Hörst du es schwingen,
leise fließen,
sich unaufhörlich
in den Raum ergießen?
Vernimmst du auch
der Schwingung sanftes Hallen,
Töne in Dur mit kurzen Intervallen?
Ein glockenklarer Klang
breitet sich aus
und Seelenfrieden
fließt durchs ganze Haus.
Vermagst du auch das heil’ge Singen hören,
so, wie von wunderbaren Engelchören?
Dann schließe deine Augen fein
und atme tief die Liebe in dich ein.
Fühlst mit dem Himmel dich verbunden,
in gottesnahen Kuschelstunden.
Schlagwort: Engel
Dornenlose Rosen

Engel der Weihnacht,
lassen Harmonie vom lichten Himmel rieseln,
mit Schneeglanz in den weißen Flügeln.
Aus unbekanntem Land der Leidenslosen
weben sie Rosen ins Erdenkleid,
so mancher Dorn wird Menschen Leid.
Doch jedes Leid schwingt höher, reiner –
im Weltendunkel sehn sie’s nicht,
und wo der Mond die Schatten flicht,
sind sie längst dazu ausersehen,
einmal im Blütenschmuck zu gehen.
Die Güte Gottes schenkt am jüngsten Tag
ein dornenloses Kleid zurück,
dem Leid entwachs’ne Himmelsrosen
gehoben in das Land der Leidenslosen.

Der Engel

Im Glitzerkleid sah ich den Engel fliegen,
wie tausend Glühwürmchen im Abendfrieden.
Ich sah ihn im Prunkgewand alter Romanzen,
wie Meteoriten, glühend, um Monde tanzen.
Es entstanden im Klang, wie von Tamburinen,
gold-strahlende Himmel mit Baldachinen.
Ein kraftvolles Wesen, wie ein Atom,
verbunden mit des Schöpfers ewigem Strom.
Der Cherub schwebt schweigend am Himmelsort,
wie mit glühendem Schweif – dann ist er fort.
Doch ließ er der Welt goldne Träume hier,
Sternschnuppen Wünsche erfüllen sich ihr.
Engelsflügel

Wenn eine Sehnsucht weint,
ein Haus im Schatten steht,
geht dort mit mildem Licht,
ein Geist, der Sorgen trägt.
Und jedes müde Herz,
von diesem Geist erhellt,
versteht mit einem Mal
die Spaltung dieser Welt .
Geduldig schweigt er,
trägt sein Leid auf Erden
bis in den Abend,
ohne Aufbegehren.
Der Himmelsfrieden
fließt herab von fern,
versinkt in Träumen,
wie ein Hoffnungsstern.
Sein zarter Glanz,
ein Hauch nur, nur ein Schein,
will leiderfüllten Menschen
Liebe sein
und Hoffnung
über alle Trübnis breiten.
Geister der Nacht
mit Engelsflügeln gleiten.
Schicksal

Fühle mich innerlich wie neu,
geboren aus Schmerz und Hoffen.
Das kleine Glück, es blieb mir treu:
Gott ließ mir ein Stück Zukunft offen.
Der Tod grub schon an meiner Grube.
Darf mich nun auf den Frühling freuen.
Da wird der Sonnenstrahl zum Schube
und lässt den Lebensmut erneuern.
Die kleinen Dinge meines Lebens
war’n immer wichtiger, als große.
Kein Tag des Daseins war vergebens;
oft fiel ich aus dem weichen Schoße
der Engel, die mich sanft belehrten,
ertrugen meine Menschlichkeit.
Sie, die sich opfernd nie beschwerten,
sie hoben mich durch manches Leid.
Nun taste ich mich durch die Tage.
Manches, das aussteht wird verwunden.
Und wird auch manche Zeit zur Plage,
ich freue mich auf jede Stunde.
Schutzengel

So fremd sind uns historische Epochen,
so grausam das Geschehen mancher Zeit.
Ein Lidschlag war’s und 100 Jahre krochen,
so wie ein Windhauch durch die Ewigkeit.
So manche Seele hat die Zeit verschlungen,
doch auch so viele neu der Welt geboren,
und immer hat der Mensch danach gerungen,
den Gott zu finden, den er glaubt verloren.
So viele Hilfeschreie in der Not durchdrangen
den Schleier dieser andren Dimension,
wo Gottes Helfer menschlich wehes Bangen
in Freude wandeln, nur für Glaubenslohn.
So geht der Engel, der dich freundlich leitet,
von Ewigkeit zu Ewigkeit mit dir;
schützt deine alte Seele Flügel breitend,
und bist du einsam, steht er vor der Tür.
So trägt er für dich manche Daseins-Bürde,
und oft trägt er auch dich auf seinem Rücken;
als wenn die Liebe niemals enden würde,
baut er dir ständig neue Himmelsbrücken.
Mond

Verweile lautlos am Zenit der Ewigkeit,
begleitet nur vom Widerschein der Sterne,
versunken tief im Meer der großen Einsamkeit,
getrennt von Zeit und Raum, den Welten ferne.
Anfang- und endlos dreh’ ich meine Kreise,
erhelle sanft die Nacht mit fahlem Licht;
Mondengel leiten meine stumme Reise
solange bis der nächste Tag anbricht.
Engel

Gehalten von des Mondes fahler Stille,
erhellen sie die dunkle Schattennacht,
in holden Häuptern ruht ein großer Wille,
der Gottes Liebe zaubergleich entfacht.
Sie bringen Mensch und Welt den rechten Glauben,
das Schwert der Wahrheit liegt in ihrer Hand;
so wie der Wein entsteht aus reifen Trauben,
streu’n sie die Blüte „Seligkeit“ aufs weite Land.
Sie legt sich bunt auf graue, triste Mauern,
bedeckt das Übel dieser alten Welt;
vorbei der Schmerz, vergessen ist das Trauern,
wenn auf die Seelen helles Leuchten fällt.
Der Himmel lässt die Geigen hell erklingen,
ein feiner Ton entrinnt dem stummen All.
Hört ihr von fern die leisen, sanften Stimmen?
Bald klingen sie gewaltig, überall!
Gott reicht uns durch die Engel tausend Hände,
gibt Zuversicht, die unser Tröster sei;
wer danach greift, die alte Wahrheit fände;
sie wandelt Angst in Mut, den Tod in Gaukelei.
Mit weiten, unsichtbaren, goldnen Schwingen,
entfernen sie den bösen Geist der Zeit,
wenn sie der Welt Wahrhaftigkeiten bringen,
sieht man durch ihre Augen Ewigkeit.
Sie sind dir nah; schließ deine Augen, spüre!
Mit dem Geschenk der Liebe steh’n sie dort;
warten schon lang auf Einlass vor der Türe,
lass’ sie hinein, schick’ sie nicht wieder fort.
Sie bringen dir die Wahrheit deines Lebens,
sie zeigen freudig dir den heil’gen Gral;
suchtest du Lebenssinn bisher vergebens,
wird die Erleuchtung folgen, überall.