Die Schaukel

An einer alten Wäschestange,
baute sie Vater, gar nicht lange,
so, gut vertäut an großen Haken,
konnte ich’s schließlich kaum erwarten,
das Sitzbrett unter’n Po zu schieben,
nach kurzem Zögern wollt ich fliegen.

Die Schatten huschten an den Giebeln,
es spukten Bilder an den Ziegeln
der Nachbarhäuser, auf und nieder,
mit jedem Wiegen sah ich’s wieder,
spürte in meinem Kindersinn,
dass ich ganz nah dem Himmel bin.

Ich schwang dem Schattenbild entgegen,
genoss das Fliegen und das Schweben,
mal vorwärts und mal hintenüber,
war ganz verträumt und schloss die Lider,
um eins zu sein mit Zeit und Wind,
war glücklich, wie‘s nur Kinder sind.

In unsrer kurzen Lebenszeit
gibt Freude schwebend Leichtigkeit
im Fallen und im Steigen,
wenn sich die Schatten neigen,
durchfliegen wir das Sein im Wind,
hinauf, hernieder wie ein Kind.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

2 Gedanken zu „Die Schaukel“

  1. Liebe Gisela,
    das waren die großen Freuden unserer Kindheit. Oh ja, wir waren noch bescheiden und haben uns mit den kleinen Freunden zufrieden gegeben. Wir fühlten uns trotzdem wie im Himmel.
    In heutiger Zeit – einfach undenkbar.
    Hab vielen Dank für die Erinnerung an meine einfache, aber schöne Kindheit.
    Liebe Grüße, Lilo

    1. Ich danke Dir, Lilo. In den 50iger Jahren hatten wir wenig Geld und wir mussten aus einfachen Sachen Schätze machen. Dafür bin ich sehr dankbar und erinnere mich gerne. Schön, wenn ich das teilen kann. Liebe Grüße, Gisela

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