Oh, Jerusalem

Bildausschnitt von Greg Olsen (1958- )

Du alte Stadt,
geschichtlich warst du auserkoren,
wie schuldbeladen schwingen deine Stätten.

Der Klagen ist genug,
sie dröhnen laut in meinen Ohren!

Füllt ihr mit Frieden nicht die Mauern,
was kann euch noch retten?

Der Schrei nach den Gerechten ist verhallt
und längst verklungen.

Habt Ihr vergessen, was euch selbst bedrückte?

Es ist so, wie die Alten einst gesungen.

Liebet den Nächsten, der zusammenrückte
und seine Heimat mit den Euren teilt.

Taut euren Hass in Liebe auf – es eilt!

Ofra Haza (1957-2000)

Jerusalem aus Gold

Die Luft der Berge ist klar wie Wein,
Und der Duft der Pinien
schwebt auf dem Abendhauch.
und mit ihm, der Klang der Glocken.

Und im Schlummer von Baum und Stein,
gefangen in ihrem Traum;
liegt die vereinsamte Stadt
und in ihrem Herzen eine Mauer.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Wie vertrocknet die Brunnen sind,
wie leer der Marktplatz.
Keiner, der den Tempelberg besucht, in der alten Stadt.

Und in den Höhlen der Felsen,
heulen die Winde.
Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer,
auf der Strasse nach Jericho.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen,
und Dir Kronen zu binden,
da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder,
der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen.

Brennt doch Dein Name auf den Lippen,
wie ein Kuss der Serafim:
Wenn ich Dein vergäße – Jeruschalajim,
Du ganz und gar Goldene.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Ja, wir sind zurückgekehrt,
zu den Brunnen, zum Markt und Deinen Plätzen.
Der Klang des Schofars hallt über dem Berg,
dort in der Altstadt.

Und in den Höhlen am Felsen
scheinen Tausende von Sonnen.
Lass uns wieder hinabsteigen zum Toten Meer,
über die Straße nach Jericho.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Quelle:
http://www.hagalil.com/iwrith/jerusalem.htm
https://lyricstranslate.com

Rosenfrieden

Unsterblichkeit -Henri Fantin-Latour (1836-1904)
Wenn es Rosen regnen würde,
würde ein Blütenteppich das Heilige Land bedecken,
und mit ihrem Duft die Friedenssehnsucht
in den zerstrittenen Lagern wecken.
 
Geöffnete Himmel senden Friedensengel,
die Trauer umwandeln in Freudentränen
und freundschaftlich verbinden all’ diejenigen,
die sich trotz Niederlagen
immer noch als Sieger wähnen.
 
Würde Frieden die Zeit überdauern
und irgendwann alte Wunden bedecken,
wären Grenzen und das Machtgehabe vergessen
und Gott ließe stattdessen
Rosen erblühn an den Mauern.

Heimspiel

Nimm meinen Trost: Nicht du bist heimatlos,
das sind die andern, die des Lichts vergessen.
Ruf sie zurück! Des Vaters Haus ist groß.

<Ephides>

Heimspiel klingt im ersten Moment nach einem sportlichen Ereignis, das im Stadion eines örtlich ansässigen Vereins stattfinden soll. Dort kann man dann den Heimvorteil nutzen, denn für viele Anhänger, die einem begeistert zujubeln, siegt es sich leichter. Da schadet es auch nicht, wenn sich die Mannschaft aus Spielern verschiedener Nationalitäten zusammensetzt, die gewiss dort nicht zu Hause sind. Denen ist es ganz gleich, für welchen Verein sie spielen, wenn nur die Bezahlung stimmt. Daheim spielt man das meiste Geld in die Kassen – ganz unsentimental.

Der Geburtsort, der im Pass steht, macht noch kein Heimatgefühl. Ich denke, man ist dort daheim, wo man geliebt wird, wo Menschen sind, denen man vertrauen kann, von denen man angenommen wird. In familiären Kreisen sollte das so sein, doch oft herrscht dort genau das Gegenteil. Familie kann formend oder zerstörend sein; man findet dort entweder Zuwendung oder Ablehnung. Die Gene spielen dabei keine große Rolle. Der Körper ist nur ein Kleid. Der Geist, der darinsteckt, stammt woanders her. Man bleibt sich trotz der Blutsverwandtschaft ein Leben lang fremd. Heimat ist demnach nicht gleich Familie.

Es gibt Momente im Leben, da fühlt man sich wie ein Außerirdischer; besonders dann, wenn man nicht „dem Rudel“ folgt, sondern ganz eigene Wege geht. Nach vielen Erfahrungen kann man der weltlichen Be-geisterung irgendwann nicht mehr viel abgewinnen; dann erst wendet man sich nach innen. Die irdische ‚Schwerkraft‘ zieht so stark herunter, dass es Mühe macht, das Profane vom Heiligen zu unterscheiden. In solchen Lebenssituationen sehnt man sich eine ganz andere Heimat herbei, einen Garten Eden, ein reines, heiliges Haus…das Haus Gottes.

Die Stille ist die Heimat, aus der wir kommen, der Schoß der Mutter, in den wir zurückkehren möchten. Sie ist ein Kraft spendender Speicher, der uns die Tage leichter ertragen lässt. Wenn wir das Eins-sein mit Gott trotz der weltlichen Getrenntheit spüren, dann zieht es uns hin zur Stille. Dort können wir wieder heil und vollkommen werden.

Aber da gab es noch einen anderen Heimatlosen, vor 2000 Jahren, der von sich sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Wie mag er sich gefühlt haben? Wie einsam muss er gewesen sein; weltverlassen und doch ganz und gar vom Göttlichen… von Heimat erfüllt!

Organspende

Quelle: Pinterest

Heute schreibe ich über Gedanken, die mir schon lange im Kopf herumschwirren.

Bereits mit 26 Jahren habe ich mehrere Bluttransfusionen bekommen, weil ich dem Tod näher war als dem Leben. Das ist zwar lange her, beschäftigt mich aber trotzdem. Mein ehemaliger Chef geht jedes Jahr zur Blutspende. Ich war dort noch nie, weil meine Venen zur Entnahme ungeeignet sind. Meine Blutgruppe AB positiv ist rar und wäre dort sehr willkommen.

Der Körper als Ganzes ist nur lebensfähig, wenn genug Blut hindurchfließt. Demnach ist Blut ein lebenswichtiges Organ, das sich anderen anschließt und zu einem durchdachten Organismus erschaffen wurde – ein geschlossenes System.

Über eine spirituelle Bedeutung habe ich damals nicht nachgedacht, obwohl ich von den Zeugen Jehovas wusste, dass sie generell gegen eine Blutübertragung sind. Wohl habe ich mich gefragt. warum das so ist.

Ich dachte bisher, der Zweck heiligt die Mittel. Ein Leben retten, egal ob mit einer Blutübertragung oder dem Organ einer anderen Person, die sich damit einverstanden erklärt hat, wäre gut und richtig.

Das ganze Prozedere ist fragwürdig. Wirkt es sich auf irgendetwas anderes als den physischen Körper aus? Ja, es stört die natürliche Harmonie, die im richtigen Verhältnis zwischen Körper, Geist und Seele bestehen sollte.

Es ist nicht nur das Blut oder Organ, das übertragen wird, sondern auch das dazugehörige ätherische Gegenstück, das von dem Individuum stammt, dem es entnommen wurde. Es ist nicht nur das Blut, das gegeben wird, sondern die Bedingungen, die zum Spender gehören, und das ist nicht immer wünschenswert. Der Mensch ist ein komplexes Ganzes, in dem jeder Aspekt seines Wesens als Teil eines komplizierten Mechanismus ineinandergreift. Es ist nicht in Ordnung, dass ein Teil auf eine andere Person übertragen wird.

Wir schauen immer nur auf die gegenwärtige medizinische Praxis, und es gibt genug Beweise dafür, dass Leben durch Transfusionen gerettet werden können. Die Möglichkeit zur Blutübertragung wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts gefunden, als man die unterschiedlichen Blutgruppen bestimmen konnte, nachdem viele Menschen durch Übertragungen von Tierblut gestorben waren. Es ist eine gängige Möglichkeit geworden, Kranken zu helfen und war sicher eine wertvolle Entdeckung. Doch man sollte andere Wege suchen, die Körper, Geist und Seele mit einbeziehen.

Die medizinische Welt ist nicht unfehlbar und die Ärzte sind keine Götter in Weiß. Es gibt Heilmethoden, die den Menschen als geistiges Wesen sehen. Alle Heilung muss darauf abzielen, dass der Geist triumphiert. Der Körper existiert nur, weil er die Maschine für den Geist ist.

Organe, nur für die Reichen? Organhandel ist ein abscheuliches Verbrechen! Man sollte bedenken, dass auch unsere Kliniken davon leben, Hirntoten Organe zu entnehmen, um sie anderen Menschen einzusetzen. Man greift zu abscheulichen und unspirituellen Praktiken, um das zu retten, was man Leben nennt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel! https://initiative-kao.de/

Ich trage einen Ausweis bei mir, auf dem steht, dass ich kein Organspender bin. Das Organ eines anderen Menschen zu erhalten, lehne ich ab. Dabei nehme ich in Kauf, dass mein Leben in einem solchen Fall Geschichte sein würde.

Der Festzug der Natur wiederholt sich in jeder menschlichen Seele. Zuerst gibt es den Frühling mit dem erwachenden Bewusstsein; den Sommer, wenn die Kräfte des Menschen zu ihrem Höhepunkt aufsteigen; den Herbst, wenn das Leben zu schwinden beginnt; und den Winter, wenn der Schlaf in die müde, erschöpfte Seele kommt. Aber selbst nach dem Winter des physischen Lebens kommt der Frühling für den Geist, wenn er in einer anderen Welt erwacht, um den ewigen Zyklus fortzusetzen.

Schöpfungstage

Bild von Bela Geletneky auf Pixabay
Welt wird irgendwann vergehen
und der Mensch, wie wir ihn kennen,
wird in ungeheurer Flamme
ausgelöscht und niederbrennen.

Der aus Dunst und Staub gewoben,
spurlos ist mit ihm verschwunden,
was vor zig Millionen Jahren
einst erschaffen zum Gesunden.

An die Großen der Geschichte,
die verwüstet manche Staaten:
Seid erkannt, wie eure Frevel,
deklariert als ‚große‘ Taten!

Voll von Gräuel, blutrot vom Töten,
ist der Welt verstrickt Gewebe.
Fort muss sie, im großen Säubern,
fern von hoffnungsleerer Rede.

Himmel, DU schaust auf sie nieder:
Menschheit leistet keine Sühne,
wie beim Turmbau, der zu Babel,
wurd‘ zur mahnenden Ruine. 

Was geprägt so manche Zeit -
Reichtum herrschte und Verdruss,
unter Volksbegehr und Jubel:
Gutes mordet man zum Schluss.

Wer kann das Bewusstsein ändern?
Ist immer nur ein Mensch allein!
Geht selbstlos durch das Weltgeschehen,
der Fülle fern, scheint er nur klein. 

Gestalt als Mensch, erfüllt vom Geist,
war eindrucksvoll durch gute Tat.
Seiner Rede Weisheit lebt,
der vom Volk Gequälte starb.

Die im Bann der Welt gefangen,
gebunden sind, an beiden Händen,
sollen lichtvoll sich befreien
und der Mensch sich aufwärts wenden. 

Schöpfungsnacht hat angefangen,
es ist die siebte an der Zahl.
Gott schuf die Welt an sieben Tagen?
Was folgt danach? Hat man die Wahl?
BewusstseinsstufenBeginnInitiation
Kosmisch2011Transformation
Galaktisch1999IT-RevolutionHubble: All ist unendlich; Einstein: e=mc²
Planetar1755Industrialisierung
National3115 -10500 v. Chr.SchriftJesus Botschaft wird verbreitet
KulturSprache40 TJ v Chr.: Kunst entsteht
Menschen/StämmeMenschen800 TJ v Chr.: Der Mensch entdeckt Feuer
Anthropoide/FamilienAffenFarbsehen wird möglich
Säugetiere/Individualkomplexe Lebensformen315 MJ v Chr.: aus dem Wasser an Land
ZellulärMaterie

Schöpfungstage lt. Maya-Kalender und Bibel:
1. Schöpfungstag              Gott des Feuers und der Zeit

1. Schöpfungsnacht         Gott der Erde

2. Schöpfungstag              Göttin des Wassers

2. Schöpfungsnacht         Gott der Sonne und der Krieger

3. Schöpfungstag              Göttin der Liebe und Geburt

3. Schöpfungsnacht         Gott des Todes

4. Schöpfungstag              Gott des Mais

4. Schöpfungsnacht         Gott des Krieges und des Regens

5. Schöpfungstag              Herr des Lichts

5. Schöpfungsnacht          Herr der Finsternis

6. Schöpfungstag              Göttin der Geburt           

6. Schöpfungsnacht         Gott des Sonnenaufgangs

7. Schöpfungstag              Dualer Schöpfergott

7. Schöpfungsnacht         ? (wir befinden uns in diesem Zeitraum)

Beschattete Ruinen

Jean-Léon Gérôme (1824-1904)
Die alten Steine, sie sind längst zerfallen,
Ruinen bleiben – Zeugen ferner Zeit,
und in den teils versunk’nen Säulenhallen
durchbraust der Wind die graue Brüchigkeit.
 
Wie gierig nimmt der Mensch die Opfergaben,
und jede Mumie wird der Neugier präsentiert.
Die Totenruhe derer trug man längst zu Grabe,
der Ahnenfriedhof ist geleert, eliminiert. 

Die Sphinx, die einst das Tal bewachte,
sah all‘ das Leben und das Sterben hier.
Gesichtslos steht sie da – die Zeit, sie brachte
Zerstörung nur, besitzen wollen,Gier. 
Franz Edmund Rohrbeck (1852-1919)
So viele Menschen sind des Weg’s gegangen,
erfühlten nicht die Geister der Epochen,
als Zaubersprüche diesen Ort verbannten
und dunkle Ängste durch die Räume krochen.
 
Des Erdendaseins abgelöste Schatten
verweilen immer noch in den Palästen,
sie tanzen nächtelang auf den Rabatten,
die Totenvögel rufen laut zu ihren Festen.
 
Die Ewiglichen der vergang’nen Zeiten
begeistern noch mit ihrer Kraft;
das Wissen schafft den alten Eingeweihten
manch’ unsichtbare dunkle Macht.

Täuschung und Wahrheit

Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II- Gustave Doré (1832-1883)
Die Tempel aller Religionen dieser Welt
sind überbaut mit Falschheit und mit Lügen,
und Päpste, Priester, die betrügen,
sind Werk des Bösen und ihm unterstellt.

Das Böse wächst in manchem Herz und Hirn,
das lieblos auf sich selbst nur schauen kann.
Es fordert Menschenopfer dann und wann,
lässt blind und folgsam in die Irre führen.

Das Fundament des Glaubens war errichtet
auf Gottvertrauen, Wahrheit – liebevoll;
Scheinheiligkeit hingegen forderte ihr Soll,
die Kirchen sind sich selbst, nicht Gott verpflichtet.

Gigantisch, das System der Religionen,
es wird nie ungeschehen sein, was Lügen zeigen kann;
der Teufel „Mensch“, gefolgt von Hass und Wahn,
in einem Fegefeuer, wo sie selber thronen. 

Was Menschen vor Jahrtausenden erschufen:
Ein Schreckgespenst aus Opfern, Krieg und List,
und der mit päpstlich zugestandenem Maßstab misst,
der war zum Völkermord mit Glorie berufen. 

Des Menschen freier Wille kann zerstören,
verwirrt so manchen Geist in tödlicher Manier.
Doch das Gesetz des Großen Geistes hier,
wird dem Aspekt der Wahrheit angehören. 

Die Zeit der Theologen geht vorüber.
Was Religion bis jetzt verbarg, es kommt ans Licht;
was edel schien, erscheint in stumpfer Sicht
und Lichtgestalten werden zu Betrügern.

Naturgesetze

Quelle: Pinterest
Gott ist Gesetz! Es herrscht auf dieser Welt.
Nichts, was Sein Auge nicht erfasst,
nichts, dass man Ihm verborgen hält;
Es ist in jedem Tun des Schauens stiller Gast.

Denkt an die Ewigkeit, nicht nur an dieses Leben;
beachtet Stoff und Geist, in ihrer Vielfalt Sinn,
denn sie sind Eins – ein unteilbares Streben,
Gesetz gemäße Reaktion auf Geist und Ding. 

Wer folgt der Kraft des Geistes, überwindet,
denn jede Hürde dieses Lebens ist genommen,
wenn man aus falschem Tun den Ausweg findet,
den Fortschritt sieht, mit dem man neu begonnen. 

Gott ist in uns, in jedem Menschenleben -
wo die Materie unbemerkt den Geist verdeckt.
Göttlich sind wir – nach der Idee gegeben,
die Ihm gemäß in allen von uns steckt.

Die Welt des Stoffes - „menschlich“ ist ihr Name,
die Welt des Schöpfergeistes – in Gesetzes Hand;
im Menschen selbst, des Großen Geistes Same -
die Ihn in Frage stellen, haben Ihn verbannt. 

Wir sind nicht von der Welt und unser Streben
soll wohl in ihr Gesetz im Glauben haben,
damit charakterfest wir danach leben,
göttlich zum Teil, mit Geist bewussten Gaben.

Warum lässt Gott zu, dass …

Bild: K. Milde

Wer dem Großen Geist Vorwürfe macht, zweifelt an dessen Vollkommenheit!

Sobald ein Mensch geboren wird, erhält er Beistand von seiner geistigen Führung. Aber manchmal ist es dem Geistführer verboten, zu helfen. Das tut ihm mehr weh als dem Leidenden. Aber es ist Gesetz, dass nicht immer geholfen werden darf. Es ist der Kampf des menschlichen Geistes, den er alleine durchstehen muss. Ansonsten wäre das ein Eingriff in den freien Willen des Menschen. Er muss selbst entscheiden, was er tun oder lassen will.

Das Leid ist eine Art von Problemlösung. Sie holt aus dem Menschen heraus, was in ihm steckt. Die Art, wie Probleme gelöst werden, unterliegt der geistigen Entwicklung, die im Laufe des Lebens immer weiter fortschreitet. Der Geist entwickelt sich nicht, wenn das Leben leicht läuft und reibungslos, sondern wenn man Hürden überwinden muss. Hürden können Süchte sein, wie das Rauchen oder die Trunksucht. Aber es gibt noch viele andere Dinge, die der Mensch voll Begeisterung erleben will. Jede Sucht ist eine große Hürde, die eine starke Willenskraft braucht, um sich davon abzuwenden, um frei zu sein. Wenn man damit aufhört, ist es, als hätte man selbst einen Film angehalten und ab dem Tag der Suchtfreiheit dessen eigenes Ende neu gedreht, weil sich alles änderte.

Die geistige Welt versucht uns die richtige Richtung zu weisen, wird jedoch niemals in die Entscheidungen der Menschheit eingreifen. Das wäre das Umgehen des Prinzips und Teil des Naturgesetzes „Säen und Ernten“.  Die Menschen müssen lernen, es zu akzeptieren und danach zu leben. Das göttliche Werk zeigt, dass alles in seiner geordneten Abfolge geplant ist. Die Gesetze des Großen Geistes sind unerbittlich und vollkommen in ihrer Bestimmung.

Das, was geerntet wird, zeigt das, was zuvor gesät worden ist. Das Saatgut wird immer seiner eigenen Art entsprechend sein. Es folgt dabei den Naturgesetzen. Die Wissenschaft versucht die Natur- und Pflanzenwelt ertragssteigernd zu manipulieren, indem sie ihr Gen-Technik aufzwingt und die Welt der Insekten zerstört. Alles hat Gott in Harmonie erschaffen. Töten wir das Eine, stirbt auch das Andere.

Das gilt auch für das menschliche Leben. Selbstsucht wird dessen Folgen tragen müssen. Wer sich an der Natur oder an anderen Menschen versündigt, muss die Folgen ernten. Wer intolerant ist, wird die Folgen der Intoleranz ernten.

Das Gesetz ist unumstößlich, das Gesetz ist unabänderlich. Es gibt keine religiöse Übung, keine Hymne, kein Gebet, kein heiliges Buch, das sich einmischen und die Abfolge von Ursache und Wirkung verändern könnte. Die Wirkung folgt der Ursache mit methodischer und mechanischer Gewissheit, und niemand hat die Macht, ob er Priester oder Laie genannt wird, diesen natürlichen Prozess zu stören. Wer das Wachstum des Geistes wünscht, muss die Art von Leben führen, die allein das spirituelle Wachstum gewährleisten kann.

Der menschliche Geist wächst durch Toleranz, Freundlichkeit, Sympathie, Liebe, Dienst am Nächsten und gute Taten. Um diesen Charakter zu bilden, ist es nötig, den göttlichen Geist im täglichen Leben zu manifestieren. Menschen müssen sich davor hüten, einen negativ handelnden Geist anzunehmen, der unfreundliche Gedanken hegt, Gedanken des Hasses, der Bosheit, der Rache und des Egoismus. Denn dann werden sie selbst Opfer sein und dafür den Preis zahlen.

Vergängliche Freude

Quelle: Pinterest
Vergänglich ist Begeisterung auf Erden,
sie rinnt wie Sand durch eine Uhr der Zeit.
Die Freude wird vergehen und Trauer werden,
wie Tod und Leben bis in Ewigkeit.

Das Glück im Leben, es ist kurz bemessen,
bald schmeckt es schal – ein fadenscheinig‘ Ding.
Hat nie die Dauerhaftigkeit besessen,
weil es am irdenen Faden Hoffnung hing. 

Die Welt ist Material, gemacht aus Leben;
gefüllt mit Seelen, die hier Fleisch geworden sind.
Doch jedes Inkarnieren wird sie quälen -
wenn sie das ‚andere Reich‘ verlassen, sind sie blind. 

Lasse die Kräfte frei, die dich hier binden,
dann bist du ungebunden frei in deinem Sein.
Nur so kann Freude dich auf ewig finden,
Himmel und Erde sich in dir vereinen.