„Was die Leute sagen werden?“ -
Mitbestimmer mancher Mächte.
Wer denn wohl die „Leute“ sind,
sind es Feinde, sind’s Gerechte?
Überzeugungsstarke Kämpfer,
sind sie aufrecht, Führer, Ringer,
oder gar die Übermächte
herdeninstinktiver Bringer?
Sind’s die lärmend, lauten Vielen,
wirren Moden unterlegen,
die zuwider den Gesetzen,
herrschen in Gesellschaftsspielen?
Sogenannte „Feine“ spotten
hinter Oberflächlichkeit und Häme;
oder sind es die Kollegen,
die vor Vorgesetzen ‚krochen‘?
Diese Münder, lass sie reden,
weich nicht ab von deinen Wegen.
Weh, der Rückgratlosigkeit!
Trete falschem Tun entgegen.
Flammarions Holzstich – erstmals erschienen in L’atmosphère, Paris 1888, als Illustration zu La forme du ciel im Kapitel Le jour
Der Ur-Grund unbegreiflich sich verschließt,
obwohl des All-Bewusstseins Wissen in uns fließt;
die Wissenschaft, im Grunde weiß sie nichts,
weil täglich Neues im Bewusstseinslicht,
weil die Erforschung, die ein ständig‘ Streben,
nur tote Dinge schaffen kann, kein Leben.
Der Mensch kreiert sein eigenes Gesetz,
das sich dem Ursprungswillen widersetzt.
Verbirgt sich nur die trügerische Welt des Scheins
im Bild des materiellen Seins?
Göttlich, erhaben, war der Sinn;
der Mensch – erschaffener Geist, Beginn;
in zweigeteilter* Gier nach Neuem, das „Es werde!“
„Adam“, der Mensch, gebildet aus der Ackererde.
Die körperliche Welt ist endlich, wird zu Staub,
ihr Geist ist ewig, wie der Lebensbaum, stets neu belaubt.
Er steht in Ruhe, friedlich, kahl und winterstill,
er weiß ums Auferstehen, wenn‘s der Frühling will.
Hebräisch: „Adam“ (אָדָם ʼādām) = Mensch, „Adama“ (אֲדָמָה ʼǎdāmāh) = Ackererde *Adam und Eva = zweigeteilt
Missgestaltet, wer zertreten ist im Leben;
unter harten Schritten, die vernichten,
liegen sie zu Boden, sind zermalmt,
wie ein Gewächs des Weges,
unbeachtet von der Welt
im Schmutz zertrampelt,
vor der Blütezeit.
Harte Sohlen ließen keine Sonne,
kein Erwecken, kein Gedeihen;
abgestorben, die zerstörten Seelen -
zerdrückte Lebenskraft, am Boden festgepresst
und in sich selbst verkrochen,
wie stumpft geworden in Gleichgültigkeit.
Erstickter Keim,
der nach Fruchtbarkeit strebte,
doch außer Leid nichts fand als Tragik und Verdruss.
Sich ausgeschlossen fühlen ist ein Drucklufthammer,
von außen eingedrungen in den Kern des Lebens.
Entgottet ist die kranke Zeit, erschauernd.
Hört, wie in sternenlosen Heimwehnächten sie schreit und schreit!
Der Klang der Zeit ist hart;
der ‚Großen‘ Resonanz,
von Ruhm erfüllte Macht,
die durch die Feuer tanzt.
Verbrannt sind Empathie,
zu fühlen anderer Leid.
Zu Asche und zu Staub
verweht das Demutskleid.
Wer einen Namen hat,
dem teuer war sein Ruhm,
bezahlt mit seinem Blut.
Gierig des Molochs Tun!
Er selber zog die Kraft,
wie ein Vampir aus Leben,
die Geister, die er rief,
beherrschen all sein Streben.
Persönlichkeiten schwinden,
das Heil siegt sanft und mild.
Ein edler Seelenspiegel,
zeigt nicht des Ruhmes Bild.
Der Mensch ist heimatlos und elend hier auf Erden, wenn er, wie ausgestoßen, in der Fremde lebt. Es trieb in Hoffnungslosigkeit und Not sein Werden, als vom Geburtsland er in andere Kulturen strebt.
Sein letztes Hab und Gut gibt er den Schleppern, Familienbande lässt er hinter sich zurück, um Glück zu finden, fern von Not und Neppern, ein Stück vom Kuchen finden, nur ein Stück.
Hin zu den Wohlbehüteten und Satten, bei vollen Tafeln in beheizten Stuben, zu all den Ehrsamen, den Tugendhaften, die an Verbrechen Hungriger sich nie versuchten.
Aus Ländern, die wir aus Prospekten kennen, zu denen die Touristen Urlaubsreisen machen, kamen sie her, die wir die Fremden nennen, die sie als armes Volk beäugten und begafften.
Niemand hat Recht, Verzweiflungstaten anzuprangern, Urteil zu sprechen über all die Heimatlosen, sie wissen mit der neuen Not nichts anzufangen, wenn Wellen im Behördenwahnsinn tosen.
Pharisäisch scheint das Treiben an den Tischen; die Stirne aufrecht tragen sie, die Harten, denen, die ihre schweißbedeckte wischen, verzeihen sie nichts; der gilt schon, weil er schwarz ist, als missraten.
Sie straucheln, die Verelenden im Lande, ihr Pfad ins Glück ist eine Straße ohne Licht. Auch wir sind Fremde, die ins Leben fanden, dem Wohlstand dienen wir, dem Geld, der Pflicht.
Wir alle sind die Heimatlosen hier auf Erden, irdische Gebundenheiten lösen, ist der Sinn, von Süchten frei, zu reifen und zu werden, in grenzenloser Welt, seit Anbeginn.
Musik, du liebliche, bist Träger der Gedankenströme,
die aus mir fließen in die noch vorhandene Zeit,
und wie von weit erklingen unbekannte Töne,
die tief im Seeleninnern mir zum Lied vereint.
Hör es im Schlafe, singend, traumbeladen;
es teilt den Vorhang, öffnet, lässt mich sehen,
lässt Bilder aus dem Jenseits meiner Seele tragen,
die tief verschlossen ewig mit mir gehen.
Nur durch den Lichtstrahl eines edlen Fühlens,
das mehr als nur der bloßen Form entspricht,
die ohne Geistesinhalt, leer, die Normen trüben -
teilt sich der Vorhang, der sonst schwer und dicht.
Im feinstofflichen Reich der Geistesschäume,
zerfließen alle Formen wie in bunten Dünsten,
sie flammen auf, erlöschen, werden Träume -
als inneres Sehen lichter Nachtgespinste.
Mich streift der schwarze Vogel der Vergangenheit, berührt mein Herz und wo Gedanken meine Seele schrecken, da ist’s wie ein Erkennen, ein Erwecken, denn sie gehört zu mir für alle Zeit.
Zur Bildung war mir Leid der Lehrer; bei jedem Fehltritt schmerzte es in dunklen Zeiten. Doch nur um diese Schwärze einst in goldnen Glanz zu hüllen, zur Blüte meiner Seelenbildung.
Wurde mir Kunst, den rechten Schritt zu finden; das rechte Handeln wurd‘ in mir zur Religion.
Es gilt, die Welt im Gleichgewicht zu halten, damit sie nicht aus Takt und Rahmen fällt, und jede Krankheit kann Geschichten malen, ist Ausdruck menschlicher Missachtung der Natur;
Erde ist Schule – das Leben schreibt die Noten, gute, schlechte, für eine aus dem Takt geratene Partitur.
Man lernt nur durch Vergleiche, die man findet. Erfahrungen von Licht und Schatten, Krieg und Frieden. Wir wählen zwischen Gut und Böse, lieben oder hassen, versuchen zwischen Schmerz und Hochgefühl, den rechten Weg im Seelenkampf zu wählen.
Auf dieser Erde wird es nicht gelingen, Vollkommenheit zu finden, die global uns Frieden gibt. Wir können nur im eignen Ich beginnen, den Käfig öffnen, damit der schwarze Vogel endlich von uns fliegt.
Im Osten geht die Sonne auf -
was, wenn der Pol einst bricht?
Die Welt verändert ihren Lauf,
verkehrt ihr Angesicht.
Was jetzt noch grün, wird Wüste sein,
manch Land liegt dann verborgen;
fallen erst Wasserfluten ein,
erscheint die Welt von morgen.
Versunken ist die reiche Welt,
der Menschen Not wird nichtig.
Der Polsprung will vollzogen sein,
der Neubeginn wird wichtig.
Vertraut ist, wie die Welt sich dreht,
in Menschenmacht ertrunken,
das Chaos wird hinweggespült -
mit ‚Mann und Maus‘ versunken.
Nur Wenige, die überstehen,
Veränderung und Wandel,
die Erde wird sich weiterdrehen,
bringt Mensch und Art den Wandel.
Die Sonne geht im Westen auf,
das Alte ist vergangen;
die Welt erscheint in neuem Licht,
so, wie sie einst empfangen.
Das Sein für Andere öffnen,
für deren Glück sich freuen,
dem Seelensturm begegnen,
am Schiff der Anker sein.
Die vielen Leben tragen,
wie Perlen an der Schnur;
des Geistes Zierde sein,
auf dessen Daseins Spur.
Nach vielen Einbahnstraßen
den Weg zum Ziele finden,
trotz aller Erdenqualen
mit Liebe ihn ergründen.
Bosheit und Lügen lösen,
wenn sie das Dasein knechten;
den Ausweg aus Gefahren
in Treu und Glauben rechten.
Als neue Sonne sehen,
was schleierhaft verdeckt;
das Licht im Innern fühlen,
von ihrer Kraft erweckt.
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