Der Teufel und der Reichtum der Welt

KI generiert

Wir leben in Zeiten, in der sich die Welt auf allen Ebenen schnell entwickelt, es scheint, viel schneller als vor etwa 70 Jahren. Aber tut sie das zum Guten?

Gleichzeitig verändern sich unsere Vorstellungen von Tradition und Innovation. Die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung erfordert Offenheit und die Bereitschaft, vertraute Muster zu hinterfragen. In diesem Spannungsfeld entsteht Raum für neue Ideen, die nicht nur die Vergangenheit respektieren, sondern auch die Zukunft gestalten. So wird der Übergang zwischen Alt und Neu zum Motor für gemeinsames Wachstum und kulturellen Vielfalt.

Da ist er wieder, der Baum der Erkenntnis, von dem ich schon oft geschrieben habe. Es ist der Baum, der viel Frucht macht in jeder Beziehung. Er stellt die Welt mit ihrer Pracht dar und die Vielfalt, die wir Menschen geradezu anbeten, wie in einem riesigen Supermarkt, in dem wir alles kaufen können, was das Herz begehrt.

Die Bibel erzählt die Geschichte vom Teufel, der Jesus nach vielen Tagen Wüstenaufenthalt in Versuchung führen will. So nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!

Was würde passieren, wenn wir aufhören mit der Menge zu laufen und uns gegen den Zeitgeist stellen? Man stelle sich vor, man würde inmitten einer 100köpfigen Menschenmenge laufen, davon sind möglicherweise 70 Personen dumm, 10 bloße Mitläufer aus Bequemlichkeit oder Angst, 10 weitere wären böse und der Rest versucht sich gegen die Masse zu stellen. Wer stellt die eigentliche Gefahr dar, die Bösen oder die Dummen? Sicher wird es einen Bösen geben, der die 70 Dummen manipuliert. Mit diesen Dummen kann man nicht reden. Sie sind demnach viel gefährlicher.

In einer solchen Gefahr befindet sich unsere heutige Gesellschaft. Sie bringt durch Internet und Handy-Konsum Abgründe und Verborgenheit zum Vorschein, nämlich Verlogenheit, Heuchelei, Hässlichkeit und Gier.

Mit diesen Dingen muss ein anders erzogener Mensch heutzutage fertig werden. Als ob die Dinge nicht öfter mit uns fertig würden, als wir mit ihnen!

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Scheidungsrate erhöht. Sprache und Schrift der Kinder werden reduziert. Man telefoniert nur noch ungerne. Die echte familiäre Kommunikation wurde durch Emojis und kurzen Sätzen in WhatsApp ersetzt. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer stillen sozialen Manipulation, die denkende Köpfe in Unterhaltungskonsumenten und solide Familien in selbstsüchtige Individuen verwandelt hat. Was die moderne Gesellschaft als Fortschritt feiert, erklärt, warum die eigene Familie möglicherweise unbemerkt auseinanderbricht.

Unsere Gesellschaft hat sich bewusst dafür entschieden, sich durch selbst gewählte Mittelmäßigkeit freiwillig zu zerstören. Die Abneigung gegen alles Althergebrachte hat bereits gewonnen und die Familie ist das letzte Schlachtfeld. Der Vater kommt nach einem Tag automatisierter Arbeit nach Hause, nimmt sein Handy und taucht in 15 Sekunden Videos ein. Die Mutter beantwortet Nachrichten, während sie mit ihren Kindern spricht. Schlimmstenfalls schiebt sie einen Kinderwagen und ihr Blick fällt dabei nicht auf den Säugling, sondern auf ihr Handy, das sie in der Hand hält. Die Kinder lernen, dass tiefgründige Aufmerksamkeit etwas Antiquiertes, unnötiges, fast pathologisches ist. Diese Szene, die sich in Millionen von Haushalten wiederholt, stellt den still und verheerendsten Zusammenbruch der Geschichte da, den Tod des komplexen Denkens innerhalb des Familienkerns.

Dieses familiäre Dilemma entsteht nicht aus böser Absicht, sondern aus zielgesteuerter intellektueller Faulheit. Eltern, die einen solch einfachen Weg wählen, werden nicht in der Lage sein Kinder zu erziehen, weil diese unfähig sein werden, sich der Realität zu stellen. Dummheit wird nicht durch Genetik vererbt, sondern durch kulturelle Vernachlässigung, die über Generationen weitergegeben wird.

Bildschirme haben die Aufgaben der Eltern und Lehrer übernommen, die Verbindung suggerieren, aber Isolation liefern. Dies ist nicht nur eine Änderung der Gewohnheiten. Es ist eine neurologische Umprogrammierung, die die menschliche Fähigkeit zerstört, tiefe und dauerhafte Bindungen einzugehen. Soziale Medien haben eine perfide Illusion geschaffen, das Gefühl mit der Welt verbunden zu sein, während man sich von der eigenen Familie entkoppelt.

Das ist interessanter als jedes Gespräch zu Hause. Eine Diskussion über Zukunft, moralische Werte und Sex mit einer unendlichen Vielfalt an imaginären Personen ist konkurrenzlos. Menschen sind bequem geworden und ziehen die Unterhaltung der Auseinandersetzung vor. Soziale Medien benötigen nur für kurze Zeit ungeteilte Aufmerksamkeit.

Tiefe Kommunikation erfordert Zeit, Geduld, Verletzlichkeit und emotionale Verfügbarkeit. Sie erfordert, dass die Teilnehmer Pausen, unangenehme Stille, Konflikte von Ideen tolerieren. Die Kultur des Schnappschusses hat all diese Bedingungen beseitigt. Gespräche werden durch Benachrichtigungen unterbrochen. Konflikte werden vermieden, weil sie Arbeit machen. Emotionale Intimität wird durch Likes und oberflächliche Kommentare ersetzt.
Was passiert mit einer Generation, die gelernt hat, Liebe durch Emojis auszudrücken, die väterlichen Rat durch Google suchen ersetzt, die es für normal hält, jedes Gespräch zu unterbrechen, um Nachrichten zu checken? Diese Generation entwickelt nicht die relationalen Fähigkeiten, die notwendig sind, um familiäre Bindungen aufrechtzuerhalten, wenn sie mit echten Turbulenzen konfrontiert werden.

Die Ironie der Geschichte: Diese digital vernetzte Generation ist zur emotional isoliertesten der Welt verkommen. Sie haben tausende Freunde online, können aber kein einstündiges Gespräch mit ihren eigenen Eltern führen, ohne sich zu langweilen oder Angst zu haben. Die ältere Generation fürchtet sich vor technologischen Veränderungen.

Was passiert mit einem Kind, das aufwächst und sieht, wie vergängliche Beziehungen in den Medien verherrlicht werden, während seine eigenen Eltern darum kämpfen, eine echte Ehe aufrechtzuerhalten? Es lernt, dass Konflikt Unvereinbarkeit bedeutet, dass Schwierigkeiten den Verzicht rechtfertigen, dass sofortiges Glück wichtiger ist als Wachstum durch Herausforderungen. Familienwerte werden methodisch zerstört.

Die Medien fördern auch eine absichtliche Verwirrung über familiäre Rollen und Verantwortlichkeiten. Väter werden entweder als inkompetente komische Figuren oder als toxische autoritäre Figuren dargestellt. Mütter werden entweder als unterdrückte Opfer der Mutterschaft oder als Berufstätige dargestellt, die alles haben, weil sie die Mutterschaft opferten. Kinder werden als Konsumenten von Unterhaltung dargestellt und nicht als Menschen in der Entwicklung, die Führung und strukturierte Disziplin benötigen.

Wir sollten auf die von der Konsumkultur hergestellten Impulse mit Ablehnung reagieren oder sie in Frage stellen. Die Worte: „Weg mit dir, Satan!“ würden manchmal verinnerlicht hilfreich sein.

Ist es niemandem aufgefallen, wie viele Kochshows es in unseren Medien gibt?! Kann man da noch von Kultur reden, wenn für den Mülleimer gekocht wird?! Wie viele Menschen hungern und unsere Gesellschaft spielt mit dem Essen!

Funktionierende Familien müssen wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gegen die Konsumkultur entwickeln. Das bedeutet nicht freiwillige Armut, sondern finanzielle Eigenständigkeit, die es ermöglicht, Entscheidungen auf der Grundlage von Prinzipien zu treffen und nicht auf der Grundlage von medialem Druck. Es bedeutet, Kindern beizubringen, zwischen echten Bedürfnissen und hergestellten Wünschen, zwischen echtem Wohlstand und dem Anschein von Erfolg, zwischen materiellem Reichtum und Charakterreichtum zu unterscheiden.

Auf der Heide blühn die letzten Rosen

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen;
braune Blätter fallen müd vom Baum,

und der Herbstwind küsst die Herbstzeitlosen;
mit dem Sommer flieht manch Jugendtraum.

Möcht einmal noch wie damals kosen,
möcht‘ vom Frühling träumen und vom Glück.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen,
doch die Jugendzeit kehrt nie zurück.

Versunken ist die Frühlingszeit,
kein Vogel singt im Lindenhain;
die Welt verliert ihr Blütenkleid
und bald wird Winter sein.
Verlassen ist der Holderstrauch,
an dem ich einst geküsst.
Es blieb ein Duft, der wie ein Hauch,
aus fernen Tagen ist.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen,
braune Blätter fallen müd vom Baum,

und der Herbstwind küsst die Herbstzeitlosen;
mit dem Sommer flieht manch Jugendtraum.

Möcht einmal noch wie damals kosen,
möcht‘ vom Frühling träumen und vom Glück.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen –
ach, die Jugendzeit kehrt nie zurück.
Holde Jugend, holde Jugend –
kämst du einmal doch zu mir zurück.

Text (1935): Bruno Balz 1902-1988

interpretiert von Herbert Ernst Groh

Herbstliches Licht

Quelle: Pinterest
Der Mensch kämpft sich durch letzte Sommertage -
die Sonne schneidet tief, mit heißer Klinge;
drückend verweht im Nichts die Hoch-Zeitlage
und reicht dem Herbst den Schlüssel zum Gelingen.

Bald schiebt der Himmel Schattenwände zu
und über letzte Rosenblüten treibt der Wind;
bald findet kühl umhüllt so mancher Ruh
und Regen macht die Fensterscheiben blind.

Gemüter, die so gerne Blumen pflegen,
werden dann ruhen und auf Astern sehen,
die neben Heidepflanzen, Sturm und Regen
den Übergang zum Dunkel überstehen.

Schon bald wird neuer Wind von Norden wehen,
treibt vor sich her, was längst vergangen ist;
er scharrt um sich die Blätter auf den Wegen
und tritt verjüngt ins herbstlich kühle Licht.

Denken und Handeln

Heilige Geometrie – Blume des Lebens
Wie alles vergeht, wie alles verschwindet,
was wir geliebt und was uns verhasst!
Alles, was uns hier auf Erden verbindet,
wird uns zuteil, weil’s die Seele erfasst.

Denn jedes Tun, jede Tat, die berührend,
erhebt kurz das Denken und Fühlen ins Licht.
Streift uns das Leid, im Schmerz, den wir spüren,
zeigt sich des Lebenssinns wahres Gesicht.

Drängt uns zu neuem Denken und Handeln,
entflammt Empathie mit heilender Kraft,
erlöst uns selbst von Verwirrtheit mit Wandel,
nährt die Materie durch geistige Macht.

Erblast

Sumpf-Herzblatt
Schlamm bedeckt wurd‘ einst der Böse,
endete im tiefen Sumpfe,
als sein Blut im Herzen kreiste,
ethisch erbbelastet pumpte.

Schlimmer Erbteil rief und lockte
seiner Herkunft zu entsprechen,
führte seines Körpers sinnen
hin zu Totschlag und Verbrechen.

Um den Hals zog‘s eng und enger,
wie die schwere Eisenkette
im Verlies der Blutsverwandten;
war dort niemals der Adrette.

Sein verschwelter Docht erlosch,
als man ihn gefangen bindet;
war auf düstren Gaunerwegen
niemand, der sein Lichtlein zündet.

Harte Fron ließ ihn erschaudern,
wollte diesem Ort entschwinden -
nicht zurück in seine Welt,
wo ihn alte Flüche binden.

Er entkam, verließ die Mauern
und die Fesseln, die ihn banden,
hetzte in das Moor der Sümpfe,
wollt‘ auf sicherer Seite landen.

Doch die schwere Eisenkette
hing ihm noch an seinem Halse,
zog ihn unsanft in die Tiefe,
in den Schlamm, wie eine Walze.

Manchmal, wie ein holdes Wunder,
sieht man sie im Sumpfe stehen.
Rein und schneeweiß ist die Krone
ihrer Blütenpracht zu sehen.

Schlamm bedeckt sind ihre Wurzeln
und im Sumpf der Zeit versteckt,
doch sie treibt in weißer Reinheit,
die sich hin zur Sonne streckt.

Tropfenbänder

Tropfenbänder glitzernd hängen
an den Zweigen, Ast für Ast;
zu den alten, neue drängen –
feuchte, regenschwere Last.
 
Lassen sich hinunter rieseln
auf das kalte Weltengrau;
fallen prasselnd oder nieselnd,
glänzen klar wie Morgentau.
 
Tausend Wasserperlenketten –
nasser Schmuck im Laub der Bäume.
Die Natur liegt in den Betten,
spinnt sich warme Sonnenträume.

Schweine und Braunbären

KI generiert

Träume können ein wertvolles Werkzeug sein, um unser Unterbewusstsein und unsere tiefsten Emotionen zu verstehen. Träume sind ein Fenster in unser Unterbewusstsein. Was ist das Unterbewusstsein? Es ist der Teil des Geistes, der nicht bewusst ist. In welcher Beziehung steht es zum Gehirn? Es hat keine wirkliche Beziehung zum Gehirn. Das Unterbewusstsein ist mental und das Gehirn ist physisch.
Hat das Unterbewusstsein die Fähigkeit, vergangene oder zukünftige Ereignisse aufzuspüren? Es kann vergangene Ereignisse aufgreifen, die sich auf die Person beziehen. Zukünftige Ereignisse kann es nur wahrnehmen, wenn diese medial übermittelt werden.

Die Symbolik von Braunbären in Träumen kann verschiedene Bedeutungen haben, von psychologischen Aspekten bis hin zu spirituellen und religiösen Interpretationen.

In der Bibel werden Bären oft als mächtige und gefährliche Tiere beschrieben, die Gott jedoch auch als Werkzeuge seiner göttlichen Führung einsetzt.

In den biblischen Schriften erscheinen Bären mehrfach als Sinnbilder für Gefahr, Wildheit und göttliche Macht. Besonders bekannt ist die Episode aus dem Alten Testament, in der der Prophet Elisa von einer Gruppe Kindern verspottet wird und daraufhin zwei Bären aus dem Wald kommen, die die Kinder zerreißen (2. Könige 2,23–25). Diese Szene verdeutlicht, wie Gott selbst scheinbar gefährliche und unkontrollierbare Tiere als Instrument seiner Gerechtigkeit einsetzen kann. Gleichzeitig werden Bären in der Bibel auch als eine Art Prüfstein für den Glauben und die Standhaftigkeit betrachtet – ihr Auftreten erinnert Menschen daran, sowohl Achtung vor der Schöpfung als auch Demut gegenüber den unergründlichen Wegen Gottes zu bewahren. So sind biblische Bären nicht nur Warnung, sondern auch Zeichen göttlicher Präsenz und Führung in einer oft unvorhersehbaren Welt.

In meinem Traum waren es zwei Schweine und zwei Bären, die auf der Straße lagen. Sie sahen krank und fast tot aus, bewegten sich aber noch. Ich überlegte tatsächlich, ob ich ein Schwein einfach überfahren sollte, um weiterzukommen, tat es aber nicht. So stand ich da in meinem Wagen und musste warten, bis die Situation sich änderte und jemand die Tiere entfernte.

Krank liegende Schweine auf der Straße weisen mich auf eine negative Erfahrung hin, die ich und andere möglicherweise machen werden. Wenn sie wie hier die Durchfahrt versperren, deutet es darauf hin, dass die Lebensfahrt durch eine unverschuldete Situation zum Stillstand kommen wird.

Als ich vor Jahren von zwei Metzgereien träumte, die vollkommen identisch aussahen und in deren Auslagen jeweils ein Schweinekopf lag, der sich bewegte, folgte kurz darauf die Corona-Epidemie.

Der Traum kann darauf hinweisen, dass es kranke oder verletzte Personen geben wird, die Hilfe brauchen. Man kann nicht einfach darüber hinweggehen, sondern wird gezwungen, sich der Situation zu stellen. Nun hoffe ich natürlich, dass sich nach diesem Traum nichts Epidemie Ähnliches anbahnen wird.

Auf jeden Fall werde ich mich an diese Traumbilder erinnern und hoffentlich wissen, worauf ich achten muss.

Gerechtigkeit

Vom Leuchten der Wirklichkeit – Carl Blechen (1798-1840)
Wie gern möchte ich euch schreiben
von der sinkenden Abendsonne,
von Bäumen, die sich verneigen
mit majestätisch beugender Krone.

Wie gern möcht‘ ich deuten die Stille,
die in bereits herbstlicher Nacht
unterliegt dem natürlichen Willen,
der den Sommer vertrieb, der vollbracht.

Im Traum kanns nur sein, sich zu denken,
die Erde sei friedlich und frei
mit Menschen, die sich beschränken,
damit Leben gerechter sei.

Wie gern schaue ich zu den Sternen
und wünsche mir sehnlichst herbei,
dass Kinder Krieg nicht mehr lernen
und die Welt paradiesischer sei.

Herbstlied

von Hans Eckardt Wenzel und Band

Text:

Feinslieb, nun ist es Blätterbraun
Schon wieder in den Spitzen
Wann wir unterm Kastanienbaum
Am Abend fröstelnd sitzen
Das Jahr geht fort mit schwerer Fracht
Es bindet sich die Schuh‘
Ich bin so traurig heute Nacht –
Und du, du lachst dazu!

Feinslieb, die schwarze Jacke hängt
Die Schultern ab mir wieder
Wann schon so früh das Dunkel fängt
Uns und die Kält‘ die Glieder
In deinen Augen glimmt noch leis‘
Der Sommer voller Ruh‘
Ich wein‘, weil ich nicht weiter weiß –
Und du, du lachst dazu!

Feinslieb, das war es also schon
Der Sommer ist vertrieben
Die Vögel sind auf und davon
Und wir sind hier geblieben
Fremd zieh‘ ich ein, fremd zieh‘ ich aus
Ich weiß nicht, was ich tu‘!
Heut‘ Nacht, verwelkt ist mein Zuhaus‘ –
Und du, du lachst dazu!

Feinslieb, komm stirb mit mir ein Stück
Sieh, müd‘ die Blätter schunkeln
Wir dreh’n das Jahr doch nicht zurück
Und seh’n uns nicht im Dunkeln!
Lass in dem Kommen, Bleiben, Geh’n
Zertanzen uns die Schuh‘
Ich will noch soviel Himmel seh’n –
Und du, du lachst dazu!

Unsterblich

Zu spät – Herbert Gustave Schmalz (1856-1835)
Gleichgültig ist der Tod und blind scheint er,
erlöst die Hoffnungslosen wie die Hoffnungsvollen.
Nur als Erfüller kommt er gnädig her,
muss seinem hohen Auftrag Achtung zollen.

Aus unserer Mitte fort; aus unserem Leben
reißt er die Liebsten uns von unseren Herzen.
Lässt nur Erinnerungen hier mit wehem Beben,
das uns durchwühlt im Sog der Schmerzen.

Festhalten will man die geliebten Wesen,
die unserem Dasein unersetzlich schienen;
würden sie tragen, deren Kranksein zum Genesen,
sie ewig nur behalten und auf immer dienen.

Nichts hält den Tod auf, weder Tür noch Wand;
ist stets ein Ahnen, das im Innersten verweilt.
Der Geist im Körper, der die Seele band,
ist hier erloschen, nur entglitten in der Zeit.

Gestorben, neu geboren und zurück ins Licht,
ätherisch höherschwingend ist der Leib.
Was hier beschränkt, lebt dort mit anderer Sicht,
nimmt all das wahr, was hier verborgen bleibt.
Großes Erwachen – Herbert Gustave Schmalz (1856-1935)

Es gibt ein Gesetz der Anziehung, genauso wie es ein Gesetz der Abstoßung gibt. Es gibt ein Gesetz, das besagt, dass dort, wo es Seelen-Verwandtschaft gibt, diese automatisch wirkt. Die Liebe gehört, wie die Kraft des Geistes, zu den größten Kräften im Universum. In der Bibel steht, dass die Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist, denn der Große Geist ist der Inbegriff von Liebe und Weisheit.

Woher kommt der Geist, der alle Körper lebend macht? Er kommt vom Höchsten Geist, vom Schöpfer, vom Großen Geist, von Gott, von der Gottheit, von Allah oder wie auch immer man Ihn nennen mag. Dieser Geist ist die Dynamik, die es allen ermöglicht, zu existieren, zu atmen, sich zu bewegen, alle Gefühle zu haben und sich auszudrücken.

Man kann in keinem Labor den Geist sezieren. Der Mensch kann auch kein Leben erschaffen, nicht mal ein Ei, eine Pflanze oder ein Insekt. Wie niedrig die Form des Lebens auch sein mag, sie kann vom Menschen nicht hergestellt werden, weil das Leben nicht physisch ist.

Die nächste Frage wird sein: „Was ist dieser Geistkörper und woraus besteht er?“ Bisher haben Wissenschaftler nur bewiesen, dass das, was wir normalerweise sehen, nur die Oberfläche ist, was wir die Realität nennen. Wenn wir einen Tisch betrachten, scheint er solide zu sein, aber er ist es nicht. Das ist eine Illusion. Die Physiker können zeigen, dass er nicht fest ist, dass er aus winzigen Kräften besteht, die Elektronen, Protonen, Neutronen und Atome genannt werden.

Es gibt einige Menschen, und das gilt für Kinder, wenn sie jung sind, die mit Augen und Ohren sehen und hören können, die zum Geistkörper gehören, der ein Duplikat seines physischen Gegenstücks ist. Es gibt viele Menschen, die diesen Geistkörper sehen können, weil sie ihre geistigen Augen benutzen können. Und andere können hören, was dieser Geistkörper zu sagen hat, weil sie in der Lage sind, ihre geistigen Ohren zu öffnen.

Es gibt Geräte, Radio und Fernsehen, die Schwingungen empfangen können, die die Ohren nicht wahrnehmen. All dies bedeutet, dass wir in einer Welt leben, die voller wundersamer Dinge ist, die wir nicht sehen oder hören können, weil unsere physischen Sinne eingeschränkt sind.

Ich würde sagen, dass alles, was wir sehen, nur der Schatten ist, der von der Sonne der Realität geworfen wird, dass unsere Augen und unsere Ohren in der Lage sind, Schwingungen innerhalb eines sehr begrenzten Bereichs zu registrieren. Es gibt Lichtwellen, die sich so schnell oder langsam bewegen, dass die physischen Augen sie nicht wahrnehmen können. Aber ein Teleskop oder Mikroskop kann tun, was die Augen nicht können. In ähnlicher Weise gibt es Töne, die sich zu schnell oder zu langsam bewegen, als dass unsere Ohren sie wahrnehmen könnten.

Wir sind Teil des Universums. Es ist ein langer Prozess, bis wir erkennen, dass ein übergeordneter Plan dahintersteckt. Es braucht Zeit, bis die Erkenntnis dämmert, es muss eine Krise geben, eine Schwierigkeit, vielleicht das, was man eine Tragödie nennt, die den Katalysator liefert, damit der Geist sich seiner selbst bewusst wird. Sobald dies geschieht, wird eine magnetische Verbindung mit der geistigen Welt hergestellt, die nie mehr unterbrochen werden kann.