Weltenwanderer Mensch

Du ringst und rufst nach Glück!
Kaum zeigt es sich,
so lässt es dich
in Einsamkeit zurück.
Denn es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Leid, wie es dich schreckt!
Schon hat’s den Arm gestreckt,
dich zu erfassen –
und muss dich lassen!
Es ist ja eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Werk, das du erstrebtest,
dem du, dich opfernd, lebtest –
kaum hast du es getan,
gehört es andern an.
Ach, es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
So läuft der Erde Zeit.
Erst scheint der Tod dir weit,
dann ist er nah,
auf einmal ist er da!
Doch er ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Und neuer Fähigkeiten frische Kraft
in andern Leben neue Werte schafft,
und ein Erkennen löst das andre ab;
Erfahrung wird des früh’ren Wissens Grab.
Auch Wissen ist nur eine Sprosse auf der Leiter,
komm weiter!
 
Auch wir im Geistessonnenlicht,
auch wir im andern Land erschauen nicht
das Ende unsrer Leiter,
komm weiter!
 
<Ephides>

Zauberwald

Im Zauberwald, tief, dort im Buchenhain,
da tanzen Elfen mit duftigen Schleiern.
Sie teilen mit Trollen Nektar und Wein,
verweilen an Bächen und Weihern.
 
Auf einem grünen Bett aus weichem Moose,
da träumt die Elfenkönigin.
Umkränzt von Akelei und Herbstzeitlosen,
verborgen schön – seit Welten Anbeginn.
 
Märchenwesen an verwunschenen Orten,
verzaubern mit Lichtern und wispernden Klängen,
bewachen der Wälder finstere Pforten,
verwirren den Wandrer mit ihren Gesängen.
 
Dort wo das Einhorn steht am Waldesrand
und Zwerge Hüter sind der Märchenschätze,
wo Trugbilder verschleiern den Verstand,
da herrschen die alten Gesetze.
 
Tief unten auf dunklem Baches Grund,
des alten Wassermanns Revier,
da tummeln sich singende Sommerfeen und
färben mit ihren Flügeln bunt, die Wiesenblumen hier.
 
Wenn einmal die Sonne nicht scheinen mag
und Regenwolken ihr Leuchten verhüllen,
dann beginnen die Elfen mit Liebe den Tag
und mit Regenbogenlicht die Wiesen zu füllen.

Dumme sterben niemals aus

Corona – eine Dornenkrone

Sie haben damals geschrien wie heute,
sind gegen alles und gehn mit der Meute.
Dumm ersetzt Wahrheit durch lautes Schreien,
um dem Schwachsinnigen Gehör zu verleihen.

Corona Leugner und Impfgegner Blues.
700.000 Tote weltweit – alles ‚fake news‘?
Was sind das nur für Ego-Ignoranten?!
Sind schuld mal wieder die Asylanten?

Die Einfalt, die nichts verstanden hat,
streut Unwahrheiten über Land und Stadt.
Die, die mit falschen Tönen demonstrieren,
werden unser Land in den Abgrund führen.

Von Eigenschutz und Rücksicht weit entfernt,
haben sie die ‚Vogel-Strauß-Taktik‘ gelernt.
Freiheit! – Die Spaßgesellschaft lässt grüßen.
Schutzlos lässt sie die Alten dafür büßen.

Es ist so wie einst in uralten Tagen,
da hat man Jesus ans Kreuz geschlagen,
obwohl Er den Menschen Gutes brachte,
hing er am Kreuz und die Meute lachte.

Corona setzt ihnen die Krone aufs Haupt.
Die Kirche schweigt. Gibt’s die überhaupt?
Das Christliche scheint längst ausgestorben.
Die Ego-Gesellschaft regiert uns morgen.

Das „C“ in den Parteien glänzt fad.
Wo ist Nächstenliebe in diesem Staat?
Die Lager sind voll, die Menschen am Ende.
Wann hat dieser Holocaust ein Ende?

Lieblosigkeiten

Dante und Vergil im 9. Kreis der Hölle – Gustave Doré 1832-1883

Lieblosigkeiten –
sie kleben an dir,
wie unerlöste Seelenteile;
trunken von Trübsinn,
in Tränen getränkte
Schleier deiner
Erinnerungen.

Sie tragen an der Schwere
deiner Vergangenheit.
Sie schlichen in dein Ich
und machten es krank,
dein Dasein trüb,
und die Stellen in deinem
Körper schmerzen,
denn sie sind wie Stein
gewordene Verhärtungen
deiner Seele.

Erlöse die Erinnerungen;
vergib den Menschen,
deren Lasten du immer noch trägst,
obwohl sie längst dahin sind.
Niemals wirst du vergessen!
Schaue deinen Rückblick in Verklärung,
denn du bist niemals in den
Schuhen der anderen gegangen.

Morgenlicht

Es dämmert schon –
gleich wird der Tag erwachen!
Das Licht kämpft gegen die Dunkelheit.
Der Wind reißt Löcher in die Wolkendecke
und lässt das Blau des Himmels erahnen;
friedlich und still ruht die Welt,
zärtlich streichelt sie die Nacht,
umschließt sie sanft mit einer Aura kosmischer Liebe.
Erde und Himmel im göttlichen Licht;
kühl ist der Morgen.
Schwingungen des Geistes
schenken wärmende Gedanken,
damit unsere Seelen nicht frieren.

Das Teuflische im Menschen

Albrecht Dürer 1471-1528 – Paradiesschlange

Es ist immer schwierig über Religionen zu reden, weil man niemandem zu nahe treten möchte. Mein Beitrag über Moses beinhaltete zwar einige Kritik, aber letztendlich gehört das Alte Testament zum Christentum. Die Bibel zeigt stets mehrfache Dimensionen. Man darf die Geschichten nicht nur als historische Ereignisse sehn, denn da wird man oft vergeblich Spuren suchen.

Es beginnt bei der Geschichte vom ‚Garten Eden‘. Tiere müssen immer noch nach den Naturgesetzen leben. Da der Mensch mit einem Verstand erschaffen wurde, mit dessen Hilfe er bewusst wird, kann er sein Leben nach seinem Willen einrichten und von seinen ‚gesunden‘ Instinkten abweichen, was sie verdirbt. Dieser ungesunde Selbstzweck bringt seinem Körper und seiner Seele Störungen und Krankheiten. Das ist die Macht der Ur-Schlange auf dem Baum der Erkenntnis des Gutem und Bösen im biblischen Paradies.

Das bedeutet, dass Satan den Menschen über seinen Verstand beherrscht und über sein Bewusstsein in ihn eindringt. Ohne den Verstand wäre Satan ein unbewusstes Naturgesetz.

Quelle: Wikipedia

Aus den vier Elementen wurde das Weltall aufgebaut. Satan gilt als Herrscher über alles Materielle, also über die heute sogenannten Aggregatzustände, d. h. Erscheinung und Zustandsform, in der die Welt existiert. Jesus warnte seine Jünger nach letzten Abendmahl: „Gehen wir, es nähert sich der Herr dieser Welt.“ Damit meinte er Satan. Er ist das Gesetz der Materie.

Die Wissenschaft hat auch die indische Vedanta-Philisophie durchleuchtet, die schon vor Jahrtausenden behauptete, dass der Mensch vor Urzeiten androgyn gewesen sei wie die Engel. Dieses Wesen trug beide Geschlechter in sich. Sie waren Mann und Frau in einer Person = ein Mensch.
1. M, 27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.“

Die Bibel sagt nichts anderes aus. Adam wird als Wesen dargestellt, das am Anfang beide Geschlechter in sich trug. Erst später wurde aus ihm heraus Eva von Gott entnommen‘. So ähnlich wird diese Entwicklung auch seitens der Wissenschaft bestätigt, wenn sich dieser Prozess wohl über Jahrmillionen hingezogen haben muss.

Der Herr der Materie, Satan, hat demnach die zwei Geschlechter voneinander getrennt und Mann und Frau zu zwei selbstständigen Wesen gemacht, die sich fortpflanzen und die Welt bevölkern konnten.

Was letztendlich blieb, ist die Sehnsucht nach dem Eins-Sein, welches nach der Trennung nur noch in einem geschlechtlichen Akt für kurze Zeit vollzogen werden kann. Die Sehnsucht nach dem auf Erden unerreichbaren einzigen Ich bleibt, damit sich die Körper vereinigen, ohne innere Identität im Geiste.

Irgendwann muss der Mensch einsehen, dass die sexuelle Kraft trügerisch ist. Befriedigung empfindet er auf Dauer nie, kein Glück und keine Erfüllung. Und was geschieht, wenn er alt ist? Da bleibt nichts, wenn es mit der körperlichen Liebe nicht mehr klappt. Hatte der Mensch nicht ein ganzes Leben lang nach seiner ‚besseren Hälfte‘ gesucht? Sie sollte seine Ergänzung sein. Was gibt es auf dieser Welt?: den unbewussten Willen, sich zu vereinigen und das, was man „Liebe“ nennt. Bedingungslose Liebe kann der Mensch hier nicht erreichen, weil Satan dazwischen steht, das Gesetz der Materie.

Eine nur körperliche Erfahrung kann nicht wirklich befriedigen und selig machen. Der Mensch erinnert sich an seinen Ur-Zustand des Eins-Seins und sehnt sich danach zurück. Als er in den materiellen Körper hineingeboren wurde, ist er ‚aus dem Paradies gefallen‘.

Den Drang nach Einheit und wahrer Liebe kann der Mensch hier nur im Geiste verwirklichen. Auf diesem Weg wird er den Ausweg aus der Versklavung finden und die Form zurückverwandeln als geistige Kraft. Wenn wir die sexuelle Kraft wieder auf eine höhere Ebene erheben, ins Erhabene steigern und veredeln können, dann haben wir Satan mit seiner eigenen Kraft besiegt. Der Animus und die Anima sind im Geiste eins.

„Von der Gewalt die alle Wesen bindet,
befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“

Johann Wolfgang von Goethe

Gebet

William Adolph Bouguereau 1825-1905

Wie lieb spinnst Du so leise
von meines Lebens Glück,
so klug versprichst Du weise
mir glückliches Geschick.
 
Soll’n scheiden sich die Geister
aus der Vergangenheit,
stehst Du als Lebensmeister
mir zukünftig bereit.
 
Wirst meinen Weg begleiten,
trägst mich mit starker Hand;
Du wirst mich schützend leiten,
ins unbekannte Land.
 
Ich werde staunend schauen,
Dir danken im Gebet,
wenn altes Gottvertrauen
durch meine Seele geht.
 

Der Ursprung Israels und deren Götter

Moritz Daniel Oppenheim 1800-1882 – Moses und die Gesetzestafeln

Die ersten fünf Bücher der Bibel befassen sich mit der Geschichte von der Entstehung der Welt und enden mit der beginnenden Eroberung des ‚gelobten Landes‘. Zusammenhängend berichtet wird im ersten Teil vom Anfang der Welt, bis zur Bildung des Volkes Israel im Lande Goschen und im fünften Bericht vom Wanderzug in der Stein Wüste Zin bis zum Tod Moses.

Durch die griechische Übersetzung wurde vieles umgedeutet und Spuren, welche die hebräische Urschrift erkennen ließen, verwischt. Hierbei wurden die Götternamen unkenntlich gemacht (wie bei den ägyptischen Herrschern) und dem Leser dadurch suggeriert, die Kinder Israels seien Eingottgläubige gewesen, was zu Moses Zeiten und davor jedoch nie der Fall war.

Der Gott Moses wird durch eine geschichtliche Tat dargestellt: Der Führung und Errettung aus Ägypten. Dieser Gott ist zornig und eifersüchtig und lässt nur diejenigen leben, die alleine an ihn glauben. Er verlangt Opferungen und Anbetung: 2. Mose 20,24: „Einen Altar von Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe und Rinder opfern.“ Neben den zehn Geboten gibt es noch zahlreiche Gesetzgebungen, die Jahwe zugeschrieben werden. Eine Frau war offenbar weniger wert als eine Jungfrau. Sklaven galten als noch minderwertiger.

Das 2., 3. und 4. Buch Moses scheint verworren, der Inhalt ungeordnet, zerrissen und ineinander verschachtelt. Hierin zeigen sich verschiedene Bildungsstufen der Schreiber. Es sind die Geschichten des einfachen Wanderlebens in der Wüste. Lt. Bibel hatten die Israeliten zuvor 430 Jahre in Ägypten gewohnt. In deren Zerrissenheit bemerkt man, dass sich Aufzeichnungen aus älteren und neueren Berichten bestehen, die Jahrhunderte auseinander liegen. In der Bibel ist von 40 Jahren die Rede. In der Kabbala ist die 40 die Zahl für einen auf Erden langen Zeitraum. Nach dem Auszug „zogen alle Heerscharen Jahwes aus dem Lande Ägypten hinweg.“

Danach erging eine neue Satzung von Jahwe aus, in der u. a. befahl, dass alle Männer beschnitten werden. 2. Mose 12,48.

Die Semiten machten damals ihre Niederschriften auf Fellen, die sie aufeinander liegend aufbewahrten, was nicht immer chronologisch möglich war. So entstanden die drei Bücher. Durch die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. wurden die meisten Felle verbrannt und der Hohepriester Esra ließ alles neu schreiben.

Die älteste urgeschichtliche erst Engel-/dann Gott-Erscheinung war wohl die Feuer-Erscheinung im brennenden Busch, dem sich Moses nur mit entblößten Sohlen nähern durfte, weil er heiliges Land betrat. 2. M, 3, 2

Nachdem Moses 2. M, 3, 13-15 den Namen der Gotteserscheinung erfragt hatte, erhielt er zur Antwort: „Jahwe (Ich bin), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich (Moses) zu euch gesandt. Jahwe ist mein Name ewiglich, und so will ich angerufen sein von Geschlecht zu Geschlecht.“Diese Erscheinung galt als Willensäußerung einer außersinnlichen Welt, als Gestaltung eines höheren, heiligen Wesens. (1. Kön. 19, 11-12)

Denkwürdig dieser Vergleich: Auch in Westafrika gibt es dieselbe Vorstellung bei den Fetischanbetern. Auch deren höchster Volksfetisch hielt sich in einem Busch auf, dem sich nur der höchste Priester nähern durfte. Auch hier durfte der heilige Boden nur barfuß betreten werden.

Das hohe Alter dieses Felles kann man ahnen, weil man das verrohte Volk Israels und dessen Anführer Moses in seinem niedrigen Bewusstseinszustand erlebt.

In 2. M 3,22 erlaubt Jahwe seinem Volk den Diebstahl und Betrug an den Ägyptern, was er sogar als Verdienst betrachtete. Zuvor hatte Er als Zwangsmaßnahme in Ägypten alle Erstgeburt der dortigen Menschen, als auch die Erstgeburt des Viehs erschlagen lassen. In der Bibel steht 2. Mose 12,29-30: „…es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.“, und er hatte vorher sämtliche Plagen über Ägypten ziehen lassen, um ‚sein Volk‘ freizupressen.

Das war ihm jedoch nicht genug. In (2. M 13, 12-15): Darnach sprach der Herr zu Mose: „Weihe mir alle Erstgeburt bei den Israeliten, alles was zuerst den Mutterschoß durchbricht, unter den Menschen und unter dem Vieh; mir gehört es.“ Ebenso (2. M 22,29): „Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.“

Das ist die älteste Überlieferung zur Opferung der Erstgeburt, um sich den Schutz Jahwes sichern zu können. Bei der Volkszählung nannte man eine Zahl von 603.550 Männern zwischen 20 und 60 Jahre alt; 22.273 erstgeborene Söhne zwischen 1 Monat und 20 Jahren, wobei mehr als 170.000 hätten vorhanden sein müssen. 150.000 blieben verschwunden, d. h. waren geopfert worden, wie es die Vorschrift verlangte. Da half kein Wehklagen. 3. M, 27,29: „Wenn irgendein Mensch durch den Bannfluch geweiht wird, so darf man ihn nicht lösen, sondern er muss getötet werden.“

2. M 13, 21-22 Jahwe aber zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten. Nie wich die Wolkensäule am Tage und nie die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des Zuges.

Die Orakellade wurde vorangetragen, begleitet vom ewigen Feuer, welches den mittels Feuer opfernden Priester nötig war, damit stets rein Erhaltenes zur Verfügung stand. Dem Volk wurde so vermittelt, dass nicht der Priester, sondern der ‚Feuerherr‘ selbst voranging, um sein Volk zu führen.

In 2. M 16, 29 wird der Sabbath eingesetzt, wobei Moses sprach: „siehe Jahwe hat euch den Schabbath gegeben.“ Das Wort bath bedeutet ‚Zelt‘ und schab, sab oder seb war ein altsemitischer Götzenname.  Jeder siebente Tag war demnach dem alten Verehrungswesen SAB geweiht und später wurde der Name auch durch Jehova ersetzt.

2. M 32, 1-20 beschreibt die Einführung des ältesten Dienstes des ägyptischen Nachtosir (Hapi und Apis) in Gestalt des jungen Rindes, weil Aaron dachte, Mose käme nicht mehr zurück. Das Volk forderte Aaron auf, ihnen einen neuen Gott zu machen, der vor dem Zug durch die Wüste voran gehen sollte. Deshalb mussten alle Leute ihr Gold zu Aaron bringen. Der goss es in eine Tonform und machte daraus ein goldenes Kalb. Da sprach das Volk: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat.“ Am nächsten Tag brachte Aaron an einem neu gebauten Altar Brandopfer und Heilsopfer dar. Als das geschah sprach der Herr zu Mose: „Geh, steige hinab, denn dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hast, frevelt.“

Zurückkehrend vom Berg, versöhnt Moses Jahwe durch ein grausames Opfer, will aber nicht den schuldigen Aaron hingeben. Er lässt durch die Leviten 3.000 Menschen töten, wobei jeder seinen Sohn, Bruder, Freund oder nächsten Angehörigen auswählen musste, weil Moses annahm, der ergrimmte Herr wäre so eher versöhnt. Das goldene Kalb ließ er zu Staub zermahlen und gab es denjenigen mit Wasser vermischt zu trinken, die den Gott aus Metall angebetet hatten.  

Immer wieder wird dem Volk die ausschließliche Verehrung von Gott dem Herrn eingeschärft. So auch, als die Israeliten das ‚Gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen‘ erreichen. Dort wieder Mord und Totschlag, denn das Land ist bewohnt und Jahwe fordert sein Volk dazu auf, es gnadenlos umzubringen. 5. M 6, 10-11. Immer wieder wird gemordet und geschlachtet, bis niemand übrig bleibt. Doch manchmal ist man gnädig und überlässt die Frauen, den Kriegstreibern. Im Rachekrieg über die Medianiter wird Mose zornig über die Vorgesetzten des Heeres.

4. M 31, 14-18: „Wie, ihr habt alle Frauen am Leben gelassen?“…“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern; auch alle Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr töten. Alle weiblichen Kinder aber, denen noch kein Mann beigewohnt hat, lasst für euch am Leben.“

Die reiche Kriegsbeute an Gold wurde zu Moses und dem Hohepriester ins ‚Heilige Zelt‘ gebracht, „…damit der Herr der Israeliten gedenke.“ 4. M 31, 54

Alles nur inszeniert, von Moses und den Priestern oder der Scheingöttlichkeit? Gibt es eine größere ‚Sünde‘, als im Namen des wahren Gottes zu töten, der seine Schöpfung zuvor als sehr gut befunden hatte?

Auf welch rückständiger Bildungsstufe Moses und sein Volk stand, ist selbsterklärend. Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben und die Gebote der Nächstenliebe sehr ernst zu nehmen. Wie sehr widerspricht das Töten im Namen des Herrn der Nächstenliebe!?

Braucht ein grausames Volk einen noch grausameren Gott, vor dem es Respekt haben muss und sich ihm unterwirft? Aber war das derselbe Gott, den Jesus „seinen Vater im Himmel“ nannte?

Man dachte damals, dass das Verehrungswesen durch Räucherungen und durch Tieropfer zu besänftigen wäre. Hatte man Angst oder Respekt vor einem solchen Gott?

Moses und Aaron vor der Bundeslade – James Tissot 1836-1902

In 3. M 26, 21-29 heißt es: „Wenn ihr euch aber mir entgegenstellt und mir nicht gehorchen wollt, dann werde ich euch weiter schlagen, und zwar siebenfach nach euren Sünden. Und ich werde die Tiere des Feldes unter euch senden, dass sie euch kinderlos machen und euer Vieh ausrotten und euch an Zahl verringern, und eure Wege sollen öde werden. Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch schlagen, und zwar siebenfach wegen eurer Sünden. Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht. Und zieht ihr euch in eure Städte zurück, dann werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden. Wenn ich euch den Stab des Brotes zerbreche, werden zehn Frauen euer Brot in einem Ofen backen, und sie werden euch das Brot zurückgeben nach dem Gewicht; und ihr werdet essen und nicht satt werden. Und wenn ihr bei alldem mir nicht gehorcht und euch mir entgegenstellt, dann werde ich mich euch im Grimm entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch züchtigen wegen eurer Sünden, und zwar siebenfach. Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen.“

In den Orakelzelten verschloss Moses oder Aaron den Eingang und setzte sich hinein, in den Rauch betäubender Kräuter, wo er längere Zeit verblieb, bis er erregt und fiebernd, mit hochrotem, aufgedunsenem Gedicht und schrecklich verzerrten Zügen, dem Volk die ‚empfangenen Offenbarungen‘ verkündete, bis er erschöpft und von Krämpfen geschüttelt niederstürzte. Die Rauch Orakel endeten mit Moses Tod.

Nach heutigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten würde man bei der Annahme, über diese Rauschzustände mit der geistigen Welt in Verbindung treten zu können, nur den Kopf schütteln.

Was aussieht wie Betrug und Gaukelei war in der damaligen Zeit ein redlicher Wille von Moses, der im guten Glauben versucht hatte, das Verborgene zu finden. Er nahm eigenes Leid auf sich, um seinem Volk zu dienen und für das Wohl aller zu sorgen.

Die Gottesdienste waren Moses Volk eine heilige Sache, wie heutzutage den Christen ihre Sakramente, die nach heutigen Erkenntnissen rückständig und irrend sind. Beide Parteien handelten/handeln gläubig und ehrlich. Der wahre Gott (als Bezeichnung), der Ur-Schöpfer des Universums, die universelle Ur-Energie, hatte eine fehlerfreie Welt erschaffen. Wer war dann der Erschaffer dieser unvollkommenen Welt, wie es in der 2. Schöpfungsgeschichte steht?

Katzen

Paul Anker 1831-1910

 Es ist die Eigenart der Katzen,
zu schleichen und zu schauen
und auf geschmeidig weichen Tatzen,
uns schmeichelnd zuzumauen.
 
Sie sind charakterfest und eigen,
als kluge Jäger, listig, flink;
nur werden sie auch Krallen zeigen,
damit die Mäusejagd gelingt.
 
Ansonsten sind es kleine Tiger,
die schnurrend sanft wir lieben,
denn ihre Herzen folgen wieder
den alten Freiheitstrieben.