Bahnhof Absurdistan

Die Europabrücke Bahnhof Saint Lazare in Paris – Claude Monet (1840-1926)

Willkommen im Bahnhof Absurdistan!
Hier halten Züge der Zukunft an,

sind menschenleer und leer das Gleis
und jedes Abteil ist grau und verwaist.

Aus dem Fenster starrend, ohne Ton,
schaut ein Geist in die leere Situation.

Die Züge bewegen sich wie im Traum,
so lautlos wie Blicke, die sie beschau‘n.

Sie fahren ins Nichts und halten alsdann.
Für wen? Da sind weder Frauen, Kinder, kein Mann.

Die Lautsprecher schweigen im grausigen Nichts,
als wär es die Zugfahrt des Jüngsten Gerichts.

Der Tod ist der Führer des letzten Gefährts,
mit geistiger Fracht fährt er, kalt, ohne Herz,

und die Stationen, die er befährt,
sind den Begriff „himmlisch“ nicht annähernd wert.

Antrieb des Zuges ist Resignation,
fuhr Freude am Leben doch lang schon davon.

Was Menschen erschaffen, wird Staub in der Hand.
Sie glauben, ihr Zug fährt ins Niemandsland.

Sind sie Zufallswesen, nur Körper, nichts mehr?
Die Energie des Lebens, wo kommt sie her?

Führt weit sie im Leben der Wissensdrang,
beendet ein Schicksal den geistigen Wahn,

denn den kurzen Weg zum wahren Ich,
geht man erst, wenn man sieht, dass die Brücke bricht.

Man entdeckt im menschlichen Seelenschrein,
auf der Zugfahrt des Lebens sind wir nicht allein.

Der Körper, ein Tempel, wo ein Heiligtum wacht –
Gott löst den Fahrschein, bis die Strecke vollbracht.

Festtag

KI generiert – Quelle: Pinterest
Einmal umflattert uns die Ewigkeit,
auf sanften Schwingen trägt sie uns davon;
sie schneidert uns ein neues Festtagskleid
legt unser altes in das Fach „Erinnerung“.

Doch unsere Seele öffnet ihre Gärten
voller Gedanken, bunt wie Tausendschön;
wird neu erblühen auf den Fährten,
die wir durchschwebend als Zuhause sehn.

Hier darf man sein, sich froh gebärden
und wachsen, sprossen bis zur Blütenfülle;
hier kann nichts Zeit und Raum gefährden,
hier wiegt die Schwingung Gottes in der Stille.

Zeichen und Wunder

Quelle: Pinterest
Wie sanfter Regen fiel Erkennen auf die Erde,
geflossen aus des Geistes Macht und Kraft.
Von alters her bewirkte es die Wunder des „Es werde!“,
gab Zeichen, das vorübergehend Wissen schafft.

Die Menschen aller Zeiten nahmen hin
die Geistesgaben jener, die dem Tod sie weihten,
und durch Verfall und Fälschung wurde Sinn
zu Unsinn jene Kunde des einst Mitgeteilten.

Theologie und Politik – von Macht beseeltes Handeln
zum eigenen Zweck, konträr den Idealen,
die es ermöglichen, den rechten Weg zu wandeln
und Gott mit Liebe Dank für unser Leben zahlen.

Weiße Gräber

Jesus streitet mit den Priestern – William Brassey Hole (1846-1917)
„Ein Verbrechen!“, rief da Einer,
"Evangelien zu lehren."
„Missionierte Teufelsstücke,
fremde Völker zu bekehren!“

Die Kulturen auszulöschen,
wenn sie eigenen Göttern dienen,
dienen sie doch nur dem Einen,
wenn auch unähnlich beschienen.

In dem kalten Licht der Tage
nutzten sie die Emotionen,
die Verbundenheit nach ‚oben‘
kappten sie mit Illusionen.

Unvernünftig klingt so vieles,
was die Kirchenleute sagen,
und die Frommen, die vertrauen
glauben, was die Lehrer klagen.

Inbrunst zollen ihre Lieder
in der Andacht. – „Wie sie singen!“
„Lauscht nur dem Brimborium
und den priesterlichen Stimmen.“

Jeder, der den Geist empfangen,
der die Schöpfung ist auf Erden,
in des Zweifels Finsternissen
muss ihn niemand erst bekehren.

Trägt er doch das alte Wissen
in des Lebens Neubeginn
und kein Widerstreit der Kirchen
beugt das Haupt vor dem „Ich bin!“

Die Macht des Geistes wird manifestiert, nicht durch Erzbischöfe, Bischöfe, Päpste, Priester, Imane und Rabbiner, sondern durch gewöhnliche Sterbliche, die mit der wunderbaren Aufgabe betraut sind, dem Großen Geist zu helfen, damit göttliche Liebe, Weisheit und Macht allen zur Verfügung stehen, die bereit sind, sie zu empfangen.

Die Arbeit aus Nächstenliebe, die diese Menschen leisten, kann man nicht messen. Das ist eine Aufgabe, die die Kirchen erfüllen sollten. Aber anstatt Aufbewahrungsorte vitalisierender geistiger Kraft zu sein, sind sie zu dem geworden, was der Nazarener „übertünchte Gräber“* nannte, wo sie unfruchtbare, sterile, antiquierte, dogmatische Lehren predigen, die keine Beziehung zum menschlichen Leben, seinen Problemen und seinen enormen Möglichkeiten haben.

*Matthäus 23:27 :„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totenbeine und alles Unflats.“

Sternenregen

Quelle: Pinterest
Am Ende der Zeit wird es Sterne regnen,
wie Karfunkelsteine werden sie fallen,
leuchten und kleiner sein in allem.

Die Herzen der vielen, die schon gegangen,
werden scheinbar zu pochen anfangen,
lassen den Puls der Zeitlosigkeit erfassen;
Gott wird sie im Menschsein belassen. 

Im Weltall werden tausend Sonnen verschmelzen,
der Himmel wird leer sein, nur erfüllt vom Licht,
und an allen Stellen
wird sich ewiger Tag erhellen,
aus dem ein Strahlen facettenreich bricht.

Ein Klang, wie von Engelsgesängen,
wird schwebend all das Leid zu Grabe tragen,
das sich an Erdentagen
Stufen zum Himmel eines jeden baute,
und von dort oben alle Blindheit verjagen,
die in den alten Köpfen graute. 

Tausend Zungen

Quelle: Pixabay
In tausend Sprachen und mit tausend Zungen,
so wie ein Klang sich zu dem anderen fügt,
fühlt sich im Innern jeder Mensch verbunden
mit jener Kraft, die tief im Innern liegt.

In Zukunft werden Kampf und Glück vergehen,
vertan mit einem Tun um Nichtigkeiten;
nur wenige, die Klang und Wort verstehen,
das Licht entzünden, wie in alten Zeiten.

Ist wie ein Klang aus fernen Tagen,
der ständig neu in Menschenherzen dringt,
der eine Antwort gibt auf alle Fragen,
der wie ein Wort des Heils Erleuchtung bringt.

Es ist der Menschheit weises Sehen
des Wissens um ein höheres Gesetz,
das hilft, die Gegensätze zu verstehen,
uns von Geburt begleitet, bis zuletzt.


Des Lebens Buntheit

Vincent van Gogh (1853-1890)
In Seinen Armen lass mich Frieden finden -
Er ist der Große Geist, der alles hält;
lass Ihn den Strauß des Lebens Buntheit binden,
von Stacheln frei gereicht zum Heil der Welt.

Auf Seinen Flügeln durch die Welten reisen,
getragen von der Macht der Energie;
durch Ihn in Licht und Liebe aufwärts kreisen
wie eines Adlers Flug in Fantasie.

In Seiner Schöpfung lass mich Heimat finden,
wie im Vergissmeinnicht erneuernd meine Zeit;
lass mich mit jedem Schritt die Welt ergründen,
am Wegesende die Unendlichkeit.

Erneuerung

Fraktale: Karin M.

Wie der Wind sein, der Starres lebendig macht,
der den Geist des Lebens atmend über die Erde streift,
sie in Ruhe wiegt, wenn er sanft darüberfährt,
Wurzelloses entfernt und alles Haltlose mit sich trägt in seiner Wildheit,
wirbelnd wie im Tanze,
aufbäumend zu einem Strudel beseelender Erneuerung.

Wie das Wasser sein, das durch Felsen bricht,
aus Höhen gefallen in die Tiefe stürzt vor steiniger Wand,
das auswäscht die Verkrustungen der Welt,
ungestüm rüttelt
an Blockaden, die vor rechten Wegen stehn,
zielbringend Leichtigkeit trägt wie schweres Holz,
über die Untiefen des Lebens.

Wie die Sonne sein, die gleich gültig auf alles scheint,
gleißend den Himmel malt beim Auf- und Untergang,
die die Erde streichelt mit Sonnenhänden,
sie verbrennt,
um umzuschaffen, zu erneuern,
im Sinne des Großen Geistes,
der in allem ist.

Das, was vergeht, wird auferstehn,
das ist des Lebens Sinn.

Lehrgeld

Dorfschule – Wilhelm Ludwig Heinrich Claudius (1854–1942)
Wir bitten um das Heil der Welt
und schaffen anderen Qualen.
Die Erde ist ein Schulungsort -
wir müssen Lehrgeld zahlen!

Gott richtet nicht mit Höllenglut,
um Sünder zu verbrennen,
Mensch schürt’s sich selbst
und wird’s im Leid erkennen.

Kein Bußetun hilft Mensch dabei
Schwere an Schuld zu tilgen;
wäre ein Hohn, könnte er löschend
das Leid des Dulders mildern.

Der Große Geist, Er gab gerecht
uns Ordnung und Gesetze;
im Leid fühlt Mensch was gut, was schlecht,
heilt selbst, was ihn verletzte.

Spirituell bestimmen wir,
was schicksalhaft uns bildet.
Die Welt, die unvollkommen ist,
wird uns den Zustand schildern.

Trotzt jedem Sturm in weiser Kraft,
erfahrt das geistig Wahre.
Ein Funke hat das Licht entfacht,
das Gott uns offenbarte.

Mittelalterliche Rauchzeichen

Papst Gregor X. (1271-1276), der das Konklave als gültige Papstwahlform festlegte

Im Falle der Kirchen habe ich eine große Schwierigkeit. Es gibt Menschen, die ernsthaft glauben, dass ihr System die Wahrheit ist, und sie verteidigen etwas, das ihnen sehr teuer ist. Sie erkennen nicht, dass ihr System auf etwas aufgebaut ist, das ursprünglich göttlichen Ursprungs war, aber im Laufe der Jahrhunderte von etwas überlagert wurde, das dem menschlichen Geist entsprungen ist. Sie können das Original nicht von der Umhüllung isolieren. Sie verehren die Umhüllung als göttlich. Wenn sie geistig und spirituell versteinert sind, kann sie nichts mehr erreichen.

Die Macht des Geistes wird manifestiert, nicht durch Erzbischöfe, Bischöfe, Päpste, Priester und Rabbiner, sondern durch gewöhnliche Sterbliche, die mit der wunderbaren Aufgabe betraut sind, dem Großen Geist zu helfen, damit göttliche Liebe, Weisheit und Macht allen zur Verfügung stehen, die bereit sind, sie zu empfangen.

Das ist eine Aufgabe, die die Kirchen erfüllen sollten. Aber anstatt Aufbewahrungsorte vitalisierender geistiger Kraft zu sein, sind sie zu dem geworden, was der Nazarener „weiß getünchte Gräber“ (Matthäus 23,27) nannte, wo Pharisäer unfruchtbare, sterile, antiquierte, dogmatische Lehren predigen, die keine Beziehung zum menschlichen Leben, seinen Problemen und seinen enormen Möglichkeiten haben.

Ist Gott beeindruckt, wenn Menschen plötzlich beschließen, ihn in Massenform zu bitten?  Der Große Geist ist mit den Bedürfnissen aller seiner Kinder vertraut, bevor er sie an Orten, die Kathedralen und Kirchen genannt werden, kennenlernt.

Das Gebet besteht nicht darin, dass sich eine große Zahl von Menschen versammelt und mit vorbestimmten Worten oder eigens erdachten Kompositionen bitten. Das Gebet kann das Wirken des Naturgesetzes nicht verändern. Das Gebet kann nicht in die Abfolge von Ursache und Wirkung eingreifen. Der Mensch besitzt nicht die Macht, die mathematische Gewissheit zu unterbrechen, dass die Wirkung mit unveränderlicher Präzision auf die Ursache folgt.

Das Gebet hat einen Wert als Übung des Geistes, wenn der Mensch, der sich seiner eigenen Begrenztheit und paradoxerweise auch seiner angeborenen Stärke bewusst ist, versucht, den Fluss der latenten Energie in seinem eigenen Wesen freizusetzen, um sich zu größeren Taten zu inspirieren und anzutreiben. Das Gebet, wenn es wirklich ein Gebet und somit eine Übung des Geistes ist, ist ein Mittel, durch das sich der Geist des Menschen von einem Teil der irdischen Knechtschaft befreit und zu einer größeren Manifestation findet.

Ein mechanisches Gebet, ein auswendig gesprochenes Gebet hat keinen Wert. Diejenigen, die sich von Zeit zu Zeit treffen, weil es ihnen befohlen wurde oder weil es ihre Gewohnheit ist, und die Worte lesen oder gelesen haben, die manchmal so vertraut sind, dass sie einprägen – diese bringen sich dem Großen Geist nicht näher. Der Große Geist kennt alle Bedürfnisse. Er kennt die unausgesprochenen Wünsche eines jeden Herzens; es besteht keine Notwendigkeit, Ihn in großer Zahl zu bitten.

Wir sollten uns all jenen widersetzen, deren Wunsch es nicht ist, die Wahrheiten über den Geist zu lehren; gegen alle Kirchengemeinschaften, die nicht über die Beziehung zwischen aller geistigen Wesen und dem Großen Geist des Lebens zu lehren imstande sind, sondern deren Wunsch es ist, ihre schwankenden Kirchen zu stärken und ihre leeren Kirchenbänke zu füllen.

Die Wahrheit über Religion ist, dass keine Religion die ganze Wahrheit besitzt. Jede hat nur einen flüchtigen Blick gesehen, und der ist leider im Laufe der Jahrhunderte verzerrt oder von den Glaubensbekennern verfälscht worden. Dem Kind muss beigebracht werden, dass wahre Religion darin besteht, zu dienen, all die ausgefeilten Phrasen der Priesterkunst zu ignorieren und ein ehrliches, selbstloses Leben zu führen, in dem Wunsch, der Welt, in der es wohnt, zu helfen und so dem Großen Geist, von dem es ein integraler Teil ist, treu zu sein.

Die Autorität der Kirchen, der Bücher, der Glaubensbekenntnisse, all das schwindet. Sie werden allmählich über Bord geworfen. Aber die Autorität der geistigen Wahrheiten bleibt für immer bestehen.

Manche Kirchen sagen, ein Mensch sei gut, weil er einigen formulierten Lehren blindlings zugestimmt hat und damit das ganze Wesen der Religion erstickt hat, weil er für den Rest seiner Tage ein Schurke sein kann. Er ist nicht gut, auch wenn er denkt, er sei gut.

Man sollte all das Unkraut vernichten, das die menschliche Seele schon zu lange erstickt hat; das Unkraut der Falschheit, das von den Kirchen gefördert wird; all die unsinnigen, abstoßenden und manchmal blasphemischen Lehren, die im Namen der Religion angeboten werden. All das muss ausgerottet werden, denn es verhindert, dass das Leben gelebt wird, wie es sollte.

Großer Heiliger Geist, Du bist jenseits aller Definition und Erklärung, denn Du bist unendlich! Kein Buch, keine Kirche, kein Gebäude und keine Sprache kann Dich ganz erfassen oder erklären, was Du bist.

In früheren Zeiten erhielten einige wenige Privilegierte Inspiration aus der unsichtbaren Welt, die es ihnen ermöglichte, einen klareren Blick auf die himmlische Welt und ihre Bewohner zu werfen. Aber all ihre Inspirationen waren auf ihre geistige und spirituelle Entwicklung beschränkt, und ihre Vorstellungen waren verzerrt, unvollkommen und unvollständig.

Wenn die wahre Lehre in dieser Welt wächst, wird sie das Ende aller Trennungen zwischen den Völkern bedeuten. Es wird das Ende der nationalen Schranken bedeuten. Es wird das Ende der Rassenunterschiede, der Klassenunterschiede, der Farbunterschiede und aller Unterschiede zwischen Kirchen und Kapellen, Tempeln, Moscheen und Synagogen bedeuten, denn allmählich werden alle lernen, dass sie einen Teil der Wahrheit des Großen Geistes besitzen und dass der Teil, der im Herzen jeder Religion verankert ist, in keiner Weise dem Teil widerspricht, der für sie wertvoll ist.

Die wahre Lehre ist größer, als die vieler Kirchen, Kapellen, Synagogen und Tempel, die mit trockener Theologie gefüllt sind, in denen aber die Kraft des Geistes fehlt.

Die Kranken, die Leidenden, die seelisch, körperlich und geistig Gequälten, die Hoffnungslosen, die Hilflosen, die Müden, die Ratlosen, sie wollen keine Worte, die die Seelsorger allzu oft selbst nicht mehr glauben. Sie wollen keine stereotypen Phrasen hören, die wie Papageien wiederholt werden und weder für den Sprecher noch für den Zuhörer eine Bedeutung haben. Was sie wollen, ist eine Demonstration, dass die geistliche Wahrheit eine Realität ist.

Die geheime Papstwahl in totaler Abschottung bei der Konklave gehört mitsamt jeder priesterlichen Scheinheiligkeit ins Mittelalter. Kardinäle, total abgeschottet von der Außenwelt, sollten anstatt aufsteigenden Rauch wieder ihr Menschsein zeigen und ihre rote Verkleidung ablegen, die sie scheinbar erhöhen soll.

Anmerkung: Priester/Pfarrer werden aus der Kirchensteuer-Kasse bezahlt; Kardinäle, Bischöfe und deren Anhang werden aus der Staatskasse bezahlt (10.000 – 15.000 Euro/Mon). Papst Franziskus verzichtete auf sein Gehalt und hat kein Vermögen.