Engel

Paul Gustave Doré 1832-1883

Gehalten von des Mondes fahler Stille,
erhellen sie die dunkle Schattennacht,
in holden Häuptern ruht ein großer Wille,
der Gottes Liebe zaubergleich entfacht.
 
Sie bringen Mensch und Welt den rechten Glauben,
das Schwert der Wahrheit liegt in ihrer Hand;
so wie der Wein entsteht aus reifen Trauben,
streu’n sie die Blüte „Seligkeit“ aufs weite Land.
 
Sie legt sich bunt auf graue, triste Mauern,
bedeckt das Übel dieser alten Welt;
vorbei der Schmerz, vergessen ist das Trauern,
wenn auf die Seelen helles Leuchten fällt.
 
Der Himmel lässt die Geigen hell erklingen,
ein feiner Ton entrinnt dem stummen All.
Hört ihr von fern die leisen, sanften Stimmen?
Bald klingen sie gewaltig, überall!
 
Gott reicht uns durch die Engel tausend Hände,
gibt Zuversicht, die unser Tröster sei;
wer danach greift, die alte Wahrheit fände;
sie wandelt Angst in Mut, den Tod in Gaukelei.
 
Mit weiten, unsichtbaren, goldnen Schwingen,
entfernen sie den bösen Geist der Zeit,
wenn sie der Welt Wahrhaftigkeiten bringen,
sieht man durch ihre Augen Ewigkeit.
 
Sie sind dir nah; schließ deine Augen, spüre!
Mit dem Geschenk der Liebe steh’n sie dort;
warten schon lang auf Einlass vor der Türe,
lass’ sie hinein, schick’ sie nicht wieder fort.
 
Sie bringen dir die Wahrheit deines Lebens,
sie zeigen freudig dir den heil’gen Gral;
suchtest du Lebenssinn bisher vergebens,
wird die Erleuchtung folgen, überall.
 

JHWH

 יהוה (JHWH)

Künstler unbekannt

Da mir das Thema sehr am Herzen liegt, habe ich diesen Beitrag, den ich schon einmal eingestellt hatte, noch einmal verändert und ergänzt.

Man denkt, dass der Gott Jhw im 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Gott der Viehhirten des Vorderen Orients gewesen sei. Als Schutzgott eines kleinen Nomadenvolkes sei er dann zum Nationalgott der Hebräer aufgestiegen und dann ein Universalgott aller Völker geworden. Dann wäre er aber der blutrünstige Opfer-Gott zu Moses Zeiten gewesen.

JHWH ist der eigentlich unaussprechliche Name Gottes Israels im Tanach, der Hebräischen Bibel. Gott hat viele Namen, obwohl er nur Einer ist und deshalb gar keines Namens bedarf. 

Die genaue Aussprache ist nicht bekannt. Ob „Jehova“ richtig ist, vermag niemand zu sagen.

Die Kreuzigung Jesus steht parallel zum Passahfest, das das Ende der Welt von Ägypten symbolisiert. Es steht gleichzeitig als Symbol dafür, dass unsere materielle Welt vergänglich ist und eine neue, unvergängliche, entstehen soll.

Jesus Kreuzigung fand auf Golgatha statt, was Schädelhöhe von aramäisch gûlgaltâ bedeutet. Der  Wortteil „gal“, Welle, Wasser, Strömung,  deutet auf eine Wandlung in der Zeit hin (nach Weinreb).

Das Leben endet nicht im Grab…in der Grube, in der kein Wasser ist. Sacharja 9-12 prophezeite bereits 500 Jahre vor Jesus Geburt, dass alles so kommen musste. Jesus hat uns durch seine Auferstehung das Verborgene sichtbar gemacht. Der Tod ist nur eine Wandlung, eine Transformation.

Die Überlieferung von Jesus Auferstehung erscheint manchen Menschen unsinnig. Das Verborgene im Menschen existiert im ewigen Sein, deshalb muss man das biblische Geschehen als ein von der Zeit losgelöstes, ewiges sehen.

Sollten wir nicht nachdenklich werden, wenn wir das Bild der Kreuzigung betrachten?!

  Jeshua Hanozri Wemelech Hajehudim
Was bedeutet: Jesus der Nazarener und König der Juden.

(Joh 19:18-20/Matth 27, 31-37) …und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Und als sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug. Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt Schädelstätte, …und als sie ihn gekreuzigt hatten, …setzten sie eine Aufschrift über sein Haupt mit der Ursache seines Todes:

Die Überlieferung sagt, dass am Kreuz folgende Inschrift neben lateinischer und griechischer Sprache auch in Hebräisch angebracht war:

Formt man daraus das Akronym, wie im Lateinischen INRI, so stand am Kreuz der unaussprechbare, heiligste Name Gottes: JHWH, der allein von Hohepriestern im Allerheiligsten ausgesprochen werden durfte. Zufall oder Zeichen?

Der hebräische Buchstabe Shin wurde laut Kabbala von Gott als König über das Element Feuer gestellt. Er verkörpert demnach das Feuer des Geistes, des schöpferischen Prinzips, des Logos. Dieser Buchstabe ist Eckstein des gesamten Alphabeths.

Moses erblickte Gott in einem brennenden Dornbusch. Er konnte sehen, dass sich Gott, das Leben, in der materiellen Welt als Feuer offenbart. Der Geist des Feuers ist Gott selbst – das Leben selbst! Christus sagte in den Überlieferungen: “…ich taufe euch mit Feuer.” Und er selbst sagte auch: “Ich bin das Leben.”

Wenn der Name des über allem stehenden Gottes aus den Vokalen und dem Buchstaben H besteht, als Symbol dafür, dass Gott das Leben, das Selbst in den Menschen hineinhaucht, dann erhalten wir den Namen Gottes: JEHOVA (Jod He Wav He). Fügen wir nun das Shin, das Feuer des Lebens bedeutet, in die Mitte des Namens des unpersönlichen Gottes ein, erhalten wir das Wort JEHOSHUA (hebräischer Name für Jesus), den Namen des persönlichen Gottes, des Mensch gewordenen Gottes. Christus, das höhere Selbst, tauft uns mit Feuer, um uns in das Leben einzuweihen.

aus Die Sendung Moses von Friedrich Schiller:

Unter einer alten Bildsäule der Isis las man die Worte: »Ich bin, was da ist«, und auf einer Pyramide zu Sais fand man die uralte merkwürdige Inschrift: »Ich bin alles, was ist, was war und was sein wird, kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.« Keiner durfte den Tempel des Serapis betreten, der nicht den Namen Jao – oder J-ha-ho, ein Name, der mit dem hebräischen Jehovah fast gleichlautend, auch vermutlich von dem nämlichen Inhalt ist – an der Brust oder Stirn trug; und kein Name wurde in Ägypten mit mehr Ehrfurcht ausgesprochen als dieser Name Jao…

 Halleluja –  הַלְּלוּיָהּ (hallelu-Jáh) Jah, die Kurzform für JHWH.
Wörtliche Übersetzung: „Lobt Jah!“  (Wikipedia)

Der jüdische Gelehrte Friedrich Weinreb erklärte den Namen JHWH folgendermaßen aus der Kabbala. Der Name hat etwas mit den hebräischen Schriftzeichen und den 26 Geschlechtern zu tun. Da der Mensch durch Unwissenheit diesen Heiligen Namen aussprach, wo er nicht angebracht war, hat man Adonaj = Kyrios = Herr daraus gemacht.

Die 26 Geschlechter:
1. Adam
2. Scheth
3. Enoch
4. Kenn
5. Mahalalel
6. Jeter
7. Chance
8. Metuschelach
9. Lamech
10 Noah

Das ist der 1. Teil. Die Zahl 10 hat den hebräischen Buchstabenwert „Jod“.

1. Schema
2. Arpachschad
3. Schlacht
4. Ebert
5. Peleg

Das ist der 2. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

1. Reu
2. Serug
3. Nachor
4. Terach
5. Abraham
6. Isaak

Das ist der 3. Teil. Die Zahl 6 hat den Buchstabenwert „Waw“.

1. Jakob
2. Levi
3. Kehat
4. Amram
5. Mose

Das ist der 4. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

Aus allen Teilen, den 26 Geschlechtern, ergibt sich der Name „JHWH“.


Gott hat viele Namen,
nenn Ihn, wie du magst –
wenn du nur mit Inbrunst
aussprichst, was du sagst.

Hört nicht auch die Mutter
ihres Kindes Ruf,
ehe noch sein Seelchen
sich ein Wortbild schuf?

Gott spricht alle Sprachen. –
Doch wer schweigen kann,
steigt als goldne Flamme
selber himmelan…

<Ephides>

Gedanken

William Adolphe Bouguereau 1825 – 1905

Mächtige Unsichtbarkeit,
verborgene Energie
in sechster Dimension,
Verbindung zwischen den Welten.
Übermitteln lautlos
Wünsche und Träume,
manipulieren und führen,
durchbrechen Raum und Zeit,
manifestieren das Unmögliche,
senden Liebe und Zuversicht,
schmälern die Kraft des Bösen.
Mittler zwischen Verstand und Seele;
dringen bis ins Herz,
enden im Unbewussten,
lassen uns weinen und lachen,
zeigen uns Wege aus dem Labyrinth
der Alltäglichkeiten,
schenken uns ein Lächeln,
wenn wir in Gottes Arm sanft eingeschlafen sind.

Orakel

Emil Dörstling 1859-1940 – Kant und seine Tischgenossen


Ein Teil des ew’gen Geistes Licht zu sein
und hier im Kreise der gelehrten, alten Runde,
mit Worten dringen durch des Schleiers Schein,
zu stärken euch in tiefstem Seelengrunde,
 
dies sei zu eurer Freude unser tägliches Bestreben,
fragt nicht die Wissenschaft, wenn ihr nach Wahrheit sucht,
wir sind es, die euch hier die Antwort geben,
liegt doch im Jenseits des Orakels Lösungsspruch.
 
Es gilt ein Zauberwort, das Nächstenliebe heißt,
für alle Zeit im Herzen dieser Welt zu integrieren,
nur wer die Existenz des Nächsten preist,
wird Gottes Sinn in den Alltäglichkeiten spüren.
 
Wer alles Leben ehrt, ehrt auch die Göttlichkeit,
drum seid bestrebt den rechten Weg zu gehen,
entfernt euch von der Oberflächlichkeit,
mildert mit Liebe euer Zeitgeschehen.
 
Schützt die Natur, die Schatzkammern der Erde,
begegnet voll Respekt der Schöpfung allen Lebens,
verteilt gerecht, dass endlich Frieden werde;
des Nächsten Last zu mildern, das sei euer Streben.

Freiheit

Jørgen Roed 1808-1888- Ein Künstler bei der Rast auf einer Wanderung

Freiheit ist der Weg der Gesetzgebung, der beide Seiten des Weges sichtbar macht, die richtige und die falsche. Freiheit ist ein Geschenk und eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die man tagtäglich kämpfen muss.

Schaut die Natur, die Bäume, das Meer, die Berge!
Dort soll der Mensch ruhig und stark werden, auch wenn er sich mitunter klein und demütig fühlt.

Die Natur repräsentiert das Leben in den von Gott gesetzten Bahnen. Sie kann sich ohne Eingriff des Menschen in reiner Kraft ohne Wirrnis und Zwiespalt entwickeln. Das nennt man Evolution. Es gibt keine Schöpfung ohne Evolution. Alles, was stillsteht, stirbt.

Wir Menschen sind einst aus dieser Harmonie gefallen und können nicht mehr werden wie die Geschöpfe der Natur. Wir müssen über unser Ego hinauswachsen und zu Gott zurückkehren auf dem großen, weiten Weg der Freiheit. Immer wieder werden wir die Wahl zwischen Gut und Böse haben und die richtigen Wege suchen. So ist es möglich, dass der menschliche Geist des Irrweges bedarf, um darauf zu dem von Gott gesetzten Weg zurück zu gelangen. Er wird uns helfen, dorthin zu finden.

Der Mensch wird erleben, dass er in der Harmonie reicher, reiner und bewusster stehen wird. Rein werden wie die Engel, die manch ein Mensch um ihre Reinheit beneidet.

Was mich aufregt ist die immer stärker werdende Ego-Gesellschaft, die vor der Natur und vor anderen Menschen jeglichen Respekt verloren hat. Sie nehmen Natur- und Waldliebhabern das Eindrucksvolle, das Erhabene, wenn sie lautstark und ohne Rücksicht mit ihren Mountainbikes über die Waldwege fahren und diese mit besonderen Ausbuchtungen für ihre Zwecke vorbereiten.

Das ist nur ein Bruchteil falsch verstandener Freiheit, die ich nicht akzeptieren kann aber zähneknirschend hinnehmen muss. Dann wünsche ich mir die heile Scheinwelt der gar nicht heilen 50er Jahre zurück, in der ich Kind sein durfte.

Die wahre Freiheit zu erlangen ist ein langwieriger Prozess, ein ständiges Auf und Nieder zwischen Kleinglaube und Kleinmut, hin zu der Höhe, die der Mensch sucht und immer aufs Neue wieder verlassen muss.  

Der Ursprung Israels und deren Götter

Moritz Daniel Oppenheim 1800-1882 – Moses und die Gesetzestafeln

Die ersten fünf Bücher der Bibel befassen sich mit der Geschichte von der Entstehung der Welt und enden mit der beginnenden Eroberung des ‚gelobten Landes‘. Zusammenhängend berichtet wird im ersten Teil vom Anfang der Welt, bis zur Bildung des Volkes Israel im Lande Goschen und im fünften Bericht vom Wanderzug in der Stein Wüste Zin bis zum Tod Moses.

Durch die griechische Übersetzung wurde vieles umgedeutet und Spuren, welche die hebräische Urschrift erkennen ließen, verwischt. Hierbei wurden die Götternamen unkenntlich gemacht (wie bei den ägyptischen Herrschern) und dem Leser dadurch suggeriert, die Kinder Israels seien Eingottgläubige gewesen, was zu Moses Zeiten und davor jedoch nie der Fall war.

Der Gott Moses wird durch eine geschichtliche Tat dargestellt: Der Führung und Errettung aus Ägypten. Dieser Gott ist zornig und eifersüchtig und lässt nur diejenigen leben, die alleine an ihn glauben. Er verlangt Opferungen und Anbetung: 2. Mose 20,24: „Einen Altar von Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe und Rinder opfern.“ Neben den zehn Geboten gibt es noch zahlreiche Gesetzgebungen, die Jahwe zugeschrieben werden. Eine Frau war offenbar weniger wert als eine Jungfrau. Sklaven galten als noch minderwertiger.

Das 2., 3. und 4. Buch Moses scheint verworren, der Inhalt ungeordnet, zerrissen und ineinander verschachtelt. Hierin zeigen sich verschiedene Bildungsstufen der Schreiber. Es sind die Geschichten des einfachen Wanderlebens in der Wüste. Lt. Bibel hatten die Israeliten zuvor 430 Jahre in Ägypten gewohnt. In deren Zerrissenheit bemerkt man, dass sich Aufzeichnungen aus älteren und neueren Berichten bestehen, die Jahrhunderte auseinander liegen. In der Bibel ist von 40 Jahren die Rede. In der Kabbala ist die 40 die Zahl für einen auf Erden langen Zeitraum. Nach dem Auszug „zogen alle Heerscharen Jahwes aus dem Lande Ägypten hinweg.“

Danach erging eine neue Satzung von Jahwe aus, in der u. a. befahl, dass alle Männer beschnitten werden. 2. Mose 12,48.

Die Semiten machten damals ihre Niederschriften auf Fellen, die sie aufeinander liegend aufbewahrten, was nicht immer chronologisch möglich war. So entstanden die drei Bücher. Durch die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. wurden die meisten Felle verbrannt und der Hohepriester Esra ließ alles neu schreiben.

Die älteste urgeschichtliche erst Engel-/dann Gott-Erscheinung war wohl die Feuer-Erscheinung im brennenden Busch, dem sich Moses nur mit entblößten Sohlen nähern durfte, weil er heiliges Land betrat. 2. M, 3, 2

Nachdem Moses 2. M, 3, 13-15 den Namen der Gotteserscheinung erfragt hatte, erhielt er zur Antwort: „Jahwe (Ich bin), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich (Moses) zu euch gesandt. Jahwe ist mein Name ewiglich, und so will ich angerufen sein von Geschlecht zu Geschlecht.“Diese Erscheinung galt als Willensäußerung einer außersinnlichen Welt, als Gestaltung eines höheren, heiligen Wesens. (1. Kön. 19, 11-12)

Denkwürdig dieser Vergleich: Auch in Westafrika gibt es dieselbe Vorstellung bei den Fetischanbetern. Auch deren höchster Volksfetisch hielt sich in einem Busch auf, dem sich nur der höchste Priester nähern durfte. Auch hier durfte der heilige Boden nur barfuß betreten werden.

Das hohe Alter dieses Felles kann man ahnen, weil man das verrohte Volk Israels und dessen Anführer Moses in seinem niedrigen Bewusstseinszustand erlebt.

In 2. M 3,22 erlaubt Jahwe seinem Volk den Diebstahl und Betrug an den Ägyptern, was er sogar als Verdienst betrachtete. Zuvor hatte Er als Zwangsmaßnahme in Ägypten alle Erstgeburt der dortigen Menschen, als auch die Erstgeburt des Viehs erschlagen lassen. In der Bibel steht 2. Mose 12,29-30: „…es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.“, und er hatte vorher sämtliche Plagen über Ägypten ziehen lassen, um ‚sein Volk‘ freizupressen.

Das war ihm jedoch nicht genug. In (2. M 13, 12-15): Darnach sprach der Herr zu Mose: „Weihe mir alle Erstgeburt bei den Israeliten, alles was zuerst den Mutterschoß durchbricht, unter den Menschen und unter dem Vieh; mir gehört es.“ Ebenso (2. M 22,29): „Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.“

Das ist die älteste Überlieferung zur Opferung der Erstgeburt, um sich den Schutz Jahwes sichern zu können. Bei der Volkszählung nannte man eine Zahl von 603.550 Männern zwischen 20 und 60 Jahre alt; 22.273 erstgeborene Söhne zwischen 1 Monat und 20 Jahren, wobei mehr als 170.000 hätten vorhanden sein müssen. 150.000 blieben verschwunden, d. h. waren geopfert worden, wie es die Vorschrift verlangte. Da half kein Wehklagen. 3. M, 27,29: „Wenn irgendein Mensch durch den Bannfluch geweiht wird, so darf man ihn nicht lösen, sondern er muss getötet werden.“

2. M 13, 21-22 Jahwe aber zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten. Nie wich die Wolkensäule am Tage und nie die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des Zuges.

Die Orakellade wurde vorangetragen, begleitet vom ewigen Feuer, welches den mittels Feuer opfernden Priester nötig war, damit stets rein Erhaltenes zur Verfügung stand. Dem Volk wurde so vermittelt, dass nicht der Priester, sondern der ‚Feuerherr‘ selbst voranging, um sein Volk zu führen.

In 2. M 16, 29 wird der Sabbath eingesetzt, wobei Moses sprach: „siehe Jahwe hat euch den Schabbath gegeben.“ Das Wort bath bedeutet ‚Zelt‘ und schab, sab oder seb war ein altsemitischer Götzenname.  Jeder siebente Tag war demnach dem alten Verehrungswesen SAB geweiht und später wurde der Name auch durch Jehova ersetzt.

2. M 32, 1-20 beschreibt die Einführung des ältesten Dienstes des ägyptischen Nachtosir (Hapi und Apis) in Gestalt des jungen Rindes, weil Aaron dachte, Mose käme nicht mehr zurück. Das Volk forderte Aaron auf, ihnen einen neuen Gott zu machen, der vor dem Zug durch die Wüste voran gehen sollte. Deshalb mussten alle Leute ihr Gold zu Aaron bringen. Der goss es in eine Tonform und machte daraus ein goldenes Kalb. Da sprach das Volk: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat.“ Am nächsten Tag brachte Aaron an einem neu gebauten Altar Brandopfer und Heilsopfer dar. Als das geschah sprach der Herr zu Mose: „Geh, steige hinab, denn dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hast, frevelt.“

Zurückkehrend vom Berg, versöhnt Moses Jahwe durch ein grausames Opfer, will aber nicht den schuldigen Aaron hingeben. Er lässt durch die Leviten 3.000 Menschen töten, wobei jeder seinen Sohn, Bruder, Freund oder nächsten Angehörigen auswählen musste, weil Moses annahm, der ergrimmte Herr wäre so eher versöhnt. Das goldene Kalb ließ er zu Staub zermahlen und gab es denjenigen mit Wasser vermischt zu trinken, die den Gott aus Metall angebetet hatten.  

Immer wieder wird dem Volk die ausschließliche Verehrung von Gott dem Herrn eingeschärft. So auch, als die Israeliten das ‚Gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen‘ erreichen. Dort wieder Mord und Totschlag, denn das Land ist bewohnt und Jahwe fordert sein Volk dazu auf, es gnadenlos umzubringen. 5. M 6, 10-11. Immer wieder wird gemordet und geschlachtet, bis niemand übrig bleibt. Doch manchmal ist man gnädig und überlässt die Frauen, den Kriegstreibern. Im Rachekrieg über die Medianiter wird Mose zornig über die Vorgesetzten des Heeres.

4. M 31, 14-18: „Wie, ihr habt alle Frauen am Leben gelassen?“…“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern; auch alle Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr töten. Alle weiblichen Kinder aber, denen noch kein Mann beigewohnt hat, lasst für euch am Leben.“

Die reiche Kriegsbeute an Gold wurde zu Moses und dem Hohepriester ins ‚Heilige Zelt‘ gebracht, „…damit der Herr der Israeliten gedenke.“ 4. M 31, 54

Alles nur inszeniert, von Moses und den Priestern oder der Scheingöttlichkeit? Gibt es eine größere ‚Sünde‘, als im Namen des wahren Gottes zu töten, der seine Schöpfung zuvor als sehr gut befunden hatte?

Auf welch rückständiger Bildungsstufe Moses und sein Volk stand, ist selbsterklärend. Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben und die Gebote der Nächstenliebe sehr ernst zu nehmen. Wie sehr widerspricht das Töten im Namen des Herrn der Nächstenliebe!?

Braucht ein grausames Volk einen noch grausameren Gott, vor dem es Respekt haben muss und sich ihm unterwirft? Aber war das derselbe Gott, den Jesus „seinen Vater im Himmel“ nannte?

Man dachte damals, dass das Verehrungswesen durch Räucherungen und durch Tieropfer zu besänftigen wäre. Hatte man Angst oder Respekt vor einem solchen Gott?

Moses und Aaron vor der Bundeslade – James Tissot 1836-1902

In 3. M 26, 21-29 heißt es: „Wenn ihr euch aber mir entgegenstellt und mir nicht gehorchen wollt, dann werde ich euch weiter schlagen, und zwar siebenfach nach euren Sünden. Und ich werde die Tiere des Feldes unter euch senden, dass sie euch kinderlos machen und euer Vieh ausrotten und euch an Zahl verringern, und eure Wege sollen öde werden. Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch schlagen, und zwar siebenfach wegen eurer Sünden. Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht. Und zieht ihr euch in eure Städte zurück, dann werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden. Wenn ich euch den Stab des Brotes zerbreche, werden zehn Frauen euer Brot in einem Ofen backen, und sie werden euch das Brot zurückgeben nach dem Gewicht; und ihr werdet essen und nicht satt werden. Und wenn ihr bei alldem mir nicht gehorcht und euch mir entgegenstellt, dann werde ich mich euch im Grimm entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch züchtigen wegen eurer Sünden, und zwar siebenfach. Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen.“

In den Orakelzelten verschloss Moses oder Aaron den Eingang und setzte sich hinein, in den Rauch betäubender Kräuter, wo er längere Zeit verblieb, bis er erregt und fiebernd, mit hochrotem, aufgedunsenem Gedicht und schrecklich verzerrten Zügen, dem Volk die ‚empfangenen Offenbarungen‘ verkündete, bis er erschöpft und von Krämpfen geschüttelt niederstürzte. Die Rauch Orakel endeten mit Moses Tod.

Nach heutigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten würde man bei der Annahme, über diese Rauschzustände mit der geistigen Welt in Verbindung treten zu können, nur den Kopf schütteln.

Was aussieht wie Betrug und Gaukelei war in der damaligen Zeit ein redlicher Wille von Moses, der im guten Glauben versucht hatte, das Verborgene zu finden. Er nahm eigenes Leid auf sich, um seinem Volk zu dienen und für das Wohl aller zu sorgen.

Die Gottesdienste waren Moses Volk eine heilige Sache, wie heutzutage den Christen ihre Sakramente, die nach heutigen Erkenntnissen rückständig und irrend sind. Beide Parteien handelten/handeln gläubig und ehrlich. Der wahre Gott (als Bezeichnung), der Ur-Schöpfer des Universums, die universelle Ur-Energie, hatte eine fehlerfreie Welt erschaffen. Wer war dann der Erschaffer dieser unvollkommenen Welt, wie es in der 2. Schöpfungsgeschichte steht?