Unsichtbarer Wanderer


Steht die höchste Sonnenscheibe
über jedem Menschenbilde,
das da harrt nach kühler Bleibe.
Hitze, werd‘ doch wieder milde!

Schau den Feldstein dort am Wege,
wie er lastet auf der Erde,
doch darunter ist es rege,
Wurzeln sinnen ein „Ich werde!“.

Wachse in verborgenen Gründen,
in des Reifens Einsamkeit.
Nur ein Seher wird dich finden,
dich, in deinem lila Kleid.

Veilchen, du wirst einst erblühen,
wenn es schauernd regnet nieder,
und die Hoffnung wird sich mühen,
findet Halm und Blüte wieder.

Wind, du unsichtbares Wesen,
eilst im Flüchtigen dahin,
an dir wird die Welt genesen.
Sei der kühlen Zeit Beginn!