Du Blütenpracht, die du gen Himmel strebst, wächst weit hinaus aus deiner Vasen-Gruft, obwohl du wurzellos in stillem Wasser stehst, ringst du mit letztem Drang nach Lebensluft.
Noch ist dein Grün so frisch und deine Blüten prahlen, nur ein paar Tage schmückst du diesen Raum, doch dann zerfällt dein lebensfrohes Strahlen, und schnell vergeht der erste Frühlingstraum.
Möcht’ einen Blütenkranz dir binden für dein Haar, mit wilden Wiesenblumen weiß und grün verschlungen; er soll dein Antlitz schmücken, mild und wunderbar, vom Frühlingsnahen wird schon leis’ gesungen.
Der Wind, er fegt mit kalter, starker Hand den letzten Rest des Schnee’s über die Auen. Schon ohne Frost, frei, ruht das weite Land, die Blumenwelt darf aus der Erde schauen.
Die bunten Köpfe lugen keck hervor, die Vögel ringsum fröhlich tirilieren, die ganze Welt klingt wie ein großer Chor, kein Herz will nun noch einsam sein und frieren.
Frühling in Oberweimar – Johann Carl Buchholz (1849-1889)
Mit tausend Blütenblättern hast du über Nacht ein weißes Leuchten in die Welt gebracht. Des süßen Kernes lockender Genuss strömt in den lauen Tag – ein stiller Gruß von aller höchster Stelle, denn von der Himmelsschwelle leert Gott ein Füllhorn aus, und die Natur, sie malt mit bunten Farben ein duftig‘ Frühlingsbild daraus.
Streust dich wie Himmel aus, mit Zauberhand, und wo du jemals hast geblüht, da strahlst du immer wieder; es legen sich mit dir die alten Lieder, die mir aus meiner Kindheit wohl bekannt, so adelsblau aufs frühlingsschwere Land und bringen jedes Jahr Erinnerungen wieder.
Wenn warm die Sonne durch die Wolken bricht und will der Welt die ersten milden Strahlen spenden, streckt sich der Mensch wie eine Blume nach dem Licht, der Kälte müd’, wird er sich zu ihr wenden.
Wenn Räder, bunt, im Winde drehen, wenn unsre Lebenslust erwacht, wenn sanft die milden Lüfte gehen, Natur sich streckt nach langer Nacht;
wenn sich die Erdenporen weiten, erwartungsvoll im Morgenlicht, und durch der tiefen Nebel Breiten, die Sonne durch die Wolken bricht;
wenn aus den harten Erdenritzen, die Pflanzenwelten aufwärts streben, und bunte Frühlingsblumen-Spitzen die Erde auseinander heben;
wenn Vögel wieder Nester bauen und in der Morgenfrühe singen, wenn tausend Augen Wunder schauen, dann wird die Frühlingszeit beginnen.
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