
muss man zusammentragen
und zu verstehen wagen,
was sie in Fetzen sagen,
mit dem Aufruf zu füllen,
die hohl scheinenden Hüllen:
Bitte nicht knüllen!
Den Sinn erfassen
oder sinnlos lassen,
dann vergessen im Stillen.
Gedichte und Poesie von Gisela Seidel über Gott und die Welt

muss man zusammentragen
und zu verstehen wagen,
was sie in Fetzen sagen,
mit dem Aufruf zu füllen,
die hohl scheinenden Hüllen:
Bitte nicht knüllen!
Den Sinn erfassen
oder sinnlos lassen,
dann vergessen im Stillen.

Ich treib auf ruhiger See, andächtig unter Sternen,
erfüllt vom Glanz, des unerreichbar Fernen;
entgleite aus des Lebens Auf und Nieder,
als wären sie des Kampfes Sieger,
sind Antrieb mich zu wandeln,
in letzter Handlung selbst den Raum zu füllen,
ein Stern zu werden unter all den vielen.
Ich verabschiede mich hiermit in eine Pause bis ins neue Jahr. Nach neuen Veröffentlichungen werde ich trotzdem gelegentlich schauen.
Allen Lesern wünsche ich ein friedvolles, besinnliches Weihnachtsfest!

Ein Tannenbaum
liegt schonungslos
und abgeschlagen
auf dem Moos.
Er duftet noch
nach nahem Wald;
am Boden liegt er,
tot und kalt.
Zu fernen Höhen
ging sein Streben,
in jeder Nadel
pulste Leben.
Man arbeitet
mit scharfem Beil
ganz gnadenlos
am Unterteil.
Entfernt die Zweige,
welch‘ an Tagen,
mit Sehnsucht
in den Spitzen lagen.
Kein Gelbfink,
der auf starken Ästen
im Frühling singt,
mit neuen Nestern.
Und auf dem
Marktplatz, wie im Traum,
ward aufgestellt
der Weihnachtsbaum.
Ein kurzes Glitzern,
lichterschwer,
erhellt das Dunkel,
seelenleer.
Die Herzen warm,
die Glocken klingen,
die kleinen Kinder
stehn und singen.
Und schweigend
glänzt ein Sternentraum
dem abgeschlag‘nen
Tannenbaum.


In Lehrsätzen gefangen,
durch Glaubensbekenntnisse und Dogmen gebunden,
durch Menschen dieser Welt verblendet,
die den Geist des Lichts benutzen,
um ihren eigenen Glanz zu erhellen
und mit spirituellem Scheinwissen prahlen,
anstatt Suchende
mit dem Wissen um alles,
was der Geist hat,
zu bereichern,
sind unwissend um ihre Einschränkung,
die nicht von Gott kommt.
Es bleiben unter den Blinden,
die eine Vision haben sollten.
Dunkelheit durch Licht ersetzen,
Unwissenheit durch Wissen,
den Müden Kraft schenken,
Durstigen zu trinken
und denen Orientierung geben,
zur Verwirklichung nach dem göttlichen Plan,
ist göttliche Macht,
die Kraft des Geistes mit offenem Herzen empfangen,
Heilung der Seele!

Wenn Menschen in die Stille gehen,
gefüllt mit inneren Gedanken,
die frei von Zeit und Raum verweht,
in Höhen schwebten und in Tiefen sanken,
und wie auf Engelschwingen
mit deren Flügelschlag im Lärm der Zeit,
um Hoffnung und Erlösung ringen,
dann schwimmen sie, vom Erdenbann befreit,
im liebevollen Meer der Einsamkeit.

Ist es der Zeitgeist, der die Menschen prägt,
der überheblich fremde Prägung wägt?
Sie, als zu leicht befunden aussortiert,
weil deren Maßstab, selbstverliebt, sich irrt.
Der Überfluss prägt Neid in dieser Zeit,
man nimmt und ist zum Teilen nicht bereit.
Es folgt ein Fluss, der Krieg und Frieden bringt -
das Volk trägt Demut, die um Wahrheit ringt.
Weltreiche gingen blind durch Wahn und Zeit,
trugen ein blutgetränktes Totenkleid.
Das Schicksal dieser Welt wird offenbar:
sie bleibt, wenn ewig Gutes Prägung war.

Tempel des Geistes,
seelenbeleuchtet,
fragile Kostbarkeiten,
physische Heimat auf Erden.
Gebilde mit vielen Gesichtern,
in kosmischen Farben erstrahlend,
erschaffen aus göttlichem Licht.
Körper – belebte Maschinen,
be-geistert, Grenzen bildend,
sensibel, vergänglich;
Leben, das Dienst ist für andere,
rückstrahlend ins eigene ICH.
Dienst ist die Münze des Großen Geistes,
seine Währung Kraft und Erkenntnis.
Ruhelose Empfänger
mit grenzüberschreitender Manie,
die dienen müssen dem Frieden
zwischen den Menschen
und dem Rest der Schöpfung;
die, gemeinsam voranschreitend,
in geistiger Wahrheit und geistiger Realität,
den Prozess der Liebe durchsetzen.

Unsterbliches Leben
in der Umlaufbahn des großen Dienstes,
mit den Mitteln,
der Fähigkeit,
den Talenten und der Macht,
die Liebe des Großen Geistes auszudrücken,
durch sterbliche Körper;
erweckt,
mit wahrem Fokus auf das Wesentliche,
zweckerfüllend dem höchsten Ziel entgegengehend.
Die Kraft des Geistes,
die frei durch uns fließt,
die so schwach erscheint im Reich der Materie,
wirken zu lassen,
denn der Geist ist Herr und die Materie ist Diener.
Der Geist ist König, die Materie Untertan.
Der Geist ist Gott und du bist ein Teil von Gott.

Gedanken folgen mir durch alle Räume, wo ich auch bin, da sind sie treu und nah; durchleben einen Tanz durch meine Träume, wenn ich alleine bin, dann sind sie da. Begleiten mich vor meines Hauses Türe, beschützend legen sie den Kreis zum Bann. Sie zünden Lichter an, damit ich’s spüre, zur Zeit der grauen Stunde, irgendwann. Sind wie Geschichten aus Erinnerungen, erzählen mir so manches, was geschah; wenn sie gar fragend, vorwurfsvoll geklungen, zünd‘ ich das innere Licht und sehe klar. Zu keiner noch so fernen Stätte sind sie Begleiter aus dem heimatlichen Raum; sie sind wie Freunde, die ich gerne hätte, in bittersüßen Zweifeln, Wahrheitstraum. Sie sind wie Blumen mir an Wintertagen, in aller Pracht erblüht, bunt, duftig schön, sie stellen mir die allertiefsten Fragen und werden in der Flüchtigkeit vergehen.