Manchmal sind Träume wie ein Fluss, voll von Gedanken, die wie Wasser fließen, als würd‘ erstarrte Zeit ein Bild aufschließen, weil manch‘ Verlebtes weiterströmen muss.
Dann pochen spürbar Herz und Seele verbinden sich mit ihm, in jedem Schlag. Man steht davor, an angezeigter Stelle, und kennt genau noch Haus und Tag.
Das Bild berührte, weckte Emotionen. Es steckt ein Trauma, unbewusst, darin. Obwohl schon lange Fremde darin wohnen, war’s nur verdrängt und unbewusst der Sinn.
Das Elternhaus erscheint mir oft im Traum; mich trägt vor dessen Bild die Illusion. Wahrhaftig seh‘ ich mich vor leerem Raum. „Loslassen!“, klingt es in mir, wie ein Hohn.
Der Wellengang - ein sanftes Sinken, Heben in Bild und Sein. Das Meer von innen her, ein grollend tiefes Beben, im gänzlich übervollen Wimmeln, nie allein.
Oh, fremde Welt, wo Wog‘ an Woge schlägt, die Tiefe unergründlich ist und lichtlos trotzdem Leben in sich trägt, das feurig glühend, dicht an dicht, den Ursprung zeigt, der uns geprägt und der das Licht in Schatten bricht.
Die Dimension des Wassers voller Leben mit winzigen Gebinden der Natur und riesenhaften Körpern – alle schweben.
So, wie ein Himmel schwergewicht’ger Dinge, an dem allein die Last des Lebens hängt, hin zu fast wasserlosem Sand-Gemenge, aus dem fast aus dem Nichts das Leben drängt.
Die Zeit zeigt nur des Menschen enge Sicht, die Unergründlichkeit des Geistes zeigt sie nicht.
Fahl wirft der Vollmond Schatten in die Zimmer. Groß steht er, Stern umringt, in stiller Wacht. Hat mich geweckt durch seinen Zauberschimmer. Nun lieg’ ich lang schon, lausche in die Nacht.
Die Grillen geigen monotone Partituren. Das Blattgewand, es rauscht im nahen Baumgeäst. Ein Schlag fährt durch die müden Weltenuhren; die Mitternacht hält magisch alle Zeiger fest.
Mein Engel singt mir Nachtwindmelodien. Gott streut ein lichtes Ahnen in die Zeit. Die Wesen aus den Schattenreichen fliehen vorbei wie trüber Nebelhauch … so weit.
Der Schlaf, der gnädige, ist mitgegangen. Gedanken treiben wie das Wasser an den Strand. Sie kommen und sie gehen … traumverhangen zieh’ ich mit ihnen ins verklärte Niemandsland.
Dort liegt mein Tränensee und auf dem Grunde verlorene Träume, dicht an dicht, wie Stein an Stein. Ich treib’ hinab, versink in sonnenferner Stunde, spinn’ neue Träume, losgelöst vom Sein.
Ein grauer, trüber Morgen Bedeckt mein liebes Feld, Im Nebel tief verborgen Liegt um mich her die Welt.
O liebliche Friederike, Dürft ich nach dir zurück! In einem deiner Blicke Liegt Sonnenschein und Glück.
Der Baum, in dessen Rinde Mein Nam bei deinem steht, Wird bleich vom rauhen Winde, Der jede Lust verweht. Der Wiesen grüner Schimmer Wird trüb wie mein Gesicht, Sie sehen die Sonne nimmer, Und ich Friedricken nicht.
Bald geh ich in die Reben Und herbste Trauben ein; Umher ist alles Leben, Es strudelt neuer Wein. Doch in der öden Laube, Ach, denk ich, wär sie hier! Ich brächt ihr diese Traube, Und sie – was gäb sie mir?
Die Nacht kommt und die Stimmen flüstern. Hört niemand, wie die Seelen schreien? Die Gegenwart verklärt den Blick im Düstern, lässt Kopfsteinpflaster wie magnetisch sein.
Verbunden sind die Leiber der Verstreuten, die nächtens angezogen auf die Suche gehen. Verhallter Klang der Schritte – sie bereuten, die falschen Zeichen noch am Tag zu sehen.
Sie suchen Hoffnung mit und in den Allen; die wälzt sich schlaflos in vertaner Zeit. Die immer noch der Illusion verfallen, ziehen mit der Sehnsucht in die Dunkelheit.
Im Schein der Lichter glänzt das alte Pflaster, das unter vielen Füßen schon begangen; es trägt des Lebens Freud- und Leid-Desaster, der Nächte ungestilltes Glücksverlangen.
Wie lieb spinnst Du so leise von meines Lebens Glück, so klug versprichst Du weise mir glückliches Geschick.
Soll’n scheiden sich die Geister aus der Vergangenheit, stehst Du als Lebensmeister mir zukünftig bereit.
Wirst meinen Weg begleiten, trägst mich mit starker Hand; Du wirst mich schützend leiten, ins unbekannte Land.
Ich werde staunend schauen, Dir danken im Gebet, wenn altes Gottvertrauen durch meine Seele geht.
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