Herbstgedanken

Flüchtig war’n des Sommers Düfte,
wie des Lebens angenehme Jahre,
zeichnen Farben zwischen dunklem Grün von gestern,
gelb und golden sind die Blätter, rötliche und müde,
Teppiche auf Wegen liegend und verwehend,
treiben durch die Welt in ferne Winkel,
wo es Menschen gibt, die lieben, lachen, leiden.

Weich, die Wege. Raschelnd klingt das Sterben
unter den Füßen schneller Schritte.
Natur – gedämpftes Leben!
Nur der Wind bewegt die Wolken,
weht den Staub der Straße,
und die letzten Rosen pflückt er,
streut die Blüten auf die feuchte Erde.
Die Natur, sie liegt zerbrechlich zwischen Herbst und Winter,
malt den Menschen goldne Sommerträume.

Nah ist das Ende, wo bereits der Anfang wartet,
umfangen vom Himmel, genährt von der Erde,
berufen von Gottes Wort, das alles Leben erschafft und erhält.
Am Ende des Jahres tragen wir die Jahreszeiten in uns,
mit ihren Erinnerungen und der Nostalgie ferner Zeiten.
Der Herbst entkleidet die Natur,
gönnt ihr im Winter eine Pause der Erneuerung,
um sie in neuem Kleid dem Frühling darzubieten.

Die Welt verändert sich, tauscht Dur in Moll,
nimmt einen tiefen Atemzug am Fenster in der Frühe,
wo die Menschen müd noch in den Betten schlummern.
Das Alter trägt Talente, Fähigkeiten und Weisheit
in die Zeit des Neuen, die Erfahrung sammelt, bis sie mit ihr vergeht.
Abschied von Zeitabschnitten, vom Leben, Herbst und Winter.
Neu zu erwachen, wie die Natur, ein neues Kleid bekommen,
das Leben neu entdecken, es zu lieben und Gott dafür zu danken,
für jedes Jahr, jeden Tag und jede Stunde.

Guido Reni (1575- 1642)

König Artus

Sir Edward Burne-Jones (1833-1898) – The Last Sleep of Arthur in Avalon

Grün waren die Täler, die der Wind durcheilte,
bergig die Landschaft in Nähe und Weite.
Wie eingetaucht in gleißendes Licht,
das sich in Wasser am Horizont bricht.

Ringsum ein Meer von gewaltiger Größe,
deckte mit Gischt die steinige Blöße.
Grüne Insel von Sagen durchdrungen,
wo 12 tapfere Ritter für Artus gerungen.

Wo Barbaren brandschatzten und stahlen,
und das arme Volk litt Hunger und Qualen,
zog einst der Sohn eines Ritters, geheim,
das Schwert Excalibur aus dem Stein.

Schwert Excalibur

War in Wahrheit des Königs eigener Sohn,
als Erbe bestieg er Britanniens Thron.
Der Frieden gedieh im britannischem Land,
als die Barbaren besiegt, gelöscht der Brand.

Die Festung Camelot wurde geschaffen,
wo sich die tapfersten Sieger des Landes trafen.
Die Tafelrunde bot dem König dienliche Gründe
und die Aufgabe, den Heiligen Gral zu finden.

Quelle: https://hdwallpaperim.com – Zauberer Merlin

Königin Guinevere war die Schönste im Land,
die sich strahlend an Artus Seite fand.
Der Zauberer Merlin mit Rat und Genie,
half Artus mit Zauber und Magie.

Doch der Frieden sollte nicht ewig währen,
den Bund zerstörte Lanzelots Begehren,
Lady Guinevere brachte den König zu Fall.
In letzter Schlacht floh er, ihm blieb keine Wahl.

Frank Bernard Dicksee (1853-1928) – La Belle Dame sans Merci

Von Merlin geborgen, tödlich verletzt,
wurde Artus auf einer Barke hinübergesetzt,
auf die sagenhafte Insel Avalon,
wo die Herrin des Sees und die Jungfrauen wohnen.

Sie nahmen sich schützend seiner an.
Sein Geist erhebt sich dann und wann,
wartet noch immer darauf zurückzukehren,
will seinem Land Frieden und Wohlstand bescheren.

August Malmström (1829-1901) – Tanzende Feen

Leere Blätter

Foto: Pixers.de

Du leeres Blatt,
du ziehst mich an…
dein Bild,
mit Zeichen dich zu füllen,
die innere Lust zu stillen,
zu schauen,
wie sich die Fläche langsam füllt,
so wie ein Lebensbild,
wenn die Konturen stärker noch
die Schatten heben.

Wie punktgenau, fast unsichtbar,
die Zeichen rannen
und mittels Geisteskraft
aufs Blatt gelangten!

Buchstabenreihen
tragen Inhalt in schwachen Momenten,
fordern schriftlich Konsequenzen,
weil komplizierte Wirkungsweisen
gedanklich Lücken reißen
und innerlich befreien.

Kann durch Schreiben und Lesen die Welt genesen?

Zeit zu leben

Ein Haus und Sicherheit
Ein Ring in Ewigkeit
Ein Mensch, der immer bleibt
Vernunft für allezeit
Wovor haben wir nur so viel Angst

Ein Lächeln, das nicht stimmt
Ein Blick, der nichts beginnt
Die Hand, die nur noch nimmt
Und Zeit, die schnell verrinnt
Wovor haben wir nur so viel Angst

Und der Wind fegt all die Blätter fort
Und der Tod, ist mehr als nur ein Wort
Denn nichts bleibt, nichts bleibt, nichts bleibt
Kein Ring, kein Gold, kein Leid
Nichts bleibt, nichts bleibt, nichts bleibt

Es wird Zeit zu leben
Endlich Zeit
Zeit zu leben

Mein Paß sagt mir, ich bin
Das Konto sagt, ich hab

Die Fotos und das Kind
Zeigen, ich war immer da

Alles was ich habe gehört mir

Nichts als Schmerz, sagt die Angst
Nichts als Angst, sagt der Schmerz
Halt es fest, sagt der Kopf
Laß es los, sagt das Herz

Und die Liebe sagt leis… jetzt und hier
Und der Wind fegt all die Blätter fort
Und der Tod, ist mehr als nur ein Wort
Denn nichts bleibt, nichts bleibt, nichts bleibt
Kein Ring, kein Gold, kein Leid
Nichts bleibt, nichts bleibt, nichts bleibt

Es wird Zeit zu leben
Endlich Zeit
Zeit zu leben
Endlich Zeit
Zeit zu leben
Endlich Zeit
Zeit zu leben
Endlich Zeit

Quelle: Musixmatch
Songwriter: Klaus Dieter Hoffmann

Herr der Herrlichkeit

Bild von jplenio auf Pixabay

Wo ist die Lebenszeit geblieben?

Die Stunden schwinden zwischen Tag und Nacht,
und wieder wird des Tages Fracht
vom Rad des Schicksals angetrieben.

Wie ist das Lebensband verbunden?
Verbringt man gute oder wenig gute Stunden
in purem Gottvertrauen und Geleit?

Der Geist des Herrn der Herrlichkeit,
verbindet Lebenslicht und Zeit…
hält unser Lebensband gebunden.

Emmanuel

Loreena McKennitt – Album: „A Midwinter Night’s Dream“

LYRICS – Latein:

Veni, veni, Emanuel:
Captivum solve Israel,
Qui gemit in exilio,
Privatus Dei Filio

Gaude! Gaude! Emanuel
Nascetur pro te, Israel.

Veni veni, O Oriens;
Solare nos adveniens;
Noctis depelle nebulas,
Dirasque noctis tenebras.
Gaude! Gaude! Emanuel
Nascetur pro te, Israel.

Veni, Clavis Davidica;
Regna reclude celica;
Fac iter tutum superum,
Et claude vias inferum.

Gaude! Gaude! Emanuel
Nascetur pro te, Israel.

Veni, veni, Adonai,
Qui populo in Sina
Legem dedisiti vertice
In maiestate glorie.

Gaude! Gaude! Emanuel
Nascetur pro te, Israel.

Übersetzung:

O komm, o komm, Emmanuel
und erlöse das gefangene Israel,
das hier im einsamen Exil trauert,
bis der Sohn Gottes erscheint.

Freu dich, freu dich! Emmanuel
wird zu dir kommen, oh Israel.

Vor langer Zeit lag die Erde schlafend
und wartete auf die dunkelste Nacht,
um die Taube des Friedens mit sich zu bringen,
auf den Flügeln, den Flügeln der Sonne aufsteigend.
Steigt auf den Flügeln der Sonne.

O komm, o komm, du heller Tagesfrühling!
Gieße auf unsere Seelen dein heilendes Licht.
Vertreibe die lang anhaltende Dunkelheit der Nacht
und durchbohre die Schatten des Grabes.

Freu dich, freu dich! Emmanuel
wird zu dir kommen, oh Israel.

Freu dich, freu dich! Emmanuel
wird zu dir kommen, oh Israel.

Tierseelen

Bild: Karin M.

Eure Seelen sehe ich geöffnet und warm strahlend. Und auch die kleine Seele, die sich losrang von ihrem Körperchen, das die beengende Hülle war, die gesprengt wurde, sehe ich. Diese kleine Seele umschwebt Euch noch. Und wie sie Eure Wärme, Euren Schutz suchte, als sie noch in der Hülle lebte, will sie auch jetzt noch Euch gehören und aus Euch Kraft gewinnen. Durch gute Gedanken, die nach oben weisen, könnt Ihr helfen – nicht aber durch Gedanken, die sich mit ihrer zerbrechlichen Hülle beschäftigen. Denn das Seelchen, das frei wurde, will des neuen Lebens teilhaftig werden und nicht zurückgerissen sein in die Gefangenschaft des Körpers.

Die Tiere im Wald haben es leichter, sich von der Hülle zu lösen, denn sie sind freier und naturnäher. Und der großen Kraft, die sie ergreift und fortführt, setzen sie keinen Widerstand entgegen. Anders die Tiere, die beim Menschen leben. Sie sind gebunden durch ihre Zuneigung zu ihm, aber sie sind dadurch auch bereichert und vertieft.

Immer und auf jeder Entwicklungsstufe ist es so, dass höhere Empfindung mit stärkerem Leid bezahlt werden muss. Doch Leid ist ja nicht das, was Ihr darunter versteht. Es ist für die Seele wie für den Geist ein höheres, herrlicheres Fühlen, ein Schwingen in umfassenderen Akkorden. Damit sage ich Euch, was Ihr oft nicht verstehen könnt, warum die unschuldigen, reinen Geschöpfe der Natur leiden müssen: es ist ein Umschwingen! Alles, was Ihr Qual nennt, ist nur ein Umschwingen und Bewusstwerden. Der Weg durch die Tode ist immer ein Prozess der Bewusstwerdung. Aus jedem geht die Seele bewusster und gestärkter hervor.

Ist es nicht gleichfalls qualvoll, sich wieder erinnern zu wollen und Stück für Stück Eurer Vergangenheit der Unbewusstheit abzuringen? Dieser Schmerz und dieses Glück ist der Sinn aller Geschöpflichkeit. Alle Wesen sehnen sich, alle suchen, alle warten. Und ein langsames Wiedererinnern an den Ursprung, dem alle wieder zustreben müssen, ist allen Wesen treibend.

Da die Seele Eures kleinen Hündchens viel gelernt hat auf ihrem Weg und mehr gelernt hat durch den Zusammenhang mit menschlichen Gefühlen als die Tiere des Waldes, wird sie von den Seelen, die ihr Führer sind, erfasst und empor getragen. Und eine Ruhezeit wird ihrer irdischen Entwicklung folgen in jenen Sphären, wo die Tiere Freunde der Geister sind, und sie wird so ausleben und ausweiten, was sie bei Euch lernte, während die Tiere der Wildnis oft gleich aus dem einen Gehäuse in ein anderes wandern.

Ihr könnt dem Seelchen auf diesem Wege mitgeben von Eurer Erkenntnis, und es wird Euch dankbar verbunden bleiben, bis ein nächstes Zusammenfinden – sei es in einem neuen Leben oder in einem Leben in einer anderen Sphäre – die einmal geknüpfte Verbindung vertieft. Denn es kommt immer wieder zueinander, was einmal miteinander verbunden war.


<Ephides>
aus Band VII, Turm-Verlag (1978)

Sieger und Besiegte

Verdict of the People – George Caleb Bingham (1811-1879)

Nur einer kann der Sieger sein!
Des Einen „Ja“, des Anderen „Nein“.
Doch wer die Menschenwahl erfüllt,
ist nur des Wunsches Abziehbild;

verwaschen ist es schon nach Stunden,
denn wieder scheint nicht der gefunden,
der führend, mit beherzter Hand,
die Menschen schützt in diesem Land.

Raubritter gibt es lang nicht mehr,
modern ist heut‘ der Geldverkehr.
So manches ‚Huhn ist schon gerupft‘,
wenn es noch auf der Wiese hupft.

Die Hintergründe sind verzerrt,
der Weg zur Wahrheit bleibt versperrt.
Sehr ausdrucksvoll sind ‚große‘ Worte,
„zurückgedreht“, wie die Retorte.

Das Alte, das sich meist bewährt,
wird uns als ‚Zukunft‘ präsentiert.
„Nach mir die Sintflut!“, bitte sehr…
sie wollen weiter, wie bisher.

So ist Atlantis einst verschwunden!
Kann unsre Welt denn so gesunden?
So werden Völker der Nationen,
wohl später an den Polen wohnen.

Neuer Morgen

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!
Foto: Christian Fischer – http://www.Pixelio.de

Die Welt erstrahlt im Morgenlicht
mit nass verhangenen Schwaden,
und sonnenwarmes Strahlen bricht
durch Wolkenbergkaskaden.

Ein schöner Tag wird uns kredenzt,
im sonntäglichen Glanze,
und selbst der alte Kirchturm glänzt
mit hellem Blätterkranze.