Der lange Weg, er teilt sich in der Mitte Und jeder Abzweig strebt ins Nirgendwo. Du wähltest deinen Weg, mit festem Schritte, längst bist du weit von mir, im Irgendwo.
Hast ein Kleinwenig noch am Horizont gestanden. Hast deinen Kopf nach mir gewandt ein letztes Mal. Als meine Hoffnungen mit dir im Nichts verschwanden, hab ich geweint in langer, stiller Qual.
Du ließest mich zurück. Im Alltagstreiben war mir dein Leben völlig abgewandt. Wenn tausend Dichter ‚schön’ von Liebe schreiben, dann haben sie die unsre nicht gekannt!
Was mir ein Glück zu sein schien, war kein Segen, es war nur Illusion, ein Tränenhort. Die spülten wie ein sintflutart’ger Regen all unsre Herzverbundenheit hinfort.
Die ‚kalten’ Augen wähltest du! Die warmen sind doch längst trüb geweint, vom Gram ganz alt. Du lässt dich von Erinnerung umarmen und willst nicht sehn: Die Gegenwart bleibt kalt.
Noch fühlen wir Gedanken. – Sie vergehen! Erinnerung verblasst – der Weg ist weit! Und unsre Liebe blieb am Wegkreuz stehen, bald liegt sie tief unter dem Schnee der Zeit.
Irgendwann, da werde ich dich fragen. Fern noch liegt der Tag in grauer Zeit. Irgendwann in jenen Frühlingstagen, wählst du für uns zwischen Glück und Leid.
Wirst du bleiben oder trennt für immer deine Wahl uns, ohne ein Zurück? Bringt mein stärkstes Hoffen nimmer wieder mir das größte Lebensglück?
Wirst du gehen, niemals wiederkehren, wenn dein Mund die letzte Wahrheit bringt? Nur mein banges Herz wird aufbegehren, wenn meine Seele mit dem Teufel ringt.
Löscht du die Sonne mir in dieser Welt, bleib ich alleine, hier, in meiner Einsamkeit. Wenn hinter dir der schwere Vorhang fällt, wird sich das Sterben zeigen, vor der Zeit.
Denn mit dir geht all meine Kraft, mein Heil, du trägst in deinem Herzen meinen Geist, wie einen Schatten – deiner Seele Teil, der mit ihr durch die Ewigkeiten reist.
Du bleibst die größte Liebe meines Lebens, verblasst ist nur der öde, äußre Schein; er trug den Glanz des Wollens, nicht des Gebens; die falschen Hoffnungsschimmer trübten ein.
Du warst die Andacht, ich der Wahrheitsfinder, der sich im Nebel stets im Kreise dreht. Um dich der Hauch der Reinheit; Seelenbinder warst du, den ich mir einst von Gott erfleht.
Die Trauer ist der dunkle Dieb des Lichtes, sie nahm mein Innen – ich versink in ihr. Tief auf dem Todesgrund in mir gebricht es. Was wärmend dich und mich einst band, gefriert.
Ich schüttle ab die schweren Kälteschauer, doch greift die kalte Hand erneut nach mir. Sie reißt mich mit, ich treib in hoffnungsloser, grauer Vergessenheit. Nichts führt zurück zu dir.
Wie soll ich deine Augen je vergessen? Wenn ich hineinsah, fühlte ich das Glück! Die Sehnsucht hat mein krankes Herz zerfressen. Kein weher Wunschgedanke bringt dich je zurück.
Auch, wenn ich des Vermissens stille Qualen noch immer leide…mehr, mit jedem Tag, muss ich auf schwarzer Leinwand fremde Bilder malen, weil ich das Bild von dir nie wieder denken mag.
Wenn ich es denke, bricht mir dein „nicht Wollen“ mein Herz in stiller Seelenqual. Du fehlst! Das neue Jahr begann mit Donnergrollen. Wird es mir Tage bringen, die du nicht beseelst?!
Mein Alles warst du – ich war nur die Schwere, die Last, die auf dir lag und die dich bitter machte. Du wolltest Ruhe, tauschtest Liebe ein, in Leere. Wortlos gingst du! Ob es dir Frieden brachte?
Ich gab die Hoffnung auf – sie starb und doch… sitz’ manchmal ich am Fenster, schau hinaus. Gleich kommt er um die Ecke, denk‘ ich noch, dann seh‘ ich dich im Geiste: meine Maus.
Kurz streichle in Gedanken ich dein Haar, fühl dein Gesicht für einen Augenblick. Doch schon beim nächsten Wimpernschlag ist klar: Es war nur Illusion…und doch mein ganzes Glück.
Manche Träume, die träumt man allein, des Abends bei flackernden Kerzen, manch eine Treue ist leider nur Schein, die Wahrheit erkennt man mit Schmerzen.
Manch einen Wandel durchlebet die Zeit, was gestern geglänzt, steht durchrostet. Schnell friert die Liebe im eisigen Kleid, Wärme von einst ist durchfrostet.
Vermeintliches Gold wird zum wertlosen Tand, blättert ab von brillanter Attrappe. Nimmt dem Edlen das Feine, die entblößende Hand, wird das Hartgold zur biegsamen Pappe!
Manch eine Liebe ist Alltag und Pflicht, manch eine bringt Wachstum und Segen. Gefühl und Vertrauen, wenn beides bricht, sinkt die Sonne im Schatten des Regens.
Ich schau zum Himmel… wie das Wolkenband entschwebt, so, wie die Zeit entgleitet, und die Gedanken suchen ihren Weg zu dir, fern bist du mir, so, wie die Schäfchen dort am Firmament.
Ich trage dich in meinem müden Herzen, wie ein Beben, das mich erweckt und fühlend macht, im Schmerz. Der Tag vergeht, so, wie das Wolkenband entschwebte, doch du bliebst fern mir.
Oh, so dunkel wird die Nacht! Die langen Stunden waren voller Schweigen, gefüllt mit Sehnsucht bin ich, wie ein Schwamm, mit Bitterkeit. Ich resigniere an der Welt, am Leben, wo ich die Liebe suchte, fand ich Leid.
Frank William Warwick Topham (1838-1924) – Der zerbrochene Krug
So viele Tränen hab ich geweint, zu Hause in dunkelster Stunde. So viele Verse hab ich gereimt, sie tragen des Leids bittre Kunde.
Vergeblichkeit spür’ ich, in all meinem Tun, bei Tag und bei Nacht in den Gliedern. Meine zerbrochene Seele muss ruhn. Gabst meinem Gefühl kein Erwidern.
Mit vollen Händen stand ich vor dir, gab dir mein Herz, unverwunden. Du hast’s genommen, doch was gabst du mir: Nur ein paar gestohlene Stunden!?
Brachte der Wahn nach vermeintlichem Glück, nur Illusionen und Träume zum Blühen, lass’ ich mit bittrer Enttäuschung zurück, all’ meine Hoffnung, mein Mühen.
Alles im Wandel! Die Gegenwart rinnt wie feiner Sand durch die Hände, auch, wenn das Sehnen tief in mir brennt, so fühl ich doch: Es ist zu Ende.
Wieder hat meines Schicksals Geschick ein bittres Kapitel geschrieben. Die Zeit begräbt mein scheinbares Glück, ich werd’ von ihr weiter getrieben.
Lange noch sucht die Sonne vergebens, einen Weg, durch die Wolken zu scheinen. Solang’ der gänzliche Sinn meines Lebens, ist, deinen Verlust zu beweinen.
Vier Wände um dich, Mauern, meterdick, sie lassen mir kein Licht, nichts dringt zu mir, das Dunkel weicht mir nicht ein kleines Stück, verschlossen bleibt zum Herzen deine Tür.
Wo sonst Gefühl, klafft unverhüllt ein Nichts, ein Schweigen, das sich an den Mauern bricht. Wo sonst die Leidenschaft fast nie erlischt, treibt nun ein kühler Wind mir ins Gesicht.
Wie sehn ich mich nach deinem lieben Wort, nur sachlich schreibst du mir aus deiner Welt, als ob die Frau an deiner Seite ahnt, den fremden Ton, der auf die Tasten fällt.
Versteckt, verborgen in der Illusion, im Labyrinth des ewigen Verzichts, als ob die Liebe hier der Schlüssel ist, doch oft passt er zu deinem Herzen nicht.
Verschließt du dich vor mir geh ich zurück in mein verlass’nes Tal der Einsamkeit. Begleitet hast du mich ein kleines Stück, auf meinem Weg durch meine Dunkelheit.
Wo sich Geist und Geist berühren, rinnt das Öl ins Wasser. Fremdheit weicht, die du verspürt‘, Grenzen werden blasser. Cremig, der Zusammenschluss, fließendes Verbinden. Suchend wendet sich das Muss hin zum Wiederfinden.
Zeit an Zeit, gereift, gelebt – Göttern gleich geborgen. Sehnsucht hat ins Herz gewebt, was du einst verloren. Nun entdeckst du einen Drang, den du schon vergessen, und dein Herz wird still und bang: Hattest längst vergessen!
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