremde verkauft. Sie haben es mit sehr viel Liebe umgestaltet, sodass ein neuer Geist darin wohnt. Deshalb betrachte ich es lieber aus der Erinnerung heraus. Liebe Grüße, Gisela

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