Astralwelt

Iwan IV. (1530-84) der Schreckliche von den Geister der Ermordeten besucht. Gemälde von Michail Konstantinowitsch Klodt (1832 – 1902)

Das alte Haus, es lebt!

Hörst du die Wände flüstern?
Verloschen sind die Kerzen in den Lüstern.

Das Knarren der Eichen-Stufen…
die fremden Stimmen, wie sie rufen!

Es tragen leicht die hölzernen Bohlen,
Geister auf unsichtbaren Sohlen,

und über dem Tisch des letzten Essens,
liegt lang schon der Staub des Vergessens.

Ist eindrucksvoll die Prägung der Tapeten,
der Teppich, alt und abgetreten,

der Glanz, der einmal war, Vergangenheit.
„Vorbei!“, zittert die Schwingung, „Seid bereit!“

Wo jeder Schritt ist, wie ein schwebendes Verrinnen,
ein Fliehen vor dem Tod… dem Neubeginnen;

binden an alte Orte ihr astrales Kleid,
verirrte Seelen in der Ewigkeit.

Ort des Vergessens

Bild von Paul Sprengers auf Pixabay

Das alte Haus am Stadtrand,
ist angefüllt mit Licht,
doch in den dunklen Stunden
sieht man’s von außen nicht.

Die durch die Räume schweben,
es sind die alten Träume,
der längst vergang’nen Leben,
sie tanzen durch die Räume.

Ein Duft von fremden Ländern,
ein Jauchzen und ein Singen,
wie rauschen von Gewändern
und unbekannte Stimmen.

Energie in allen Räumen,
ein Flüstern und ein Raunen,
wie längst verhalltes Lachen
von magischen Alraunen.

Doch draußen ist es stille,
der Abendwind weht leise.
Der Ort, nur leere Hülle,
träumt die vergessene Weise.

Die Geister dieses Ortes
sind lang schon fortgeweht,
im Klang des Zauberwortes,
ein Traum, der weiterlebt.

Luftschlangen

Bild: Karin M.

Wirbeln aus der Tiefe
in den Nachthimmel hinein,
fegen ums Haus,
mit wilden Gebärden.
 
Herbstwind,
du unbändiger!
 
Ruhelos treibst du hinauf und hinab
wie die Geister, die wandern.
 
Vertreibe den Tod,
schaffe Platz für das Leben.
 
Bringe uns Neues –
den Wandel der Zeit!