Wie sich die Erde abringt jedes Stück,
lebendig macht ein kleines Blütenglück!
Wie hingestreute Akeleien,
an stillen Orten uns erfreuen,
so strahlt der Löwenzahn in gelber Pracht,
auf jeder Wiese, wenn die Sonne lacht.
Die milde Luft ist wie gefüllt mit Leben,
der Atemzug ein Nehmen und ein Geben.
Wir ringen um die Jahre, Stück für Stück
und traurig richtet sich der Blick zurück.
So sinnlos war beizeiten unser Ringen,
so undankbar die Welt, so laut die Stimmen.
Wir sehnten uns nach schattenkühlen Wegen
und fühlten hoffnungsvoll des Weltenbauers Segen,
der allen Mühn Gelingen schenkt
und Lebenswege wie ein Band zum Himmel lenkt.
streckt weit zum Himmel seine Äste,
als wolle er das Wolkentreiben spüren,
um der Natur, gleich einer Ballerinen-Geste,
den Tanz auf Zehenspitzen vorzuführen.
Er neigt sich, wiegt sich,
folgt dem Takt des Windes,
verankert mit den wurzelfesten Streben,
wild, mit dem ungestümen Geist des Kindes,
erfasst von Böen und Sturm,
Zeit seines Lebens.
Noch hält er stand
und trotzt der Witterungen Launen,
die Ringe seiner Jahre ziehn durchs Holz.
Noch sehn die Menschen zu ihm auf und staunen,
durchlebt kraftvoll die Jahre, ohne Stolz.
Ihn kümmert nicht der Schatten seiner Krone,
wie sie Figuren auf den Boden malt,
er zollt sein Wachstum nur dem Gott zum Lohne
und wird mit Sonnenschein und Licht bezahlt.
Birgst alle Facetten der Schönheit,
wie ein geschliffener Diamant,
bist Alpha und Omega,
Anfang und Ende;
du spiegelst unsere Taten in dir selbst,
verschenkst deine Reichtümer mit Liebe,
erträgst geduldig nicht endende Ausbeutung.
Mutter über Sein oder Nicht-Sein,
wir sind geboren aus deinem Schoss
und werden dorthin zurückgehen, wenn es an der Zeit ist;
du kredenzt uns Artenvielfalt und Wunder,
in jeder Blüte und in jedem Leben.
Paradies oder Hölle,
wir haben die Wahl!
Unter deinen tiefen Sorgenfalten
trägst du geduldig die Last der Menschheit.
Nur manchmal erhebst du warnend die Finger,
wenn wir die Pole zum Weinen bringen,
denn jede Träne wächst zu einem Meer,
in dem wir ertrinken werden.
Kein Läuten mehr – die Osterglocken schweigen!
Still lastet Schwere auf dem kalten Tag,
und wieder liegen Fröste auf den Zweigen,
als wenn die Welt uns nicht mehr blühen mag.
Das Vogelsingen ist heut leis geworden.
Die Straßen leer, selbst Kinderlachen schweigt.
Das Leben scheint mir beinah ausgestorben,
wenn rauer Wind die frischen Wipfel streift.
Die Jahre sind so schnell dahingegangen.
Es blieb ein welker Kranz aus ferner Zeit.
Ob meinem wehen Herzen noch, dem bangen,
ein wenig Zuversicht erhalten bleibt?
Wohl dem, der aus des Lebens schweren Tagen
und aus den Stunden ungetrübten Glücks
ein Leuchten darf in seiner Seele tragen…
ein Sonnenlächeln göttlichen Geschicks.
Der Atem Gottes weht durch diese Welt.
In jedem Leben fließt sein hehrer Geist.
So, wie die Ähren, Halm an Halm gestellt,
der Sturm des Lebens alle niederreißt;
doch Kräfte machen reif so manchen Trieb.
Wenn andre hilflos beieinander liegen,
hebt ER mit Liebe was am Boden blieb,
lässt zarte Keime lichtgesegnet siegen.
Die Ähren voll mit Körnern und mit Grannen,
wie Menschen, die auf Frucht geword’nem Feld
die Spreu des Weizens bilden und verstanden:
Zum Wachstum braucht es beide auf der Welt.
Mein Tag ist ein Moment des Schweigens,
des Denkens, und dem Geist in mir
ein Tanz, beseelt von allen Zeiten,
bist Pentagramm an meiner Tür.
DU bist in mir, nichts kann uns trennen,
wie Eins geword’ne Harmonie;
bist nicht nur Glaube, bist ein Kennen,
bist meiner Seele Melodie.
So wie der Vogel singt am Morgen,
erklingt in mir ein Lobgesang.
In allem wirkst DU, unverborgen
und offenbart in Wort und Klang.
DU bist die Körper aller Welten,
Gesetz der Zahlen und Physik,
lässt Kräfte in Atomen gelten,
DEIN Geist ist Leben, Trost und Glück.
Vor einer kleinen Ewigkeit bin ich geboren,
die große öffnet bald ihr Tor.
Mein Bündel „Hoffnung“ hab ich nie verloren,
obwohl ich oft schon stand davor.
Was man im Lebenskampf versäumt,
an Glück im irdischen Gewand,
ist wie im Augenblick erträumt
und leicht zerdrückt in einer Hand.
Die Ansicht Gottes auf die Freude
ist nur Moment von uns zu ihm.
Es zieht sein Licht in hellem Kleide
durch alle Möglichkeiten hin.
Was einst verworfen, wird nie wiederkehren,
doch mahnend bleibt der Augenblick,
er wird uns eines Besseren belehren:
Hinter dem Tor gibt’s kein Zurück.
Springen möchte man und singen,
denn der Frühling will beginnen.
Seht ihr, wie die Blumen schauen,
hin zum Himmelszelt, dem blauen?
Zieren Bäume ihre Spitzen,
lassen schönste Blüten blitzen,
und das Grüne treibt aus Ästen,
froh umschwirrt von Federgästen.
Dort, ein Blümlein wächst auf Stein!
Wenig Erde ist sein Heim.
Neues Leben ist gekommen,
aus dem Darben Glück und Wonnen.
Die, die einst mein Leben waren,
sind ins Irgendwo gefahren,
fortgenommen und verweht,
doch die neue Welt entsteht.
Schweben mit dem Geist des Lenzes,
durch die Räume, durch die Fenster.
Von Gott erfüllte Energien
ziehn geistesgroß zur Sonne hin.
Vergänglich ist das Festeste im Leben –
was trauerst du, dass Liebe auch vergeht?
Laß sie dahin in’s Reich der Zeiten schweben,
leicht, wie des Lenzes Blütenhauch verweht.
Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,
und segne dennoch freudig dein Geschick,
schließt auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen
an deines Glückes kurzen Augenblick.
Du hast gelebt, denn Liebe nur ist Leben!
Sie nur allein webt um den dunklen Traum,
dem wir den Namen unsers Daseins geben,
der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.
So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten,
wenn sie des Lebens Sonne dir entziehn.
Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten,
Ach, sei zufrieden, dass sie einst dir schien.
Die Luft ist lau, die Winde lind,
die Vögel ziehen Kreise,
die Sonne strahlt, als lächelt sie;
die Welt erwacht, ganz leise.
Der Baum wiegt langsam hin und her
im stillen Morgentanze,
deckt seine Kahlheit mit dem Kleid
aus Sonnenstrahlenglanze.
Die Vogelwelt stimmt an ihr Lied -
noch zaghaft hat’s geklungen,
dann kam der Frühling über Nacht,
hat kräftig mitgesungen.
Er streute frisches Grün aufs Land,
lässt alles blüh‘n und sprießen,
nun kann sich Lebenslust und Sinn
in Winterherzen gießen.
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