Blumenstrauß

Maler unbekannt

Du Blütenpracht, die du gen Himmel strebst,
wächst weit hinaus aus deiner Vasen-Gruft,
obwohl du wurzellos in stillem Wasser stehst,
ringst du mit letztem Drang nach Lebensluft.

Noch ist dein Grün so frisch und deine Blüten prahlen,
nur ein paar Tage schmückst du diesen Raum,
doch dann zerfällt dein lebensfrohes Strahlen,
und schnell vergeht der erste Frühlingstraum.

Schmetterling

In milder Frühlingsmitte bist du sanft erwacht,
um nun den trocknen, altversponn’nen Haufen,
 
mit einer ungeheuren Wandlungskraft
metamorphosisch zu durchlaufen.
 
Zeigst uns die Augen der Natur
auf deiner Flügel-Rückenpracht,
 
fliegst über Blumenwiesen nur,
so leuchtend bunt und  flatterhaft.
 
In deiner Welt im Wiesengrund,
wird warm bestrahlt dein Leben,
 
zeigst du uns in so mancher Stund’
dein flüchtig Sonnenstreben.

Blütenkranz

Möcht’ einen Blütenkranz dir binden für dein Haar,
mit wilden Wiesenblumen weiß und grün verschlungen;
er soll dein Antlitz schmücken, mild und wunderbar,
vom Frühlingsnahen wird schon leis’ gesungen.
 
Der Wind, er fegt mit kalter, starker Hand
den letzten Rest des Schnee’s über die Auen.
Schon ohne Frost, frei, ruht das weite Land,
die Blumenwelt darf aus der Erde schauen.
 
Die bunten Köpfe lugen keck hervor,
die Vögel ringsum fröhlich tirilieren,
die ganze Welt klingt wie ein großer Chor,
kein Herz will nun noch einsam sein und frieren.