Vom Schein der Mode sollt‘ ich mich entwöhnen; ein Hauch von Nichts, der sich um Leiber schmiegt, ein bisschen krumm Gewachs’nes gerade biegt, die Blicke auf sich zieht, um zu verschönen.
Liegt doch ein Trug, der augenscheinlich da, in Kleidern, die den Trägern schmeicheln, kaschiert die Linie in einigen Bereichen und man verbirgt, was sonst erkennbar war.
Ganz unentbehrlich schienen einst die Blicke, die beim Flanieren meinem Körper galten; es war mir ein Genuss, sie an mir festzuhalten, es gab mir Selbstvertrauen, Leichtigkeit der Schritte.
Die Moden ändern sich im Lauf der langen Zeit, Gepflogenheiten sind nur temporär - das Alter kam, und jede Falte zeigt mir, was es mit sich nahm: die Schönheit und die Oberflächlichkeit.
Vorüber sind die sorgenschweren Tage, es glättet eine Spur von Leichtigkeit die Welt, die mir geblieben, denn es waren viele Jahre, zu denen sich kein Hauch von Glück gesellt.
Nur ein Zufriedensein ist mir geblieben; mit Händen greife ich das Glück beim Schopf; die sich mir zugeneigt, zärtlich verbiegen, um meine Beine streichen, Leib und Kopf.
Bei jedem Streicheln blinzeln sie mir zu und schnurren mir den Laut der Harmonie, was mich bedrückte, schwindet so im Nu; denn ihre Seelen lächeln – irgendwie.
Es gab manch helle Sonntagmorgen, an denen ich zum Spielen ging. Die Luft war rein, es blieb verborgen, was über mir in Schwere hing.
Geöffnet waren Herz und Seele; streckte die Arme aus nach Leben. Ein frohes Lied floss aus der Kehle, dem Hof und Garten galt mein Streben.
Im Sonntagskleid und weißen Strümpfen, mit feinen schwarz lackierten Schuhen, gab’s manchen Tadel, lautes Schimpfen, wenn ich’s beschmutzte durch mein Tun.
Im Garten durch die Felder gehen, und die Insektenwelt betrachten, schaukelnd die Welt von oben sehen, wie Wolken ziehn und Schatten brachten.
Des mittags roch es aus der Küche nach Klößen und nach Schweinebraten, die Schwaden sonntäglicher Gerüche, zogen sich weit bis in den Garten.
Mit Vorsuppe und Schokopudding wurde der Sonntag zelebriert; saß müd gegessen auf der Bank, nachdem die Reste abserviert.
Es gab statt Fernsehen Radioklänge und Sportreporter, die dort schrien; Redeverbot – im Raum die Enge –, wollt‘ nur in meinen Garten fliehen.
Ein Sommertag erwacht aus Träumen, vertreibt die kühlen, dunklen Stunden, und durch die dicht belaubten Bäume, ersehnt man sich ein goldenes Funkeln.
Dem Wind im Lied der Blätter lauschen, im Auf und Ab, Wiegen und Schwingen, flatterndes Kleid mit Flüstern und Rauschen, bringen dem Tag ein melodisches Singen.
Der Sonnenschein zeigt gemilderten Glanz, dunkle Wolken durchstreifen den Himmel, manchmal funkelt ihr Strahl mit gewisser Distanz, ihre Strahlkraft wird sie nicht bringen.
Bis zum Abend entladen sich Tropfen zuhauf, prasseln gegen die Fensterscheiben. Der Himmel macht seine Schleusen auf, wird des Sommers Wärme vertreiben.
Unser Zeitgeist ist hochtechnisiert. Das hat eine gute und eine weniger gute Seite. Es gilt Althergebrachtes zu erhalten und zu bewahren.
Maschinen übernehmen die Arbeit aus Jahrhunderten und der Mensch hat sich in eine große Abhängigkeit begeben. Die nächsten Generationen verlieren nicht nur altes Wissen, sondern auch alte Fähigkeiten. Würde die Technik ausfallen, ginge alles verloren und die Menschheit müsste bei Null beginnen.
„Alexa“ kann nichts mehr sagen, wenn man ihr den Stecker zieht.
Time Stops (2005). Zelkats. Digitale Kunst. 2008-2012
Wie eine leere Zeit, die nicht gefüllt mit Dingen, in der kein Tun und Ringen – nicht Liebe und nicht Leid; wo nur Gedanken wachen, kein Weinen und kein Lachen, von Gegenwart befreit; wie eine laute Stille, in der die Geistesfülle sich schweigend Raum verleiht.
Fußballspiel – Tisa von der Schulenburg (1903-2001)
Be-geistert werden Menschen jubeln, auf dieser unvollkommenen Erde, bald geben sie im Freudetrubel dem Sport und Spiel der Welt die Ehre.
Gejubelt wird von den Tribünen - die Sorgen sind ganz klein geworden, wenn in sonst alltagstrüben Mienen die Siege für Triumphe sorgen.
Der Mensch, er kämpft, verliert, gewinnt, mühselig, wie sein Lebensplan, und wenn der Traum vom Sieg zerrinnt, erwacht er aus dem Rausch alsdann.
Die ausgestreckten Hände vieler -, im Chaos dieser Welt versponnen, gehören zu den wahren Spielern, für die das Lebensspiel gewonnen.
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