Schwer, wenn die Schritte vor Barrieren stehen und jedes Denken schwächt das Weiterschreiten. Gefahrlos sind die Wege kaum zu gehen, zu undurchsichtig die Unwägbarkeiten.
Türmen Barrieren auf; der fremde Wille beherrscht manch menschliches Geschick. Dann wird zum Drahtseilakt die Tatenfülle, jede Bewegung mahnt mit Todesblick.
Der Menschen Absicht ist mal gut, mal böse; Bekriegen dient als Waffe und als Schutz. All die Soldaten in dem Kriegsgetöse sind auf dem Weg der Pflicht, die töten muss.
Marschieren durch die vielen Dornenranken, den Stacheldraht, der keine Blüten trägt; das Schlimmste dieser Welt sind die Gedanken, wenn sie zum Schlachtfeld ziehn, das nie vergeht.
Die vielen Herrscher über Krieg und Frieden, die nur befehlen und bequem aus ihren Sesseln der Würde Unantastbarkeit verbiegen und sie durch falsche Pflichten an sich fesseln.
Sind wie die Steine, kalt, mit leeren Worten, wenn sie mit Eigenlob und Aberwitz berichten, sie kümmert nicht die Schönheit mancher Orte, die sie in ihrem Größenwahn vernichten.
Der Weg der Pflicht wird oft zum Überwinden, wenn er der inneren Wahrheit nicht entspricht, denn jeder Schritt wird dann zum Missempfinden, fehlt es an Liebe und an Zuversicht.
Luftschlösser bauen mit bezaubernden Räumen und mit Engeln aus allen Wolken fallen; von Freundschaft mit sprechenden Tieren träumen, verborgene Schönheit sehen in allem.
Im Märchenbuch des Lebens das Gute finden, mit Schatten, die du nicht werfen willst, und Flüsse, die sich kreisend verbinden, vergangenes tragen als ewiges Bild.
Durch Ideen kunstvoll das Sein gestalten, Wunder hervortun, in glanzvoller Pracht. Den Strahl der Sonne als Zauberstab halten, der in der Natur grüne Wahrheiten schafft.
Verbunden sein, mit denen, die fehlen und spüren die enge Umarmung zugleich, dieses Prickeln elektrisierend erleben, das ist Liebe, die aus dem Jenseits gereicht.
Die Zeit – unruhiger Geist der Uhren, unhaltbar rinnt sie davon. Von Gegenwart zu Vergangenheit pendeln die Sekunden mit jedem Ticken; Sekundenträume, die im Zeitlosen schweben, dort verweilen, bis ein neuer Traum sie erlöst.
Zeit – wenn sie nicht bleibt, was nutzt das Wissen um die Wahrheit der Welt in dieser Stunde? Könnten wir die Zukunft ertragen?
Erkennen wir die Wahrheit des Lebens? Es würde doch nur ein Resümee des eigenen sein, nicht das der anderen.
Was nutzt es, wenn man nur einem Teil wahrhaftig wird? Die Menschen sehen uns, wie wir unser Spiegelbild. Es ist uns fremd. Wer sind wir wirklich? Könnten wir die Wahrheit ertragen?
Wahrheit klebt an den Fingern der Theorie, haftet dort einen Augenblick, bildet in der Wissenschaft eine ständig neue.
Niemals erreicht sie den Boden der Wirklichkeit, füllt sich immer wieder mit Erkenntnissen im Wandel der Zeit.
Reif werden wie sonnenbestrahlt und stark genug sein wie ein Baum, um Wahrheit zu tragen.
Lebenszeit ist ein flüchtiges Gut; übe das Ausruhen im Rückzug nach Innen.
Nutze den ‚Augenblick‘ deiner körperlichen Existenz zum Heil deiner Seele im irdischen und astralen Bereich. Irgendwann wirst du dort sein, im zeitlosen Raum, um die ganze Wahrheit zu sehen!
Weisheit und Wahrheit – Pierre-Paul Prud’hon (1758-1823)
Wie die Meereswogen gegen Klippen schlagen, wild und ungestüm, empört und rau, tosen all die Stürme, die die Herzen tragen, peitschen auf des Lebens tristes Grau.
Wo die schlimmen Wetter haltlos branden, die verheerend in die tiefen Strudel treiben; Elemente, die entfesselt Wege fanden und den offenen Schlund des Abgrunds zeigen.
Niemals löscht ein Sturm das Licht der Sterne und die seelentiefen Worte des Verstehens. „Weine nicht!“, klingt‘s tröstend aus der Ferne, wenn die Energien der Engel mit uns gehen.
Kühlen sanft und zart die heißen Wunden, die ein Sturm im kranken Herz entfacht, und die raue See scheint überwunden, was den Lebensschmerz erträglich macht.
Abseits stehen in Einsamkeit - so scheint’s im Stillen; an Freudenfesten stets den Leib wie unsichtbar verhüllen.
Als Zuschauer nur unbeachtet sein, von niemandem begehrt, im schweigsamen Allein Erkenntnis sammeln, anderen verwehrt.
Augen durchschauend jede Schwäche, die sehen, wie ein Mensch im öffentlichen Licht lächelnd die Oberflächlichkeit umspielt, weil sonst der Schein am Sein zerbricht.
Menschen und Dinge sehen, wie sie sind; in tiefste Schatten blicken, wird zur Qual. Die Niedrigkeit im Herzen anderer schauen, erinnert an das eigene tiefe Tal.
Entzweit sein, werden wir und einsam verloren sein, uns fühlen wie ein Kind, das Dunkelheit umhüllt verlassen, sich fürchtet, als sei‘s plötzlich blind.
Blühendes Leben, golden war’s beschienen, voll Lebensübermut und Zuversicht; das innere Kind spielt zwischen den Ruinen, sieht nur die Furcht im Dunkeln, ohne Licht.
Entreißt das Schicksal Menschen, was sie lieben, verliert ihr wundes Herz den Lebenssinn. Das, was verwachsen und im Geist getrieben – mit Herzblut geht ein Teil verloren und dahin.
Das innere Kind, gebrannt in Seelenflammen, ergab sich mit gebundenen Händen unter Tränen; es glimmt ein letztes Glühen in den Herzenskammern, ist wohlverborgen unter Asche reichem Sehnen.
Mensch sein, dessen Unvollkommenheit Aufgabe und Grund sind hier auf dieser Erde, als Arbeit an sich selbst zur rechten Zeit groß sein im Wachstum jedes geistigen „Es werde!“.
Schwer passierbar sind so manche Werdegänge, steil bergauf fällt Atemholen schwer im Vorwärtsschreiten. Wer das Unvorhersehbare fürchtet in der Enge, droht, auf großen, spitzen Steinen auszugleiten.
Durchzuatmen unter schweren Alltagslasten, und sie fortzuräumen, um den Blick aufs Glück zu schauen; neue Pfade finden und nach vorsichtigem Tasten diese hoffnungsfroh mit Blümlein zu bebauen.
Wie alles vergeht, wie alles verschwindet, was wir geliebt und was uns verhasst! Alles, was uns hier auf Erden verbindet, wird uns zuteil, weil’s die Seele erfasst.
Denn jedes Tun, jede Tat, die berührend, erhebt kurz das Denken und Fühlen ins Licht. Streift uns das Leid, im Schmerz, den wir spüren, zeigt sich des Lebenssinns wahres Gesicht.
Drängt uns zu neuem Denken und Handeln, entflammt Empathie mit heilender Kraft, erlöst uns selbst von Verwirrtheit mit Wandel, nährt die Materie durch geistige Macht.
Ausgereift sind alle Träume, Sommer rüstet sich zum Herbst, der berauschtes Laub der Bäume taumelnd löst vom Holz und Herz.
Wie der Sturm auf seiner Straße sausen hin die Luftgespinste; malen dunkle Wolkenbilder, leeren ihre nassen Dünste.
Und die Erde sinkt in Schleier; Kobolds Kinder stehn und lachen, wollen durch des Dunstes Wallen ängstlich wirr die Menschen machen.
Freuen sich auf kühle Zeiten und auf lange Schattennächte; tanzen in den Wolkenbildern, sind des Sturmes kleine Knechte.
Auf dem alten Schutt der Jahre neue Zeiten, die sich bauen, lassen hoffnungsfrohe Augen rückwärts blickend vorwärts schauen.
Jahreszeiten, Hass und Liebe, die des Lebens Kreislauf schalten, werden aller Menschheit Lose ähnlich oder gleich gestalten.
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