Die Traumwelt schloss sich und die Nachtgespenster verteilten sich im Dunst des Morgengrauens; sie klebten als Erinnerungsschwaden vor dem Fenster, verloren sich am Fuß des Träumebaumes.
Durch trübe Scheiben ließ man mich erkennen, was heute farblos und verwaschen scheint, gegeißelt hab‘ ich meines Körpers Brennen, mich ausgeschaltet, wenn die Seele weint.
Heut‘ denk‘ ich an des Vaters starke Arme, wie sie mich manchmal schlugen, ohne Grund, herzlos schien er, voll Wut, ohne Erbarmen, als er mich fast erschlug zu jener Stund‘.
Erinnere mich an Mutters kalte Blicke, ihr Schweigen, um dem Vater beizupflichten. Zum Ausgleich all der blutigen Geschicke vergab ich ihnen, duldend und nicht richtend.
Dann kam die Zeit, die nur dem Körper diente, niemals der Seele, mitnichten dem Verstand. Auswege, die ich mir selbst verminte; der Schrei nach Liebe, die mich niemals fand.
Die vielen ‚Werkstattmänner‘, wie Maschinen, die an mir schraubten, werkelten und gingen, wie ich das Los zog, all die zu bedienen, die mich benutzten, um mich zu verdingen.
Als Einverständnis haben’s alle aufgefasst, weil ich geschwiegen habe, wie das Mädchen, das sich gehorsam fügte, denn die alte Last hing elternhörig am verbundenen Fädchen.
Längst sind sie fort, der Tod hat sie genommen. Gedanken kreisen. War’s das, was ich wählte? Bin ich auf diesem Lernpfad angekommen, zu unterscheiden, was mich ständig quälte?
Zusammenfassung: Dieses Gedicht ist ein Zeugnis davon, wie Gewalt und Vernachlässigung eine Seele brechen und wie das antrainierte Schweigen ein Leben lang nachhallt. Es ist ein tief dunkler Text, aber das Niederschreiben dieser Dunkelheit ist an sich schon ein Akt der Selbstermächtigung und des Lichts.
Ganz gleich, wie Weihnachten gefeiert wird, das Fest bringt Glanz und Licht in die dunklen Wintertage. Da werden Stimmen laut, die darauf hinweisen, Weihnachten sei ein heidnisches Fest. Was ist heidnisch? Andersgläubig? Das würde bedeuten, alle Nichtchristen wären Heiden. Ich sehe das anders.
An Gott-Vater glauben, an den Schöpfer dieses herrlichen, einzigartigen Planeten, kann der Mensch auch ohne Zugehörigkeit zu einer renommierten Kirche. Hier wird unterschieden zwischen dem Christen-Gott und beispielsweise Allah, dem Gott der Muslime. Dabei gibt es nur EINEN Gott. Auch Andersgläubige feiern Weihnachten. Für die Muslime gilt Jesus immer schon als bedeutsamer Prophet.
In ihrer Heiligen Schrift, dem Koran, gibt es ebenfalls eine Geburtsgeschichte Jesu. In den Versen 22 und 23 der 19. Sure wird erzählt, dass Jesus an einem „fernen Ort“ unter einer Palme geboren wurde. Vorangestellt ist hier – wie auch in der Bibel – das Wunder der Empfängnis, der Beweis, dass Gott Dinge aus dem Nichts erschaffen kann. Muslime sehen in Jesus einen Propheten, den sie Isa nennen, einen Gesandten Gottes, aber nicht – anders als die Christen – seinen Sohn.
Sind wir nicht alle Kinder Gottes? Mal mehr, mal weniger spirituell; viele in außergewöhnlicher Gestalt und mit Talenten ausgestattet, die nur von Gott gegeben sein können. Talente, die andere heilen, die mit Worten berühren. Die ‚sehend‘ machen, da, wo zuvor noch ein ‚blindes‘ Bewusstsein herrschte. Auch Jesus hat ‚sehend‘ gemacht, und obwohl er immer nur selbstlos für die Menschen da war, haben genau diese ihn ans Kreuz schlagen lassen, um ihn zu brechen. Damit sie in die Welt hinausschreien können: „Seht nur, er ist doch gar nicht Gottes Sohn! Er stirbt, wie alle anderen Menschen auch!“
Er war ein Mensch. Das hat Jesus nie bestritten. Aber er war in besonderer ‚Verbindung‘ mit der Sphäre, die manche leugnen. Er war einzigartig, wie jeder Mensch einzigartig ist. Aber seine Botschaften werden Ewigkeiten überdauern, weil sie zeitlos sind.
In einer angeblichen Engel-Offenbarung an Seth (3. Sohn Adams und Evas) wurde diesem mitgeteilt, dass in 5.500 Jahren Gottes Sohn käme und den Körper Adams wieder auferstehen lassen würde, als Zeichen, dass Jesus wirklich der Messias sei. Die verborgene Schrift, aus der diese Weisheit stammte, soll im Tempel Jerusalems aufbewahrt worden sein.
Dann gibt es noch die Fundamentalisten, die es sich auf den wortgetreuen Bibelversen bequem machen und behaupten, das Fest sei heidnisch. Sie lehnen alles ab, was mit diesen Tagen zusammenhängt, und brüsten sich damit, besser zu sein und Gott wohlgefälliger, als die anderen Menschen.
Wenn ich auf den Kommerz rund um das Weihnachtsfest schaue, kann ich verstehen, wenn man ein solches Fest nicht feiern möchte. Geht der Sinn der Geschichte verloren, wenn ich den Menschen, die ich liebe, Geschenke mache? Sicher nicht! Dabei denke ich an die ‚Heiligen drei Könige‘, die dem neugeborenen Jesuskind Geschenke brachten. Sie schenkten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold zum Zeichen, dass er der Besieger des Bösen und aller Hasser ist, Weihrauch zum Zeichen, dass sein Geist von den Toten aufersteht, erhaben über Himmlisches und Irdisches, und Myrrhe zum Zeichen, dass er die Bitterkeit des Leidens und des Todes erfahren wird.
Auch wir sollten das Böse besiegen und an ein Weiterleben glauben. Alles, was wir hier auf Erden erfahren, werden wir mitnehmen hinter den Horizont, damit wir nach einer Zeit des Ausruhens ein neues Weihnachtsfest feiern dürfen. Das ist ein Geschenk von Gott an uns.
Du schwebst im Dunkel, bald wirst du erstrahlen. Oh, Weihnachtsstern, so flüchtig fern dein Bild, zeig deinen Glanz, so wie vor vielen Jahren, wo Mensch erinnerungsträchtig die Erneuerung fühlt.
Ein Kindlein einst als Unschuldsfrucht erblühte, ein unbeschriebenes Blatt im Weltgeschehen, um das sich Magier ferner Länder mühten, ihm Zeichen schenkten, seine Zukunft sehen.
Gold schenkten sie, sodass der Hass versiegt und Böses dieser Welt nur Gutes bringt; Weihrauch, dass einst sein Geist den Tod besiegt, der, auferstanden ins Bewusstsein dringt.
Die Bitterkeit des Leidens und des Todes, als Zeichen wurde Myrrhe ihm geschenkt; entkam dem Plan des mordenden Herodes, den Weg zunächst nach Bethlehem gelenkt.
Geboren unter'm Weihnachtsstern in Liebe, Du, Herr des Lichts, im Geist auch dieses Jahr, der Ziel und Ursprung ist im Weltgetriebe, Dein inneres Leuchten wird uns offenbar.
Mit Mühen bin ich emporgestiegen, hab oft in stachlige Disteln gegriffen, musste die inneren Dränge besiegen, Kummer hat meine Seele geschliffen.
Auf spitzen Steinen bin ich gegangen, über Wege, wo nur Ängste begleiten; als ich Auswege suchte, blieb ich gefangen, im Moloch gewohnter Gebundenheiten.
Glauben hab ich aus dem Blick verloren und die Demut, die sich gern unterjocht; hab verdrängt, irdische Götter erkoren, fühlte, wie mein Herz ‚schreiend‘ pocht.
Erlöst von den Übeln, die mich beschwerten, hat mich das Schicksal zur rechten Zeit. Nicht Wissenschaft war es, die mich belehrte, nur Gott in mir, der mir Flügel verleiht.
Geweihtes Licht, das nur dem Einen gilt, entzündet an der Liebe vieler Herzen, die einst vor langer Zeit das Christusbild mit Glauben füllten unter Schmerzen.
Die heimgegangenen Ahnen sah’n das Licht, den güldenen Schweif, kometenhaft und groß, wie’s durch des Himmels Schwärze bricht und aus den Blicken in die Seelen floss.
Dort gärte es, wie Sauerteig für Brot, nährte die Gläubigen mit Hoffnungsgaben; Legenden von den Wohltätern der Not, die einst gefoltert und gefangen starben.
Aus Myra stammt der heilige Nikolaus, um den sich die Geschichten ranken, als ihm, verfolgt, als Christ, der Kerker graust, verteilte er sein Geld an Arme, Kranke.
Zu Brauchtum wurde der Geschenkebringer, der alle kleinen Kinder glücklich macht. Der Wirtschaft dient der alte Künder, der plötzlich gottlos wurde über Nacht.
Als Santa Claus, Amerika entsprungen, kam er als Werbung, Cola preisend, einst zu uns; dem Weihnachtsmann wird heut gesungen, der kaufmännisch die Welt festhält in seiner Gunst.
Das Jubeln der Menschen vom Frieden auf Erden, bedarf der Gemüter sanftem Erblühen, deren höherer Sinn nur ihr eigenes Werden, wie geschlossene Blüten ziehen sie dahin.
Sie kommen und gehen den Gang ihres Lebens, unachtsam für das, was um sie geschieht; erkennen erst spät, wie sinnlos ihr Streben, leichtfertig, was vor dem Ernsthaften flieht.
Und reiten sie mit auf finsteren Wellen, die vorbildlich scheinen in ihrer Macht, werden sie untergehn mit den Gesellen, die so glanzvoll erscheinen in ihrer Pracht.
Sie werden niemals den Duft erfahren, dessen Süße und Sanftheit die Seele erweckt, wenn die Blüte, geöffnet nach all den Jahren, ihre leuchtende Seele zum Himmel streckt.
Der Mond wird voll sein in den nächsten Tagen, die Träume ziehen durch mich, wie gesiebt; die Seele löchrig, grau, voll Unbehagen, sieht Menschen, Häuser, Wege, ungeliebt.
Bin der Pierrot im Traum, der niemals lachte, der weißgeschminkt die Augen niederschlägt, naiv und melancholisch Mitleid brachte, der wortlos diente, bis das Licht ausgeht.
Gedankengänge, die sich nicht vollenden, wie Fetzen, ausgerissen und verweht; unheilbar hier, wie Risse in den Wänden, im Haus, das bald schon nicht mehr steht.
Versunken in der Traumwelt dieses Lebens, von Mond zu Mond mit vollem Angesicht. Zeig mir dein Rund. War all mein Tun vergebens? Bin ich ein Harlekin* bei Tageslicht?
Bild KI generiert mit Gemini
*Der Harlekin als eine Figur von doppelter Natur: Gauner und Heiler, Priester und Teufel, Schamane und Spaßvogel.
Zusammenfassung
Das vorliegende Gedicht reflektiert in eindringlichen Bildern die Unvollkommenheit und Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Es thematisiert unerfüllte Gedanken, brüchige Lebensräume und den Zwiespalt der eigenen Rolle, dargestellt durch die Figur des Harlekins, der zwischen Gegensätzen wie Heilung und Täuschung, Ernst und Spiel pendelt. Die Atmosphäre ist von Melancholie, Selbstzweifel und der Suche nach Sinn geprägt.
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