Zwischen grünen Hecken lag mein Garten - längst ist er in fremder Hand und fern; war Bewusstseinsträger und mein Warten auf das Helle in „des Pudels Kern“.
Angelegt war er in Fleiß und Arbeit, zwischen Stahlwerk und 12 Stunden Last. In der Laube: kurzes Glück zu zweit, seltenes Lachen, Aufbruch nach der Rast.
Foto: privat – Meine Großeltern Helene und Robert Nicolay, 5oer Jahre
Plumpsklo Inhalt auf die Beete tragen - gelbe Kleckse säumten Weg und Ziel; übel roch ‚der Dünger‘ vorm Vergraben, bis er erdbedeckt vom Spaten fiel.
Opa richtete, veredelte und pflanzte Stangenbohnen und ein Erdbeerfeld; bis ich unter vielen Bäumen tanzte - wohl behütet war die Gartenwelt.
Flüchtete hinaus so manche Stunde, lauschte dort den Vögeln, dem Gesang; staunte über die Insektenfunde, die ich hüpfend in der Wiese fand.
Wachsend, das Bewusstsein jedes Lebens - auf dem Fundament des ewigen Gartens; Leid gedüngt, in Liebe um das Streben, groß der Preis, den erntend wir erwarten.
In mir ist Stille, Ruhe geht in Resonanz, als Echo aller leisen Töne, die in mir sind – die Seele tanzt, folgt sanft dem Takt, dem schwingend schönen, der in der stillen Nacht verklingt und wiederkehrt im Morgenlicht, das mir die Taggedanken bringt, trotz noch verschlossener, dunkler Sicht.
Weckt mich hinein in Raum und Zeit, lässt meinen Tag ein Lächeln sein, gibt mir zurück ein Frühlingskleid, das bunt und schön im Sonnenschein.
Nun wird die Erde hell, die Sonne scheint, und eine Drossel, die früh singt, bringt Segen; die Meisen sammeln zwitschernd, froh vereint, Zweige und Flaum zum Nestbau auf den Wegen.
Die Kinder halten Hündchen an der Hand, die kläffend heiter voran gehn und springen, der Himmel zieht sein blaues Band durchs Land und lässt die alte Welt zur Hochzeit singen.
Vom Sonnenstrahl erhellt, ist es erwacht, das kühle Land - es lässt die Seele steigen; es malt das Graue bunt und über Nacht sieht man ihr Kunstwerk leuchtend in den Zweigen.
Gebunden ist manch Land, gar regungslos im Handeln,
es macht sich frei, dort neu, wo Leben lenkbar ist.
Um sich zu öffnen, Falsches umzuwandeln,
verlangen altgewohnte Muster Lösungsfrist.
Der Wohlstand wird zum Hochmut und das Werden
ein Akt von neuem Sklaventum; frei ist das Land
durch wahre Helfer, gottestreu auf Erden,
beherrschen alle Wildheit durch Verstand.
Nicht Brücken bauen über wilde Fluten,
sondern zur Selbsterlösung, aller Freiheit Mühe.
Schenkt Friedensblumen ängstlichen Rekruten,
zeigt ihnen Schönheit frei gewachsner Blühte.
Wie die Gedanken, die man nicht bezwingt,
hat jede Seele ihres Denkens Garten.
Ein Land, das demutsvoll von neuem Frühling singt,
dienend dem Ganzen darf es ihn erwarten.
Land der Eichen, du bist mild geworden,
deine Rinde, wie vom Sturm geglättet,
doch wächst deine Wurzel, alt verwoben,
mit dem Boden, der die Ahnen bettet.
Nahmst die Nahrung dir aus fremden Bächen
und aus blutgetränkten Schollen,
hörtest nicht auf andere, wie sie sprechen,
die wie Blumen um dich wachsen wollen.
Holz, lass deine Jahresringe zählen,
die in dir wuchsen, hin durch ferne Zeiten;
wenn die Geschichte spricht, ist’s wie ein Quälen,
man fühlt die neue Zeit darüber schreiten.
Durch die Heimat rauschen neue Klänge -
wie ein Sang aus tausend fremden Kehlen,
und das Eichenlaub teilt rauschend die Gesänge,
dünkt sich neu, aus unbekannten Seelen.
Emporzusteigen auf dem Rücken anderer,
auf Herzen treten, kalt und rücksichtslos;
Erfolg zu haben, unter Welten-Wanderern,
immer nur nehmen, macht den Bösen groß.
Bringt es Befriedigung, bedeutend sein und mächtig,
was anderen schwer gelingen kann?
Viel schöner ist das Glück, das blüht und prächtig
durch eignes Tun im Menschenherz gelang.
Ein Blümlein schauen, das im lichten Grünen
am Frühlingsmorgen Richtung Sonne strebt,
ist besser als Zertreten vor dem Blühen,
es auszureißen, damit der Rasen ‚lebt‘.
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