Des Lenzes blaues Band entschwebt, das Jahr teilt sich, man riecht des Juni’s Süße; der Lindenduft scheint übers Land geweht, Flora ersehnt sich durstig Regengüsse.
Die Sterne des Jasmins sind schon verblüht - in weiß getaucht war mir der Kindheit Garten, wenn jeder Stern geliebte Düfte sprühte, geschlossenen Auges konnt‘ ich ihn erraten.
Aus weiten Fernen irrt zu mir der Duft – längst abgeblüht, aus der Vergangenheit; hör‘, wie mich jeder Strauch des Weges ruft - in allen Blütensternen weint mit mir die Zeit.
Der heilige Gesang der Wellen, die kraftvoll über Strände streichen, und jeder Schlag ist, wie ein Weichen, zurück in die bizarre Welt des Schwebens, wo sich Korallenriffe breiten, Inseln des Lebens.
Mondlicht- und sonnengleich; erglüht im Feenreich die zarte Märchenwelt, millionenfach geboren, um zu leben und es weitergeben, in Farben eingehüllt, die nicht von dieser Welt, ein Wellenschlagen, überirdisch schön, ein Kommen und ein Gehen.
Lautlos vom Strom getragen, wie an den Schöpfungstagen, das Leuchten erster Sterne. Ein Zauber zarter Farben, irisierend, wie Reklamen, im abgedämpften Licht, am Rande der Gezeiten, wie schwereloses Gleiten.
Pulsierend ist die Buntheit, wenn sie leuchtet in der Tiefsee Fülle, ist sie ihr eignes Licht; silbrig prunkt es an mancher Schuppen Hülle, treibt mit den Schwärmen farbenfrohen Tanz, ein Auf und Nieder, fern vom Sonnenglanz.
Gestreut aus Himmeln, wie einst im Strome der Gezeiten gleiten, als abgedämpftes Licht im Innen Seelen leuchten sehn, sich und die Vielfalt dieser Welt verstehen, wo Zauber aller Farben, sich offenbaren.
Aus dem Blut der Andren Kraft zu ziehen, ist der Lauf der Welt: „Friss oder stirb!“ Kreuze wurden dem ‚der fraß‘ verliehen, der das Leben anderer verdirbt.
Christlich sein - die „Goldene Regel“ übe! - Aus den Schulen hat man sie verbannt. Wichtigstes Gebot der Nächstenliebe - kennt durch weise Lehrer jedes Land.
Ist ein Menschenrecht und Gottes Wille, Gebot und Lehrsatz, der für alle gleich; dass man ihn verlernt, ist Menschenwille - Rache, Desinteresse folgenreich.
*“Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“
Der Monde fahlen Glanz hab ich genossen, wenn sie vom dunklen Firmament, wie Silberflüsse durch die Fenster flossen, besonntes Hell, das Schlaf vom Wachsein trennt.
Das Mondlicht zeichnet Himmelsblässe. Wie es Konturen auf den Häusern malt! Frau Luna ist die älteste Mätresse, die Existenz des Mondes längst bezahlt.
Es scheint, er hat sich abgewandt vom Leben, damit die Erde fruchtbar wird durch ihn, denn ohne ihn, würd‘ es kein Leben geben, und alle Jahreszeiten wär’n dahin.
Er malt das Bild des fernen Widerscheines, die Sonne drosselt durch ihn ihre Kraft. Einmal im Monat zeigt er sein geheimes und fahles Leuchten in der Nacht.
Er ist Begleiter, Lenker der Gezeiten, und wenn die Achse unsrer Erde wankt, ist er die Stütze; alle Klimabreiten und deren Ausgleich sind in seiner Hand.
An einem goldnen Faden hängt das Leben, der Mensch webt schicksalhafte Bilder auf den Grund. Um die Stationen klar hervorzuheben, sind sie oft dunkel, farblos, manchmal bunt.
Aus vielen Fäden, die verknotet, wirren, entstand ein finsteres Gespinst aus Schuld; durch Leid und Tragik, fehlerhaftem Irren, riss manchem Lebensfaden die Geduld.
Beim Auseinanderwirren, müßig Trennen, der vielen Fäden, die das Lebenstuch bedecken, ist jener goldene Faden zu erkennen, der sich in all dem Wust der Zeit versteckte.
Führt Mensch ans Ziel der göttlichen Bestimmung, hineingewoben, wie im goldenen Vlies, bringt er auf dunklem Grund Erkenntnis und Besinnung, gesponnen für des Geistes Paradies.
Durchtränkt vom Blut millionenfacher Leben, tief in den Gründen anfänglichen Werdens; im Daseinskampf des triebbedingten Strebens der Ungetüme, die erlegt im Massensterben.
Ur-Wälder, undurchdringlich, wild und mächtig, mit alten Bäumen, unermesslich groß; die Riesenpflanzen, Schachtelhalme, prächtig, ein Dschungel, der die ganze Welt umschloss.
Es folgten nach dem Einschlag von Kometen, nachdem Vulkangestein begrub das Land, die Asche, die wie Schnee vom Himmel regnet, die Luft vergiftet, Sonnenschein verbannt.
Millionen Jahre, bis der Mensch ‚erwachte‘, als neues Ungetüm der neuen Welt; der sich das Erdenrund zu eigen machte, der es bebaute, herrschte und erfand das Geld.
Ein neuer Daseinskampf hat längst begonnen, Mensch gegen Tier, Mann gegen Mann; das triebbedingte Streben hat gewonnen, weil Mensch das alte Tun nicht lassen kann.
Schon wieder tränkt das Blut die durst’ge Erde - ein Herrscher kann nicht herrschen ohne Krieg. Die Welt der Waffen lässt die Menschheit sterben. Die neue Eiszeit kommt – ganz ohne Sieg!
Im Heer der vielen Taggedanken, steht deine Seele tief inmitten Krieg und Frieden. Manchmal, wenn es dich trifft, wirst du am Boden liegen; von Kampf und Schwere in die Knie gezwungen, hast du im Leid erstritten, was dich ließ gesunden; heldenhaft aufgerichtet nach Verlust und Überwinden, nach Nächten voller Tränen, wirst du neue Wege finden. Die Zeit hat alte Seelenwunden dir verbunden, denn was du suchtest, hast du längst gefunden. Wirst neue, hoffnungsvolle Ziele sehen: Am Ende aller Kämpfe wird der Friede stehen!
Time Stops (2005). Zelkats. Digitale Kunst. 2008-2012
Wie eine leere Zeit, die nicht gefüllt mit Dingen, in der kein Tun und Ringen – nicht Liebe und nicht Leid; wo nur Gedanken wachen, kein Weinen und kein Lachen, von Gegenwart befreit; wie eine laute Stille, in der die Geistesfülle sich schweigend Raum verleiht.
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