Kunst ist es nicht nur jenen zu gefallen, die tiefen Sinn hinter der Hülle sehen; betrachtend steht manch 'Weiser‘ in den Hallen und deutet, was selbst Künstler nicht verstehen.
Kopfschüttelnd runzelt mancher seine Stirne - „Ein Kunstbanause!“, kritisieren die Experten, und viel zu Reiche zahlen, was die Künstler-Hirne durch Anderssein und Kritzeleien verzerrten.
Ein Künstler ists, wenn sich des Kunstwerks Hülle in wundersamer Schönheit selbst erklärt, wenn sich sein Werk in bloßer Herzensstille mit einem Seelenblick durch Liebe nährt.
Meine Gedanken, sie laufen weit fort von der Gegenwart getrieben, fern, so fern ist mein liebster Ort, gestorben all meine Lieben.
Auch Vater, der in mir Übles sah, das er lieblos großziehen musste, ist in den Gedanken an gestern da; wie durch mich seine Ablehnung sprosste.
Mutter seh ich am Bügeltisch, am Herd, an der Nähmaschine; von ihr lernte ich vieles und sicherlich, wie man den Gatten bediente.
Auch das Ertragen lernte ich hier, wenn Vater mich schlug, bis aufs Blut. War doch nur wie ein geduldetes Tier, und das nur, wenn es wortlos ertrug.
In der Elternschule hab ich gelernt, den Männern das Recht zu gewähren, „Me too“ von heute lag damals fern, Frau war schuld an des Mannes Begehren.
Für Minirock und Make-up der Zeit habe ich Prügel und Schelte bezogen. Erstes Schminkzeug und das ‚schreckliche Kleid‘ sind in den Müll geflogen.
So kämpfte ich dort wie ein Pionier, doch die Zeit schien so lang und die Jahre. Es trieb mich die Angst um mein Leben von hier, was mich vor dem Hass meines Vaters bewahrte.
Ein letztes Mal Vater beim Mittagschlaf sehen, um dann eilig davonzuschleichen. Ich seh mich noch zitternd am Hoftor stehen, um vom Ort meiner Eltern zu weichen.
Die Amsel singt, so wie an allen Tagen, des Sommers Hitze hat sich abgekühlt, der Morgen kommt und mit ihm alle Plagen, die Schlaf beraubt der wache Körper fühlt.
Da sitzt man wie vor tiefem Schweigen, die Wände atmen aus, was sie bedrückt; man starrt darauf, als würden sie sich neigen, sind ohne Worte nah herangerückt.
Sie tragen in sich viele Taggedanken, die schwerer lasten als so mancher Stein, als ließen sie die stärksten Mauern wanken, dringen sie seelentief ins Mark hinein.
Wird morgen noch die Amsel singen, wird lieblich sein, des Tages Sonntagskleid? Was werden uns die nächsten Stunden bringen, wird Freude sein im trüben Licht der Zeit?
Ich habe mich dazu entschlossen, eine kurze Pause zu machen. Meine „Batterien“ sind leer.
Vielen herzlichen Dank an alle, die meinem Blog folgen und mitlesen, liken und so fleißig kommentieren. Danke auch für alle Eure tollen Beiträge, die ich weiter mit viel Freude verfolgen werde. Genießt die sonnigen Tage in vollen Zügen. „Gottes-Bilderbuch“ ist immer für Euch geöffnet.
Der Sämann bei untergehender Sonne – Vincent van Gogh (1853-1890)
Einst streute ich Samen auf Himmelswiesen, gar prachtvoll und bunt war das Blühen, und zwischen den wachsenden Paradiesen, sah ich Engel Freude versprühen.
Auch streute ich tote Saat auf die Fluren, der Wind trug sie in dunkle Welten. Verloren das Leben in all ihren Spuren; nichts konnte zum Keimen verhelfen.
Ich säte Samen der Liebe auf Äcker, die karg und verdorben mir schienen. Doch seht nur, die Saat war ihr sanfter Erwecker, denn die Liebe ging auf in ihnen.
Dem Hass und der Wut war das Feld bereitet durch mich; fegte fort das mit Liebe Gesäte. Wie Unkraut wuchert das Übel, verbreitet sich tückisch, verdarb Saaten und Beete.
Manch bittere Saat konnte Wurzeln schlagen, war in meinem Lebensacker das Amen. Nun leb’ ich auf ihm, ernte all seine Plagen und weiß, ich selbst legte den Samen.
Mit dem, was ich säte in vergangenen Zeiten, bin ich in dies Leben gegangen. Meinen Lohn für Saat und Ackerarbeiten werde ich einst zur Ernte empfangen.
Du Zeichner Zeit, wie malst du mein Gesicht? Ich schaue in den Spiegel und erkenn mich nicht.
Wer bist du, dort im Glas, so fremd und deformiert? Ist DAS mein Konterfei, das gerade ungeniert mir in die Augen blickt?
Ein körperlicher Überrest im Zerrspiegel der Zeit - glaubtest, die Leichtigkeit der Jugend sei ewige Unvergänglichkeit.
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