wirbelt aus Tiefen
in den Himmel hinein,
unsichtbar,
belebt den Atem der Welt.
Tanzt mit wilden Gebärden,
wie Herbstwind, der unbändige.
Ruhelos treibt er hinauf und hinab
wie die Geister, die wandern.
Nimmt Altes mit sich,
schafft Platz für neues Leben -
den Wandel der Zeit!
Interpret: Rudolf Schock Chorgemeinschaft Siegburg 1862 Studio-Orchester Köln Dirigent: Fried Walter
Abend wird es wieder
über Wald und Feld,
säuselt Frieden nieder,
und es ruht die Welt.
Nur der Bach ergießet
sich am Felsen dort,
und er braust und fließet
immer, immer fort.
Und kein Abend bringet
Frieden ihm und Ruh',
keine Glocke klinget
ihm ein Rastlied zu.
So in deinem Streben
bist, mein Herz, auch du:
Gott nur kann dir geben
wahre Abendruh'.
Gott zu bitten im Gedränge
hoffender Versammlungsmenge,
nicht in Kirchen, andren Stätten,
wo sich Mensch an Menschen ketten.
Unnütz wird die große Zahl
Worte plappern ohne Wahl.
Einst erdacht und komponiert
in Gemeinden eingeführt,
sollen Anmut sie verströmen,
Worte soll’n mit Gott versöhnen,
demütig um Hilfe bitten,
wenn des Volkes Macht entglitten.
Was ursächlich Menschen tun,
dessen Wirkung gibt kein Ruhen;
Menschen Macht ist wirkungslos,
Kausalität dagegen groß.
Nach Handlung ist man oft der Dumme,
es folgt als Resultat die Summe.
Naturgesetze hier auf Erden,
sind festgeschrieben und erklären,
kein Mensch entzieht sich deren Macht,
sind von der Schöpfung selbst erdacht.
Kein Wort kann lindern im Gebet,
die Wirkung, die im Raume steht.
Die Nachtwandlerin – Maximilian Pirner ( 1854-1924)
Der Traum ist dein Teil, nicht das Wachen,
durch Silbergewässer dein Nachen
trägt rosenbekränzt dich zurück.
Wenn morgens die Sterne verblassen,
dann gehst du durch irdische Gassen
und freust dich am irdischen Glück.
Wie wenige wissen vom Träumen,
wie viele verwundert dein Säumen
und dass du es dennoch erreichst,
dass Sonne wie Wolken dich segnen,
dass Wunder dir lächelnd begegnen.
Sie wissen nicht, wie du uns gleichst,
uns heiteren Traumlandgefährten,
die wir unsern Schutz dir gewährten,
dich sandten, mit Rosen bekränzt,
im Lande der Wachen zu sagen,
wie reich deine Traumgärten tragen,
bis Wachen und Traum sich ergänzt.
<Ephides>
Aus dem Film „Avatar“ – Der Baum der Seelen (Na’vi: Vitraya Ramunong) ist ein Baum auf Pandora und der heiligste Ort der Na’vi.
Einsam steht er,
wie ein ‚Baum der Seelen‘
leuchten seine weiten Zweige.
Drehen sich zur Erde,
fortgesetzt und tanzen,
schimmernd ist ihr sanftes Strahlen.
Heilig ist sein Ort
wo Ewigkeiten überdauern,
und die Seelen der vergangenen Zeiten
wiegen sich im Schutze seiner Krone;
hoch gewachsen stößt er an den Himmel,
sammelt Kräfte, niemals endend.
Erkenntnis-Lichter zünden an ihr Leuchten,
immer wieder die Verwandelten empfangend,
die körperlos und schwerelos geworden.
Lass von der Liebe dich krönen,
schau auf die Zeichen der Sterne und ihre Gesetze.
In der Welt diene IHM;
nimm dein Leben und lerne
schwerelos sein schon auf Erden,
um verwandelt in Himmeln zu tanzen.
Aus Wasser und Geist geborene Form.
Vom Gedanken zum Wort;
vom Ur-Klang bewegte
Schwingung des Seins.
Aus dem Nichts geborene Vielfalt.
Od von Erde und Wasser.
Erschaffenes Leben,
beseeltes Wunder.
Frucht vom Baum der Erkenntnis.
Bewusstes Dasein und Wahl.
Mensch sein heißt
folgen der göttlichen Ordnung.
Vom geistigen Tod zum Leben;
aus der Bewusstlosigkeit zur Erleuchtung.
Erhöht zur Auferstehung
durch göttliche Gnade und Plan.
Ihr nehmt zum Bau des Tempels kalte Steine, aus Splittern fügt Gedankenmosaik der eine, Gigantenblöcke türmt der andre auf.
Doch Gottes Tempel ist das warme Leben, sein Atem der Geschöpfe Jauchzen und Erbeben, sein Wirken der lebendige Verlauf!
Er ist das Feuer in Myriaden Flammen, die lodern müssen, weil sie seinem Licht entstammen, bis sie der Sehnsucht goldne Glut verzehrt. – –
Wer Stein zu Stein fügt, wird IHN nie ergründen. Die GOTT-Erkenntnis kommt als Blitz – Und kommt zu zünden! Gib dich der Flamme! und die bist verklärt.
Rosenzeit ist bald gekommen,
wachsen blütenschwer und rein,
und im Innern duftet’s milde,
Blatt für Blatt will innig sein.
Dornen reißen manche Wunde,
sitzen tief wie Lebensschmerz;
sind des groben Leichtsinns Kunde,
brachen Rosenpracht und Herz.
Alte Narben für die Tränen,
deren inn’rer Brand gestillt,
waren Ausgleich für das Schöne,
das im Augenblick gefühlt.
Und es reihen Kletterrosen
sich wie Wunden, dicht an dicht.
Ranken wie die Schwerelosen,
binden Dunkelheit an Licht.
Alles Dasein ist ein Streben,
auch wenn unsre Blüten fallen
und des Strebens Lohn ist Geben,
Rosenteppich breitend allen!
Gemälde von Sir John Everett Millais (1829-1896) Jeanne D’Arc starb am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen
Aus „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich von Schiller
Seht ihr den Regenbogen in der Luft?
Der Himmel öffnet seine goldnen Tore,
Im Chor der Engel steht sie glänzend da,
Sie hält den ewgen Sohn an ihrer Brust,
Die Arme streckt sie lächelnd mir entgegen.
Wie wird mir – Leichte Wolken heben mich –
Der schwere Panzer wird zum Flügelkleide.
Hinauf – hinauf – Die Erde flieht zurück –
Kurz ist der Schmerz und ewig ist die Freude!
Albert Lynch: Jeanne d’Arc. Titelblatt von „Figaro Illustré“, 1.4.1903 (Ausschnitt)
Das edle Bild der Menschheit zu verhöhnen,
im tiefsten Staube wälzte dich der Spott,
Krieg führt der Witz auf ewig mit dem Schönen,
er glaubt nicht an den Engel und den Gott,
dem Herzen will er seine Schätze rauben,
den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben.
Doch, wie du selbst, aus kindlichem Geschlechte,
selbst eine fromme Schäferin wie du,
reicht dir die Dichtkunst ihre Götterrechte,
schwingt sich mit dir den ewgen Sternen zu,
mit einer Glorie hat sie dich umgeben,
dich schuf das Herz, du wirst unsterblich leben.
Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen
und das Erhabne in den Staub zu ziehn.
Doch fürchte nicht! Es gibt noch schöne Herzen,
die für das Hohe, Herrliche entglühn.
Den lauten Markt mag Momus* unterhalten,
ein edler Sinn liebt edlere Gestalten.
*griechischer Gott der Satire und Spott
Schiller setzte sich auseinander mit der gotteslästerlichen und verhöhnenden Satire „Voltaire - La Pucelle d`Orléans“
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