Wünsche

Ich möchte dich in meinem Arm halten,
dich warm halten, damit du nicht frierst.
 
Ich möchte dich am Morgen wach küssen,
den ersten Gedanken fangen, den du verlierst.
 
Ich möchte dich an die Hand nehmen,
und dich führen, auch auf dunkelstem Pfad.
 
Ich möchte dir stets der Weg sein, der bequeme,
den du gerne gehst, auch auf steinigem Grat.
 
Ich möchte, dass du Vertrauen setzt,
blind, in all meine Worte, mein Tun.
 
Ich möchte, dass dich niemals mein Wort verletzt,
du sollst immer am Herzen mir ruh’n.
 
Ich möchte dir Liebe sein, wie ein Gebet,
das dich mit den Himmeln versöhnt.
 
Ich möchte dein Trost sein, so quälend erfleht,
der dich streichelt und mit Sonne verwöhnt.
 
Ich möchte dein Tag sein, dein Abend, deine Nacht,
die Geborgenheit, die dich ins Bett gebracht.
 
Ich möchte dich tragen und streicheln im Leid,
keine Angst soll dich plagen, bis ans Ende der Zeit.

So nah und doch so weit

Besonnte Dorfstraße mit Kirche – Barend Cornelis Koekoek 1803-1862

Ach, würd‘ die Welt doch singen,
bis in den lichten Tag,
in Harmonien klingen,
wie’s Herz und Seele mag.

Ach, würd‘ die Welt genesen,
mit vogelreichem Sang
und Wahrheit uns erlösen,
ein ganzes Leben lang.

Ach, wär doch endlich Stille
und Ruh auf dieser Welt.
Nur Gutes tun, der Wille,
ein Dasein ohne Geld.

Ach, wäre doch schon Frieden,
Gesundheit ohne Leid.
Die Lager voller Blumen
und Kinder voller Freud.

Ach, schmerzte nicht das Sehnen
nach der Vergangenheit…
mit allen Lebensplänen –
so nah und doch so weit.

Meinem Sohn

Zu Gott-Engel mit Kind – W. von Kaulbach 1805-1874

Wie gerne würd’ ich dich beschützen,
dich weiter tragen durch dein Leben,
doch würde es dir wirklich nützen,
könnt’ ich dir ständig Hilfe geben?

Du drehtest aufstieglos im Kreise,
weil du nicht wächst und nicht veränderst,
und deine wohl bequemen Gleise
nicht in die richt’ge Richtung wendest.

Kein Ehrgeiz drängt dich, keine Kraft,
die dir die Stärke gibt zum Handeln;
doch nur dein eigner Wille schafft
den Aufstieg, wird dein Schicksal wandeln.

Ich wünsch’ dir Glück und Gottes Segen,
für alle Schritte, die du gehst.
Fang’ endlich an zu überlegen,
wie du dein eig’nes Leben lebst!