Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird, und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin – bereit, und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.
Ich wollt‘ kein Jahr zurück, nur eine einz‘ge Stunde, in der ich alle Lieben wiederfinde, und mich vor dieser tot gemeinten Runde verbeuge und in Demut mich verbinde; stehn würde ich vor einem trüben Bild, vor denen, die mir gut gewesen oder nicht… gleichgültig, grausam, mild – so streute sich das Maß der Dinge, denn ohne all die vielen Wandler meiner längst vergangenen Stunden, ob leidvoll oder liebend und in Harmonie verbunden, wäre ich nicht die ICH BIN, es ist doch alles Eins: umschwebt von Gottes Sinn.
Die alte Zeit ist fort. Mit ihr Generationen. Auf Sand des Einst ist unsre Welt gebaut, als winziges Atom, das schlummert in Ionen. Ihr Bild, verklärt, nur Abbild, mild ergraut.
Verklärte Zeit! Was ist von dir geblieben, wenn das Gedenken manche Wahrheit schönt? Wie war dein Früher? Ist es übertrieben… ist es ein falsches Bild von dir, das uns verhöhnt?
Der Sand der Gegenwart lässt Schritte schwanken. Mein Blick mag ungern manche Wahrheit schauen. So manche Nacht gefüllt mit Taggedanken, die kreisten bis zum nächsten Morgengrauen.
An Fetzen der Vergangenheit zu kleben, fest in sich tragend altes Zeitgeschehen; ringen nach Luft im Wellentanz des Lebens, im Auf und Ab, wie Treibholz und vergehen.
Saumselig spielten am Fluss die Libellen, schwirrten gar lustig und glänzten so bunt, Frühling trat aus den Sonnenquellen und die Natur schien voll Atem, gesund.
Vögel flogen als singende Gäste zurück in die noch kühle Heimat im Norden, hin zu den brutbereiten Geästen, und sie zwitscherten Lieder am Morgen.
Insekten, Bienen und Krabbeltiere bauten sich neue Häuser geschwind, in wachsenden Gärten und unter Spalieren tollte der Mensch mit innerem Kind.
Wärme vorbei, der Herbstwind bringt Kühle - Vögel reisten in wärmere Fernen; längst verstaut sind die Liegestühle und auch der Frohsinn, der Griff nach den Sternen.
Gelb und welk liegt das Laub zerstoben, der Norden lässt die Stürme herein; erste Schneeflocken fallen von droben. Würde die Welt doch im Winterschlaf sein!
Herbststurm wirbelt – Welt wird kühler, greift das Land mit tausend Händen, so, als ob’s ein Spielzeug sei, wirft’s dann fort und zieht vorbei an den starren Häuserwänden.
Vollmond, hinter Wolkenbergen - manchmal nur schaut dich die Welt, lässt sie Himmelswege ziehen, als ob sie der Zeit entfliehen, die die Nacht gefangen hält.
Fahles Licht – ziehst an den Sinnen, treibst Gedanken, wie der Wind; in den mondbeglänzten Räumen, lässt du Mensch von Schatten träumen, die am Tag vergessen sind.
Wenn ich genieße der Erinnerung kleines Glück, in einem Leben, das ich heut‘ nicht wiederfinde, leb ich im Traum, der Gegenwart entrückt, so dass der Weg zurück sich nur im Müssen gründet.
Werd‘ immer in die Zeit zurückgezogen, so wie am Gummiband gerissen, hin und her, und bin ich erst der Schattenwelt entflogen, zieht’s mich zurück – bald ohne Wiederkehr.
Dann BIN ICH, nur im großen Schweigen, um mich herum, nur Sonne, Wind und Regen; das ALL um mich, wo alle Sterne steigen und paradiesisch blüht ein neues Leben.
Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen.Cookie settingsACCEPT
Privacy & Cookies Policy
Privacy Overview
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these cookies, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may have an effect on your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.