Die Wahl

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Man kann Grenzen überschreiten, 
Gesetze brechen, stehlen, morden,
man kann im Süden, Westen, Osten, Norden
den eignen Hass und Leid verbreiten,
um abzulenken von der Leere tief im Herzen
der dunklen Seele, die stets Böses um sich schart,
die nur im dunklen Tun und Plan verharrt,
um auszulöschen andere mit Schmerzen.

Man kann den Menschen mit Respekt begegnen
und jedes Lächeln sehn wie ein Geschenk.
Dann spürt man, dass nur Gutes weise lenkt,
vorbei an bösem Tun, das fließt davon wie Regen.
Den lichten Horizont nur sehen, duldend sein beizeiten,
ertragen manches schmerzende Geschehen
und auf dem Weg der Nächstenliebe gehen,
um liebevolles Denken zu verbreiten.

Wo Herzen heilen, lacht die Welt im Morgen,
versöhnt den Augenblick mit allem, was vergeht –
und trägt, was schwer, als wär es ohne Sorgen,
weil Liebe weitergeht, wenn Hass verweht.

Dienende Kraft

Fraktale: Karin M.
Jede Kraft und jede Energie
dient der Welt und irgendwie
meistens unsichtbar, nicht laut,
wo sie Himmelsbrücken baut
und wie Wind durch das Getreide streift,
Wohltat ist dort wo es wächst und reift.

Spielend gehn die Kräfte um mit allen,
treiben sie in Höhen, bis sie fallen
und vom Untersten nach oben streben,
singend wallend alles Schwere heben.

Energie erweckt das Totgesagte wieder,
von den Höhen strömt ihr Geist hernieder;
lässt im Bild der Auferstehung sehen,
dass wir neu geboren in die Zukunft gehen.

Erneuerung

Fraktale: Karin M.

Wie der Wind sein, der Starres lebendig macht,
der den Geist des Lebens atmend über die Erde streift,
sie in Ruhe wiegt, wenn er sanft darüberfährt,
Wurzelloses entfernt und alles Haltlose mit sich trägt in seiner Wildheit,
wirbelnd wie im Tanze,
aufbäumend zu einem Strudel beseelender Erneuerung.

Wie das Wasser sein, das durch Felsen bricht,
aus Höhen gefallen in die Tiefe stürzt vor steiniger Wand,
das auswäscht die Verkrustungen der Welt,
ungestüm rüttelt
an Blockaden, die vor rechten Wegen stehn,
zielbringend Leichtigkeit trägt wie schweres Holz,
über die Untiefen des Lebens.

Wie die Sonne sein, die gleich gültig auf alles scheint,
gleißend den Himmel malt beim Auf- und Untergang,
die die Erde streichelt mit Sonnenhänden,
sie verbrennt,
um umzuschaffen, zu erneuern,
im Sinne des Großen Geistes,
der in allem ist.

Das, was vergeht, wird auferstehn,
das ist des Lebens Sinn.

Geistige Evolution

Fraktale: Karin M.

Im ewigen Prozess,
allmählich verwirklicht,
umgewandelt
von Unwissenheit in Wissen.
Schrittweise und langsam vollzogen,
Entwicklung – Evolution der Seele,
bereit,
aufzusteigen zu höheren Stufen;
geistige Reife erlangen,
vorübergehend
in manifestierten Körpern,
gleich welchem Alter entsprechend;
Entwicklung und Entfaltung,
Wachstum und Reifeprüfung,
Bewusstsein,
nicht fixiert an Zeit und Raum,
nicht endlich
im göttlichen Plan.

Rohdiamant Seele

Quelle: Pinterest

Energie des Lebens – empfangener Teil des Geistes,
blütentreibend aus ur-ewigem Samen,
Gesichter der Seelen,
in neue Gewänder gekleidet,
individuell,
stets lernend;
verborgene Edelsteine –
diamantene Facetten am Schleifstein Leben geschliffen,
kurzzeitig ausdrucksstark im physischen Körper,
prädisponiert,
den letzten Akt in neuem Glanz zu vollziehen.

Heiliger Geist

Fraktale: Karin M.
Geist - Triebfeder der Existenz,
zeitlos, unendlich,
formt jede Manifestation des Lebens.

Schöpfer der Welten,
dem Individuum angepasstes Sein,
inkarniert in die menschliche Gestalt,
in Seelen, ohne Anfang und Ende,
zur ständigen Evolution.

Essenz des Großen Geistes,
dem ICH BIN,
der war vor den Menschen,
der nicht Erschaffene –
der immer sein wird,
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wahl-O-Mat

Richtig oder falsch?
Am Kreuz hängt die Wahl.

Wahre Größen vermissen,
Maulhelden ertragen,

Anstifter zum Falschen,
Steigbügelhalter zum Bösen;

Maskengesichter und Klugschwätzer,
Egoisten und Besserwisser.

Tauwetter für Olaf -
Besonnenheit Macher
lang währender Prozesse.

Kettenhunde -
die bellen nur, beißen nicht,
wollen nur spielen?
Wehe, wenn sie losgelassen!

Treibhaus der Ideologien,
Ort der seltsamen Auswüchse,
Heimaterde erstickend,
invasiv und gefährlich.

Unterwandern, manipulieren, täuschen -
Wurzeln des Übels.

Wählen ist Qual!

Auf- oder Abstieg -
Deutschland wählt,
ohne Gott auf dem Zettel.

Mein Boot

Quelle: Pinterest

Ich treib auf ruhiger See, andächtig unter Sternen,
erfüllt vom Glanz, des unerreichbar Fernen;
entgleite aus des Lebens Auf und Nieder,
als wären sie des Kampfes Sieger,
sind Antrieb mich zu wandeln,
in letzter Handlung selbst den Raum zu füllen,
ein Stern zu werden unter all den vielen.

Schonungslos

Ich verabschiede mich hiermit in eine Pause bis ins neue Jahr. Nach neuen Veröffentlichungen werde ich trotzdem gelegentlich schauen.
Allen Lesern wünsche ich ein friedvolles, besinnliches Weihnachtsfest!

Ein Tannenbaum
liegt schonungslos
und abgeschlagen
auf dem Moos.

Er duftet noch
nach nahem Wald;
am Boden liegt er,
tot und kalt.

Zu fernen Höhen
ging sein Streben,
in jeder Nadel
pulste Leben.

Man arbeitet
mit scharfem Beil
ganz gnadenlos
am Unterteil.

Entfernt die Zweige,
welch‘ an Tagen,
mit Sehnsucht
in den Spitzen lagen.

Kein Gelbfink,
der auf starken Ästen
im Frühling singt,
mit neuen Nestern.

Und auf dem
Marktplatz, wie im Traum,
ward aufgestellt
der Weihnachtsbaum.

Ein kurzes Glitzern,
lichterschwer,
erhellt das Dunkel,
seelenleer.

Die Herzen warm,
die Glocken klingen,
die kleinen Kinder
stehn und singen.

Und schweigend
glänzt ein Sternentraum
dem abgeschlag‘nen
Tannenbaum.

Holzstich von Hans Tegner