Wie du dich plagst im körperlichen Leid,
wie du sie liebst, die ungestüme Freud,
wie du den Tag in Schweigen hüllst,
und deine heißen Tränen stillst.
Seh im Gesicht, die Blicke, stumm,
in der die Frage furcht: „Warum?“
Verstehst nichts von der Erde Not,
nur deine. - Was das Leben bot,
war dir willkommener Genuss;
verzichten ist der letzte Schluss.
In körperliche Starre geht
die arme Seele, die versteht:
belebt wird sie vom Lebensgeist,
bis er sie in die Schranken weist.
Er flieht aus ihr, allein die Hülle
bleibt in der Erde dunklen Fülle.
Das Lied der Todgeweihten kennen,
die hier im Lebenslicht verbrennen,
sich phönixgleich vom Grab erheben,
in neuem Klang, zu neuem Leben.
Fühle berührungslose Nähe,
distanzlose Gedanken,die,
würdest du sie sehen,
wie dornenlose Rosen,
duftend um dich ranken.
Bruchteile von Sekunden,
mit einem Lächeln lieben –
so seelentief verbunden,
als stünd’s in einem heil’gen Buch geschrieben,
mit tausend Zauberworten,die,
wenn sie ausgesprochen an geheimen Orten,
die Herzensflammen bis in Ewigkeiten brennen ließen,
und dort verweilend,
würden sie den Jüngsten Tag begrüßen.
In den Unendlichkeiten
würden sie die neuen Morgen kränzen,
als kleine Sterne,
funkelnd, an den fernen Himmeln glänzen,
und sich, wie unsichtbarer Liebesregen,
auf die Geschöpfe dieser Erde legen.
Ahnst du mein unsichtbares Wangenstreicheln,
fühlst du die fessellosen Bande?
Möchte’ gerne deiner Seele schmeicheln,
bin ich doch deinen Weg zu glätten außerstande.
Das Grün in diesem Land ist blass, befleckt,
dem Wachstum fern, im Wintergrau verblichen;
das kahle Astwerk, das sich in die Lüfte streckt,
ist wärmesuchend vor dem Frost gewichen.
Wie ein Chamäleon, bereit für neue Farben,
liegt es getarnt, das Kolorit verdeckt;
fast unsichtbar, die Haut mit Kältenarben,
geduldig, tief im letzten Schnee versteckt.
Das Leben haucht im Atem feuchte Wärme,
im Februar klopft ein eisig‘ Kälteherz,
erstarrt ist die Natur in Sonnenferne,
am Winterende pflügt der Monat März.
Dann bricht hervor aus dunklen Erdenschollen,
was in der Tiefe längst im Kern geboren,
und aus naturbedingtem heil‘gem Wollen
treibt es hinaus am warmen Frühjahrsmorgen.
Die vielen Stufen, wie sie mich rufen!
Das Menschsein ertragend, den Aufstieg wagend,
muss ich sie gehen, um zu verstehen.
Die Höhen erklimmen, Erkenntnis erringen,
am Gipfelkreuz stehen, die Erde besehen:
verschleierte Wahrheit, vernebelte Klarheit.
Mensch, von Dämonen besessen, Natur vergessend,
vom Ego beschwert, lieblos abgekehrt von gnädiger Güte.
Die göttliche Blüte der Liebe empfangen, Demut erlangen!
Kein Auge um Auge, nicht Zahn um Zahn –
verzeihen, vergeben in Rückschau und Leben,
nicht vom Hass zerfressen, sich selbst vergessen.
Der Körper vergeht, nur die Liebe besteht.
Im Wiederfinden die Einheit verbinden,
wenn aus dem Berg der letzten Sicht, das Edelweiß bricht.
Ein reicherer, schönerer Ort, gerecht durch höheres Wissen, ausgegossen aus dem Füllhorn leibbefreiter Wesen, die Quelle der Kraft und der Zuversicht in Gott suchen,
Frieden und Ruhe finden und in den Gesetzen des Lebens die Harmonie, Kummer und Angst besiegen und durch Trost ersetzen.
Das Licht der Wahrheit wird in der Finsternis des Verstandes leuchten, wo Unwissenheit herrschte, wird das tiefere Erkennen erwachen.
Gesundheit wird Krankheit vertreiben und der göttliche Geist, der im Menschen ist, wird sich ausdrucksvoll zu erkennen geben;
die Prüfungen des Lebens werden sein, wie ein Gang durch den Park, mit sprudelnden Brunnen darin, als Reservoir des Geistes.
Der erschaffene Mensch, als Idee Gottes, war das Muster der Vollkommenheit.
Er ist immer noch da, verdeckt, latent, unaussprechlich, und wartet darauf, zu größerem Ausdruck vollendet zu werden.
Ins irdische Geschehen geboren,
mit einem Bild, das längst umrissen,
musst ernten, was moralverloren,
du einst gesät im Ungewissen.
Fügst ersten unbeholfnen Schritten
in Freiheit Licht und Schatten ein;
dem schicksalhaften Weg entglitten,
wird zwingend eine Wandlung sein.
So ist die Freiheit deines Weges
ein Akt, der einen Ausgleich sucht.
Aus Geisteswelt hast du’s errungen,
weil dich ein neues Leben ruft.
Trittst durch das dunkle Tor der Stille,
geboren, blind und ahnungslos.
Aufwachen, Träumer! Es ist eigner Wille.
Ändern des Schicksals - dein Erdenlos.
Die Welt, in der wir leben, ist wie ein fremdes Reich,
wir sind dem fernen nah, das nicht dem uns’ren gleicht.
Schau nicht die ‚Schattenpflanzen‘, sie nähren sich im Hass,
es strahlen Sonnenaugen, wenn sie die Sanftmut fasst.
Fremd, das Getragenwerden im warm getränkten Strom,
der auf den Sonnenwegen in reinen Herzen wohnt.
Die sich wie Unkraut breiten, im Dunkeln, übers Land;
sie werden bald vergehen, zum kalten Tod verbannt.
Dort, wo der Strom der Sonne, das Licht der Liebe speist,
vergehen alle Schatten und alle Kälte weicht.
Es scheut das Licht der Liebe, wer tief im Dunkeln lebt,
weiß nichts von fernen Höhen, wohin die Seele strebt.
Bist Fremder dieser Welt, auch in der Heimat Land,
der Mensch ist heimatlos, der keine Liebe fand.
In wechselnden Dingen erhebt sich mein Leben,
tief unten, noch atmend, die Ströme der Nacht;
begraben vom Alltag, vom endlosen Streben,
tief müde geschlafen, die Tage vollbracht.
In unergründlichen Tiefen geschwommen,
verwurzelt gehört, den unendlichen Klang.
Von fernen Welten ein Rufen vernommen,
ein Erwachen des Geistes im Körper begann.
Ich spürte die Liebe der Heimat mir sagen,
dass Leben ein Gipfel ist, den man besteigt,
ein endloser Weg, zwischen Hoffen und Wagen,
der von Gipfel zu Gipfel in Kreuzwege zweigt.
Den geraden Weg mag ein jeder Mensch finden,
die Dornen zu räumen, ist Lebenspflicht;
zu gehn ohne Angst, zu höheren Gründen,
zu Welten aus Liebe, Gottvertrauen und Licht.
Ein Ort, der sich in Tälern weitet,
in bunte Düfte legt das Land
und über Wiesen Zauber breitet,
mit Sonnenschein als zartes Band.
Ein Meer, das unergründlich tief,
trifft Schaum gekrönt das feste Land,
das mit dem Sturm die Wellen trieb,
an einen ihm bestimmten Strand.
Ein Heim, das Zuflucht ist und gut,
wie Feuer, wärmend im Kamin.
Ein Mensch, der gerne Gutes tut,
für Gotteslohn, ohne Gewinn.
Ein Leben, wie die ranke Rose,
die unermüdlich aufwärts strebt.
Nicht, wie die schöne Herbstzeitlose,
die giftig auf der Erde steht.
Ein Kind, das Liebe und Vertrauen
mit auf den Weg ins Leben nimmt,
wer darauf lässt sein Dasein bauen,
bleibt auch im Alter noch ein Kind.
Ein Mensch, der voller Seelennöte
den Ruf des Großen Geistes hört,
der im Geleit der Himmelsröte
ihn voll Vertrauen heimwärts führt.
EIN Gott – ruf ihn mit einem Namen,
den du im tiefsten Herzen kennst;
und auch den andren geb‘ dein „Amen!“,
sie sind durch Ihn, wen du auch nennst.
Macht diese Welt von Teufeln leer,
schwingt fleißig eure Besen,
dass sie bekehrt, vom Falschen her
gesäubert, wird genesen.
Breitet den lichten Teppich aus,
lasst Augenblicke strahlen,
damit in diesem Erdenhaus
die Liebe wächst an Zahlen.
Tanzt einen Reigen mit der Zeit -
sie macht schier große Schritte;
der edle Geist der Einigkeit
erleichtert hohe Tritte.
Bereitet Mensch und Tier ein Haus,
in wohl willkomm’nem Rahmen,
hört im erhabenen Applaus,
wie Himmel uns umarmen.
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