Durchtränkt vom Blut millionenfacher Leben, tief in den Gründen anfänglichen Werdens; im Daseinskampf des triebbedingten Strebens der Ungetüme, die erlegt im Massensterben.
Ur-Wälder, undurchdringlich, wild und mächtig, mit alten Bäumen, unermesslich groß; die Riesenpflanzen, Schachtelhalme, prächtig, ein Dschungel, der die ganze Welt umschloss.
Es folgten nach dem Einschlag von Kometen, nachdem Vulkangestein begrub das Land, die Asche, die wie Schnee vom Himmel regnet, die Luft vergiftet, Sonnenschein verbannt.
Millionen Jahre, bis der Mensch ‚erwachte‘, als neues Ungetüm der neuen Welt; der sich das Erdenrund zu eigen machte, der es bebaute, herrschte und erfand das Geld.
Ein neuer Daseinskampf hat längst begonnen, Mensch gegen Tier, Mann gegen Mann; das triebbedingte Streben hat gewonnen, weil Mensch das alte Tun nicht lassen kann.
Schon wieder tränkt das Blut die durst’ge Erde - ein Herrscher kann nicht herrschen ohne Krieg. Die Welt der Waffen lässt die Menschheit sterben. Die neue Eiszeit kommt – ganz ohne Sieg!
Bildausschnitt „Birth of love“ – Vladimir Kush *1965
Die Jahre voll vom ruhelosen Wandern, vom Tun, das meinen Tag wohl füllte, doch leer die Welt mir ließ, wie all den Andern, denen sich Sicht und inneres Bild verhüllte.
Nichts konnte meine tiefe Sehnsucht stillen, die Tag für Tag nach Sinn und Liebe strebte, nichts, nur mein starker Daseinswille, der tot für jede Lebenswahrheit lebte.
Inmitten all der scheinbar nutzlosen Erfahrung, die Leid und Schmerz in meinen Alltag brachte, war es mir plötzlich wie ein Hauch von Wahrheit, die mich berührte, wach und fühlend machte.
Es konnte sich die Glut in mir entfachen, lebendig alles Falsche niederbrennen, die Flamme, die mir Halt und Wahrheit brachte, allmählich Lebenssinn und Ziel benennen.
Schlafende Seelen - wandert nicht durchs Leben mit toten Augen, die nicht sehen; lasst uns gemeinsam vorwärtsstreben, zur Göttlichkeit, um zu verstehen.
Zukunft wird gegenwärtig und vergeht. Flüchtiger Augenblick des Jetzt, ein Lidschlag macht aus dir Vergangenheit. Nichts kann dich halten, nichts zurückholen. Du wirst durchlebt und bist sogleich verloren, und die Erinnerungen, die du trägst, sind folgenschwer.
Die Dimension der Zeit – ein trügerisches Bild. Verbirgt sie doch die Polarität des Lebens vor unseren Herzen. Aus Glück wird Unglück, aus Liebe – Hass, aus Leben – Tod. Oft trennt uns nur ein Augenblick von diesem Wandel. Wie ein winziges Atom ein Teil des Ganzen, so ist der Moment des Seins der Schlüssel zur Ewigkeit.
Länder ohne Frieden, ausgebombt die Dächer, offen und zerstört die Mauern.
Frühling kam, drängt stürmisch durch die kalten Wände; wo es grünen sollte, liegen Häuserfronten, Steine, Eisen.
Werden irgendwo durch diesen Schutt die Blüten steigen?
Dort, wo das bröckelnde Gestein über gebrochenen Balken die Toten begräbt, dort ist das österliche Licht erloschen, bluten die gegeißelten Wunden.
Ausgeharrt die Wenigen, die den Strahl des Zukunftsglaubens empfingen, ihn immer noch durch die sterbende Stadt tragen und mit verschleierter Sicht auf Erlösung hoffen.
Seht nicht auf die Einsamkeit des Ortes, auf den Ursprung der Tat. Schaut auf den nächtlichen Himmel; seht die Sterne, die auch über den Wüsten die Welt mit ihrem Schein bezaubern.
Seht, es ist der Mensch, der die Erde bedeckt durch den eigenen Schatten!
Wann ist’s genug? Unzählig sind Menschen gestorben. Mitten im Leben gefällt durch die Hand des Nächsten, aus Willkür, Hass und Diktat, wie blühende Bäume gestürzt.
Frevel ist es, wenn menschliches Geheiß uns zu morden gebietet, wenn die Not uns befiehlt zu töten, was wir lieben könnten – unseren Nächsten.
So ragen die Stämme der Bäume zerschossen aus dem Schutt der Gemäuer, wo sie ihre blühenden Kronen verloren.
Bis zuletzt mit erhobenen Häuptern, wie die gefallenen Kämpfer es taten. Sie sind untergegangen, wie die Sterne, die trotzdem am Himmel sichtbar bleiben.
Über den Ruinen liegt eine verschleierte Schönheit, und in Fenstern, die keine Scheiben mehr tragen, taucht fahles Mondlicht die Nacht in Vergessen.
Der Erinnerung Blüten winden sich zum Kranz, legen Segen in die Herzen, die vergehen.
Morsch und leer sind die Ruhmeshallen! Denn darin welkt der Duft des Todes und der großen Einsamkeit.
Der Krieg geht weiter, es ist ein ewiger Krieg. Es kann kein Nachlassen geben. Krieg wird auf dem Schlachtfeld des Materialismus geführt.
Der Geist wird über die Materie triumphieren, denn der Geist ist Herr und die Materie ist Diener. Es ist töricht, dem Diener zu erlauben, den Meister zu beherrschen.
Muss Sterbliches gehen, wo Er seinen Blick erhebt? Seht: Er richtet nur unsere Schatten, trägt sie ins Licht!
Leidenschaft lässt sich kaum lenken! -
Widerstrebend ist das Fühlen,
wenn im Taumel des Genusses
heiße Triebe unterkühlen.
Unbefriedigt bleibt die Seele
brennend in des Geistes Lähmung,
hemmt die Leistung des Verstandes,
macht aus purer Lust Beschämung.
Tödlich leer verbleibt die Kühle -
unbedeckt lag das Verlangen,
offenbarte Rausch und Schwüle,
die im Hin und Her verfangen.
Quälend, die Unwägbarkeiten,
schwer voraussehbar das Bangen,
nicht in rauschbefreiten Zeiten
inneren Frieden zu erlangen.
Einsamkeit und stille werden
im Verstehen und im Handeln,
wird mit ruhiger Hand auf Erden
jeden Trieb des Rausches wandeln.
Wie Tentakel saugt es leer die Welt -
Böses hält sie fest in ihren Fängen;
hoffnungslos scheint es um sie bestellt,
blutleer wird sie sein, nach Opfergängen.
Und das sieche Volk schwimmt obenauf,
ausgebeutet durch Vampire dieser Zeit;
taumeln in den Sumpf im Todeslauf,
und das Leben trägt ein Trauerkleid.
Sind’s die letzten Phasen eines Niedergangs,
sind es letzte Zuckungen der kranken Welt?
Gibt es noch Genesung nach dem Gang
oder ist ihr Todeskampf bestellt?
Lichtgestalt – der Geist, der nie vergeht -
wandelst du noch heute durch die Reihen?
Der vor Gütigen und Reinen steht,
gib den düsteren Stirnen ein Verzeihen!
„Menetekel“ wird als Warnung offenbar,
übersättigt nagt der Hungerschrei,
denn das Unglück dieser Welt ist nah –
Göttlichkeit und Liebe steh‘ uns bei!
So, wie ein Landwirt sein - ein Feld bebauen,
es fruchtbar machen, räumen Stein für Stein,
dem Wind, der Sonne und sich selber trauen,
zum Himmel schauen und geerdet sein.
So viele Ackerfelder, die als Brachland liegen,
das ungenutzt unter den Steinen ruht -
sie fortzuräumen und mit neuen Trieben
das Feld bebauen, liebevoll und gut.
Ein guter Same soll auf Äcker fallen,
die wohl besät im Sonnenlicht entstehen,
mit Wind und Regen aus den Himmelshallen
werden sie erntereich zum Ziele gehn.
Das Hirn ist wie ein Pool der Fragen,
in den Ideen und Erkenntnis fließen,
die aus dem Urgrund sich ergießen
und darauf drängen, sich zu offenbaren.
Die Zeit ist reif für neue Dimensionen,
für neue Energie und Wissenschaft.
Verbunden sind die Kräfte - zauberhaft,
die weltweit in den klugen Köpfen wohnen.
Gefaltet sind die Flügel der Gedanken,
schwer hängt die Furcht am Menschenkleid.
Entschwebt nun mutig in die neue Zeit,
entdeckt die Rosen unter Dornenranken!
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