„Selig, die nicht sehen und doch glauben!“,
Heilands Worte trägt der Hoffnungswind.
Was im Menschen nebulös im Staube,
ist, das Gut und Bös Geschwister sind.
Sind erschaffen, um uns Licht zu bringen,
in die Seelen den Bewusstseinsschein;
doch Erleuchtung wird uns nur gelingen,
wenn wir zweifellos die Angst befreien.
Schwarzer Trauerflor liegt auf den Kriegen,
die wir jeden Tag im Leben führen,
können nur den eignen Drang besiegen
und den Sieg in unserem Glauben spüren.
Sehn den Strahlenglanz des Osterlichtes,
wie es leuchtend uns die Einsicht bringt,
von der Auferstehung nach dem Tod berichtet,
Jesus, selbstlos, ohne Furcht, für andere ringt.
Es ist nötig, dunklen Hintergrund zu formen,
der die Schönheit hebt, erhellt die Sicht;
dunkel eingerahmt, die Lebensnormen,
wie ein Kirchenfenster strahlt im Licht.
Wunderland ist diese Welt,
magisch, wie Märchenfeen,
in der ein Zauber uns erhellt,
mit stetem Vorwärtsgehen.
Unendlich sucht die Ewigkeit
in Träume einzuweben,
sie trägt uns bis zum Rand der Zeit,
in der wir sterbend leben.
Das Morgenrot besiegt die Nacht -
ich hör‘ sie singend schwinden;
mit neuer Lebenszauber-Macht
wird uns die Zukunft finden.
Durch einen Zauberstab erweckt,
wo Wünsche Sterne sprühen,
wird Geisteskraft, die in uns steckt,
mit neuem Leben blühen.
Welt liegt im Dunkeln, ruht in schwarzen Schatten; nirgends ein Sternenfunkeln, und über den Rabatten lasten die alten Flüche, im Niemandsland, da weint die Psyche ängstliche Tränen.
Wie man sich ohne Mutterseele ganz alleine fühlt, so wie ein Sandkorn, das vom großen Meer umspült, bleibt einsam man im Innern, nur Liebe kann im Außen dann verringern, wonach wir lebenslang uns sehnen.
Alleine wir uns oftmals wähnen in unsrer Lebensschlacht, wenn sie uns unerwartet Leiden schafft und Herzen kalt zu Stein erstarren lässt, stehn wir trotz aller Seelenqualen felsenfest, empfangen selbst die ärgsten Hiebe für etwas Liebe, die oftmals, eh‘ sie überhaupt begonnen, schon bald zerronnen.
Doch ist die Nacht auch dunkel, voller Sorgen, vertraun wir auf den fernen, lichten Morgen, den wir mit Glauben, Hoffnung, Liebe füllen werden, so schaffen wir Verschmelzung schon auf Erden, mit dem wir geistig uns verbinden können.
So, von der unsichtbaren Welt begleitet, dem eignen Willen folgend, werden wir geleitet; gehn zwar alleine durch des Lebens Wüstenschwüle, am Ende dann, gelangen wir zum Höchsten der Gefühle.
So flüchtig, wie die Liebe hier auf Erden war, so währt in Ewigkeit sie gottesnah!
Wenn man vergleicht, was unvergleichbar ist,
sucht man im Gegenstück sein eignes Ich zu sehen.
Das Leben ist Vergleich und man wägt ab,
um auf der Lebensbühne zu bestehen.
Doch alle Gegensätze dienen nur dem Ganzen,
ist von der Schöpfung ein gewollter Akt,
lässt funkensprühend eine Zweiheit tanzen,
die in Verschiedenheit nicht existieren mag.
Erfahrungen im Leben sind Aromen,
die wohl dosiert das Dasein schmackhaft machen;
doch würde stets dasselbe darin wohnen,
dann gäbe es kein Weinen und kein Lachen.
Und gäbe es nicht Licht und Dunkelheit,
nicht Liebe oder Hass, nicht Tod und Leben,
dann hätten Tag und Nacht dasselbe Kleid,
dann würd‘ es keine Unterschiede geben.
Wie kann die Seele zu sich selber finden,
wenn kein Vergleich entscheidend ist;
bewusst erst im Erkennen zu verbinden,
was gut und schlecht erscheint im wahren Licht?
Am Anfang war das Nichts,
verborgene Göttlichkeit,
die große Kraft des Lichts –
unendlich, ohne Zeit.
Des Universums Saat
wurde geplant erfüllt,
wirkte in Wort und Tat
ein schicksalhaftes Bild.
Sein Plan, der existiert,
den niemand kennt und ahnt,
der alles Leben führt,
das sich im Schicksal bahnt.
Von größter Macht gelenkt -
kein Zufall, Gottes Plan;
vom Schöpfer reich beschenkt
ist unser Lebensgang.
Ein Fingerzeig besitzt
des Geistes Instrument -
wie ein Gedankenblitz,
der leitet, hilft und lenkt.
Es ist der Seele Gang,
die weiterstrebt und ringt,
die von Gethsemane
in die Verklärung dringt.
Reißt Erdenmauern ein,
und unterm Schutt der Zeit,
findet sie sich und drin
entdeckt sie Göttlichkeit.
All die lauten Stimmen meines Lebens
sind erstickt in meiner Einsamkeit.
Übertönt habt ihr mein Weiterstreben,
verschüttet meiner Seele Weg im Leid.
Habt mir betäubt das innere Bestreben,
mir fremdgeworden war mein eignes Ich;
ich hörte nicht die Stimme auf den Wegen,
die allerinnerst leise zu mir spricht.
War eingehüllt von wirrem Unvermögen,
wie ein Paket, das mir das Leben schnürt;
ich sah nur das, was täglich mir geschehen -
es brodelte in mir, stets ungehört.
Das Schicksal drängte mich in Einsamkeiten,
sie ist ein heilig Trost und still Erweckerin.
Gab mir die Kraft, den Ansporn, fortzugleiten,
durch alles Übel, das den Tag umfing.
Ist in mir Licht – es glättet alle Falten,
zeigt mir den Ausweg aus dem Niemandsland;
versteht mit ruhiger Hand mein Herz zu halten,
im Stillesein zu segnen, was ich fand.
Den Weg des Mühsals und des Leids zu gehen,
sich auf dem Weg des Kummers selbst zu finden,
die Dunkelheit, die um uns ist, erleuchtend sehen
und ewige, spirituelle Wahrheiten ergründen.
Das Leben plätschert oft dahin und lenkt uns ab
und was es gibt, sind materielle Dinge,
die zieht die Zeit ins dunkle Erdengrab;
nie hat der Mensch gedacht, dass er verginge.
In leeren Hüllen liegt der Menschheit Plan,
war schmerzhaft Vorbereitung, ein Geschenk,
und unter fremdem Wissen fängt man an,
erfüllt zu sein, mit einer Kraft, die lenkt.
In Harmonie lebt dann die Seele auf der Welt
und drückt sich aus in Geistesgaben;
kein Streben mehr nach Überfluss und Geld,
nur ihr Geburtsrecht fühlt sie, kostbar und erhaben.
Sie teilt den Reichtum ihres Wissens, denn wer will,
kann gleich, wie sie, den Weg der Schönheit gehen,
mit würdevollem Glanz geadelt sein,
um die Gesetze Gottes zu verstehen.
Den Boden bereiten, die Fruchtbarkeit lösen,
Bedingungen schaffen, die notwendig sind,
damit auf den bloßen Häuptern des öden,
die Schollen erwachen durch Sonne und Wind.
Ist wie ein Mensch, der die Welt nicht versteht,
damit den Geist und das Wachstum hemmt;
sieht, wie auf Erden das Leben vergeht,
wenn er sich gegen die Göttlichkeit stemmt.
Der Ur-Keim ist da, vom Schöpfer gepflanzt -
hat Wachstum nur in fruchtbaren Reihen;
bestellt den Boden, dann wird hier mit Glanz
und wachsender Schönheit das Blühen gedeihen.
Steinmetz-Bruderschaftsrelief auf dem Quatuor Coronati- Fries in Florenz. – Quelle: Pinterest
Ein Leben lang bin ich der Bildner,
der meiner Seele Form verleiht;
am Anfang war ich wie ein Wilder,
das Ungestüme brach die Zeit.
Sie glättete die neuen Wege,
machte sie gangbar, sandte Licht;
das hell mir schien auf jene Stege,
die zu mir raunten: „Geh sie nicht!“
Zeigten ein Bild der Menschenbrücke,
die schnell zerbricht, bei jedem Schritt;
ein Trugbild, das mit List und Tücke
verleitet in den Abgrund glitt.
Und plötzlich war ich erdentbunden,
hob ab, ganz körperlos und frei,
ich schwebte durch Jahrhundertrunden,
sah meiner Seele Konterfei.
Der Traum war mir ein milder Schimmer,
in dem mir Gott den Meißel bot.
Ich bilde jeden Tag noch immer
mein Seelenbild – ganz ohne Not.
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