Die grüne lenzbeglückte Zeit
erwacht in warmer Sonne,
sie trägt ihr schönstes Hochzeitskleid,
beschwingt mit Glück und Wonne.
Bestickt von Farben der Natur,
in lang ersehnten Tönen,
führt eine bunte Blütenspur
zum rauschbeglückten Schönen.
Ein frisches Grün an Busch und Baum,
ein Lied in allen Zweigen,
der schwangre Lenz im Zeitenraum,
zeigt uns die Sonnenzeiten.
Die Heimat – so vertraut - sie singt;
dem edlen Klang zu lauschen,
der in die Winterseelen dringt,
wie zwitschernd Blätterrauschen.
Ostern hinterlässt ein Scheinen -
andachtsvoll, mit heil’gem Laut.
Großer Geist, durch all die Deinen,
klingt Dein warmer Liebeshauch.
Schlagwort: Frühling
Halbvergessene Lieder

Nebelbilder steigen aus den Wiesen, treiben über strauchverhangene Klüfte, tanzen, - wie auf unsichtbaren Füßen, ziehen sie durch kühle Frühlingslüfte. Über Wald und Heide klingt ein Lied, wie von tausend Federschwingen; im noch zart erwachten Sonnenlicht hört man‘s zwitschern, rufen, singen. Alte Bäume, wie sie schweigen! - Noch hört man kein Blätterrauschen. Nach des Winters rauem Treiben, gibt’s schon bald ein Kleidertauschen. Knospen grünen an den Zweigen, deren Nacktheit zart bedeckend, und die ersten Blüten zeigen sich dazwischen, an den Hecken. Droben ziehn die weißen Wolken über bunten Frühlingswiesen, auf dem Dach erzählt die Amsel, will den stillen Tag begrüßen. Singt die halbvergessenen Lieder, dringen tief in unsere Seele – jedes Jahr erklingt es wieder, aus des wilden Vogels Kehle!
Ernte des Lebens

So, wie ein Landwirt sein - ein Feld bebauen, es fruchtbar machen, räumen Stein für Stein, dem Wind, der Sonne und sich selber trauen, zum Himmel schauen und geerdet sein. So viele Ackerfelder, die als Brachland liegen, das ungenutzt unter den Steinen ruht - sie fortzuräumen und mit neuen Trieben das Feld bebauen, liebevoll und gut. Ein guter Same soll auf Äcker fallen, die wohl besät im Sonnenlicht entstehen, mit Wind und Regen aus den Himmelshallen werden sie erntereich zum Ziele gehn.
Neuland

Gebunden ist manch Land, gar regungslos im Handeln, es macht sich frei, dort neu, wo Leben lenkbar ist. Um sich zu öffnen, Falsches umzuwandeln, verlangen altgewohnte Muster Lösungsfrist. Der Wohlstand wird zum Hochmut und das Werden ein Akt von neuem Sklaventum; frei ist das Land durch wahre Helfer, gottestreu auf Erden, beherrschen alle Wildheit durch Verstand. Nicht Brücken bauen über wilde Fluten, sondern zur Selbsterlösung, aller Freiheit Mühe. Schenkt Friedensblumen ängstlichen Rekruten, zeigt ihnen Schönheit frei gewachsner Blühte. Wie die Gedanken, die man nicht bezwingt, hat jede Seele ihres Denkens Garten. Ein Land, das demutsvoll von neuem Frühling singt, dienend dem Ganzen darf es ihn erwarten.
Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen sich tiefer und tiefer ins Herz hinein, und während Tage und Jahre verstreichen, werden sie Stein. Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre, sie scheinen zerronnen wie Schaum. Doch du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum. Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle, die Welt wird ein Blütenmeer. Aber in meinem Herzen ist eine Stelle, da blüht nichts mehr.

Blütenzweige

Sonne, hinter den Wolken versteckt - die den Himmel leuchtend erhellt, wenn sie hervortritt, die dunkel verdeckt, löscht sie die Tränen der Welt. Zweige, die prächtig im Lichte erstrahlen, wenn tausend Blüten entstehen, wie sie im Sonnenlicht weiß übermalen, was bisher nur grün war zu sehen. Zartheit der Blüten – zerbrechlich und schön, flüchtig, wie Federn im Wind; im Luftzug ist es um sie geschehen, sie folgen dem ‚himmlischen Kind‘. So viele Blüten schweben dahin, bevor sie in Frucht stehn, zerfallen; nur die Erinnerung bleibt uns im Sinn: sie opfern ihr Dasein uns allen.
Bitte um Leben

Herrgott, halte Deine Hände über alle Not auf Erden, lass‘ auf eingestürzten Wänden wieder neues Leben werden! Hoffnung, unter Schutt begraben, wo das Haus stand, das geliebte. Trümmer, wo die Menschen starben und ihr Schicksal sie besiegte. Bald schon wird es Blüten schneien, die aufs Erdengrau sich gießen; lachend werden Seelen sein, die das Schattental verließen. Kahle Büsche, Spitzen schimmern - Welt wird grün in altem Lauf. Sonne wärmt im Frühjahrsflimmer kalte Erdenschollen auf. Linder Frühling, komm‘ mit Leben, schenk der Menschheit Sinn und Glanz, offenbar‘ im Aufwärtsstreben jeder Blüte, Weihetanz. Auch, wenn starke Winde knicken vieles im Vorüberwehen, Schöpfergeist im Sturm zu schicken, lässt das Brachland auferstehen.
Sonnenwelt

Du, Frühling, der die Welt belebt, lass blühen, was blühen will! Wo Gottes Geist aufsteigend weht, dort steht der Winter still. Treib Fruchtbarkeit in Raum und Zeit, blas' Tod und Kälte fort. Erwacht im Licht - empfangsbereit ist der verschlossene Ort. Wie Sand, bleibt unfruchtbar zurück, was Kälte dunkel hält. Lass wachsen in dir, zeitentrückt, die lichte Sonnenwelt.
Vorfreude
Musik: Frederick Theodore Albert Delius (1862-1934)
Bald öffnen sich die Tore… will ihn willkommen heißen, ihm ohne viel Furore im Geist entgegenreisen. Bin längst des Frierens müde, reiß alle Fenster auf, damit ein Strahl sich grübe vom hohen Sonnenhaus. In warmen Sommerhänden wiegt mich mein Traum sodann; er kommt mir sehr gelegen, damit ich hoffen kann. Dann streicheln mich die Schatten, das Dunkel schwindet schnell, Das Licht auf den Rabatten macht Taggedanken hell.
Über Nacht

Auf der Wiese, über Nacht, sind die Krokusse erwacht, und aus dunklen Erdenritzen, kriechen frische Tulpenspitzen. Blühen in vermehrter Pracht, sind vom Winter aufgewacht. Frühaufsteher singen schon, ihren wohlbekannten Ton. Auf der Erde baut sich wieder neue Nester das Gefieder, und die Sonne scheint dazu - friedlich ist die Mittagsruh. Dort im Beet die weißen Glöckchen, wiegen winterlich die Röckchen. Die Natur ist still erwacht – über Nacht.
