Aus tiefem Tal

Es liegt ein Steg im Mondenschein,
der führt ins tiefe Tal hinein,
der abgefallenen Menschen Welt,
erschaffen, zum Versteh’n erstellt,
durch Geistesdrang mit Sinn erbaut,
ein schmaler Weg. Zu gehen erlaubt,
dem Wand‘rer, der den Schmerz der Zeit,
wenn’s Morgenrot die Nacht vertreibt,
nicht scheut, der unbeirrt in dunkler Stund‘,
es hört, wie ferner Menschenmund
beklagt des Daseins trübe Qual,
von unten her, aus tiefem Tal.

Wo Seelenglanz, einst überreich,
verfinstert wurde, grau und bleich;
wo nur noch wirres Wort die Welt
entzweit, statt sie zusammenhält.
Fern ist der Himmel und sein Mahnen –
ein jedes Sternlein schickt ein Ahnen.
Schutzlos und leere Einsamkeit,
der Welt gelebte Eitelkeit.
Sie schreien nach Wunder und sind blind,
weil ALLES längst schon Wunder sind!
Die Rückkehr ins gelobte Land,
von dem erzählt, längst unbekannt.

Lieblosigkeit in Hoffnung tauschen,
dem Frühlingswind, dem fernen, lauschen.
Längst zugewachsen ist der Weg,
nur selten findet Mensch den Steg,
zurück ins leuchtend, klare Land,
wo ew’ger Frieden ausgespannt.
wo so vom Liebeslicht beschützt,
der Stärkere den Schwäch’ren stützt.
Jeder trägt jedem einen Teil,
des Nächsten Wohl ist eigenes Heil.
Und stehst du an des Wegs Beginn,
treib fort, den schattenhaften Sinn.
So nimm mit dir den Schmerz der Zeit,
trag ihn davon, der Steg liegt weit.

Suchet, so werdet ihr finden



Diesem Ruf folgen verschiedene Menschen auf verschiedene Weise, und so kommen sie zu verschiedenen Zielen. Wer im Äußeren sucht, wird Äußerliches finden, und sein Suchen ist nur ein Probieren, ein Versuchen, und das wird leicht der Weg des Versuchers.

Wenn er aber alle Wege im Äußerlichen versucht hat, so kommt einmal der Punkt, an dem er erkennt, dass sein Weg ihn immer im Kreise führt, und dann wendet er sich nach innen, weil kein anderer Weg mehr ihm bleibt.

Wohl dem, der gleich den Mittelpunkt anstrebt und die rechte Richtung anstrebt!

Am Ziel aber finden sich beide, der dem Suchen und der dem Versucher gedient hat. Nur dass der eine seiner vielen Umwege müde am Ziel ankommt und der Ruhe bedarf, die das Stillstehen, das Latent Sein für vielleicht lange Zeiten ihm auferlegt. Wer aber gleich zur Quelle findet, hat das reine, das ungetrübte Wasser und darf es anderen reichen.

<Ephides>

Morgenstunden

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Weichen Klanges Federkleid,
fliegt im weißen Wortgefieder,
rinnt in früher Morgenzeit
aus uns fernen Welten nieder.

Seelenstill die ersten Stunden
vor des Tages Neubeginn,
scheint so manches überwunden,
bringt des Schlafes ruhigen Sinn.

Harmonie auf Schwingen leiten
erstes Licht im Widerschein,
allen zu, den Glücksbereiten,
lassen Seelen ruhig sein.

Waldgeister

Russischer Waldgeist – Quelle: Dreamstime.com

Ein Rascheln in den Blättern,
die am Boden liegen,
auf Vogelrücken mit den Böen
des Windes fliegen.

Mit Kichern im Gestrüpp
den Wegrand säumen,
vom Sonnenstrahl beglückt
den Tag verträumen.

Bei allen Wettern
durch die Büsche huschen,
auf freier Bahn
in Regenschauern duschen.

Mal Pilz bedacht
und trocknen Fußes,
Betrachter sein des
feuchten Gusses.

Des Regenbogens
Farben malen,
wenn Regen küsst
die Sonnenstrahlen.

Vom Wald beschützt,
auf alten Bäumen,
mit heit‘rem Blick
von morgen träumen.

Holzstich – Vilhelm Pedersen

Bunt sind schon die Wälder

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Gelände reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Dort im grünen Baume
hängt die blaue Pflaume
am gebognen Ast
gelbe Birnen winken
daß die Zweige sinken
unter ihrer Last

Welch ein Apfelregen
rauscht vom Baum! es legen
in ihr Körbchen sie
Mädchen, leicht geschürzet
und ihr Röckchen kürzet
sich bis an das Knie

Winzer, füllt die Fässer
Eimer, krumme Messer
Butten sind bereit
Lohn für Müh und Plage
sind die frohen Tage
in der Lesezeit

Unsre Mädchen singen
und die Träger springen
alles ist so froh
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und bei Mondenglanz
schöne Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz

(Text von Johann Gaudenz von Salis-Seewis
Musik von Johann Friedrich Reichardt)

Traum von der ‚goldenen‘ Schlange

Quelle: Wallhere.com

2006 verliebte ich mich, trotz innerlich starker Gegenwehr, in einen Kollegen, der verheiratet war und zwei kleine Kinder hatte. Ich höre schon die Moralapostel, die sagen werden: „Mir wäre das nicht passiert!“

Es passiert einfach und lässt Gefühle frei, die bisher nicht existierten.
Man will und darf nicht…auch nicht andere verletzen. Seine Frau wusste nichts davon.

Er schrieb die schönsten Briefe, hatte die zärtlichsten Gedanken und schien mich zu sehen, wie ich wirklich bin.

„Meine Liebste, ich denke nicht, dass unser Band eine schöne und auch keine tragisch, schöne „Geschichte“ ist. Ich bedaure sie nicht im Geringsten, auch wenn es weh tut und noch so schmerzt. Wir leben unser Leben, und Du gehörst für mich dazu. Du bist keine „Geschichte“, sondern meine Bestimmung! Wir müssen damit LEBEN, Du bist sogar bereit mich zu teilen, obwohl das gegen all Deine Prinzipien verstößt. Wir werden für uns einen Weg finden! Ich kenne ihn noch nicht, aber wir werden ihn finden! Und unsere Nähe wird noch größer werden, und Du wirst nicht traurig sein. Unser Band ist kein Traum! Wie sehr sehne ich mich jetzt nach Dir! Dein in Liebe! K.“

Er hatte geschrieben, ich würde zu seinem Leben gehören, und ich sei seine Bestimmung…wir MÜSSEN damit leben. Wie gerne würde ich das: mit ihm leben. Aber er hatte doch schon eine andere. Trotzdem schien uns das Schicksal zu bedrängen…oder war es mein Ego!? Auf jeden Fall las ich ‚Hoffnung‘ zwischen seinen Zeilen.

Dann träumte ich diesen Traum: Auf dem Kopfsteinpflaster einer Straße lag eine große, gelbe Boa-Constrictor.

Sie lag dort fast regungslos, als eine Postkutsche kam und direkt über ihren Kopf fuhr.

Das sagte mir das Traumbild: Die Schlange kann noch so schön aussehen, sie bleibt ein Ausdruck des Falschen, eines Fehlverhaltens. Ihr Tod zeigte mir, dass die Geschichte mit K. irgendwann ein ungutes Ende nehmen würde. Den Traum verstand ich als Warnung…wären da nicht die Begehrlichkeiten, die zum Greifen nah waren.

Ein bisschen Kabbala (2)

Wortwerte in der Bibel



In der hebräischen Sprache hat jeder Buchstabe eine Schwingung, die in Zahlen ausgedrückt wird.

Selbstlaute a, e, i, o, u, werden nicht geschrieben, sondern lediglich durch Punkte ausgedrückt. Ändern sich die Punkte, ändert sich die Bedeutung.


Es gibt in der Bibel 2 Schöpfungsgeschichten. In der ersten Geschichte erscheint zunächst der Mensch, als er noch nicht in Mann und Frau geteilt ist. In der zweiten Geschichte kann der Mensch nichts ohne die Teilung tun. Danach ist er als Mann passiv, die Frau aktiv – sie spricht mit ‚der Schlange‘.

Schlange heißt auf Hebräisch „nachasch“, geschrieben:
Nun-Cheth-Schin und hat den Zahlenwert
50 – 8 – 300 = Gesamtwert 358

משיח (Maschiach – Gesalbter, Messias) = נחש (Nachasch – Schlange): Der Zahlenwert beider Worte ist 358

Das Wort für Fall oder fallen ist „nophal“, geschrieben:
Nun-Phe-Lamed und hat den Zahlenwert
50 – 80 – 30

An den Zahlen-/Wortwerten sehen wir, dass eine Beziehung zwischen „Schlange“ und „fallen“ besteht. Fallen bedeutet: von einer höheren Ebene kommend auf einer niedrigeren enden.

Die körperlichste Seele, der Instinkt, heißt auf Hebäisch „nephesch“, geschrieben:
Nun-Phe-Schin und hat den Zahlenwert
50 – 80 – 300

Wieder sieht man hier die gleiche Struktur des Wortes. Man erkennt sofort den Zusammenhang zwischen Schlange, Fall und animalischer Seele.

Die Schlange hat dem Menschen etwas zu bieten. Sie besitzt das Königreich der Welt, der unendlichen Entwicklung. Die Schlange ist der körperliche Messias. Sie ist quasi der Erlöser der Gegenseite, die dem Menschen rät, alles selbst in die Hand zu nehmen. Die List der Schlange ist, dass sie sich als Erlöser darstellt. Der Weg der Schlange führt in eine Katastrophe. Alles, was der Mensch sich aufgebaut hat, sieht er zusammenstürzen.

Die Rückkehr zum Ursprung setzt die Annahme einer anderen Welt voraus, die völlig andere Maßstäbe hat. Erst im tiefsten Unglück werden die Menschen den anderen, ihnen bisher verborgenen Weg erkennen. Der Weg zeigt, dass bereits in der Schöpfung die Erlösung der Menschen angelegt ist.

Die Schlange

als biblisches Symbol

Paradiesschlange – Albrecht Dürer (1471-1528)

Lautloses Winden durch den Staub der Erde,
wie keines sonst, Symbol für Falschheit und Verrat.
Bietet den Menschen Vielfalt und Begierde,
be-geistert sie für Sinn-Genüsse mancher Art.

Ein Tier, das stirbt, es ahnt, doch weiß es nichts,
vom Werden und Vergeh‘n in dieser Welt.
So lebt es jeden Tag im Gott gegeb‘nen Licht,
zieht sich zurück, wenn schicksalhaft es fällt.

Doch Menschen suchen abseits der Instinkte,
schauen der Schlange Lügen ins Gesicht;
sie seh’n im Tod, das grässlich ungeschminkte,
der Schlange Biss schmerzt unveränderlich.

Dem Boden zugewandtes Schlängeln, Kriechen,
ist der natürlich schlangenhafte Grund.
Wenn helle Strahlen über Schuppenhäute fließen,
tut gold‘nes Glänzen nicht die Wahrheit kund.

Dualität ist weltlicher Konflikt ‚der Schlange‘,
der Menschen Freiheit, die gespaltene Zunge.
Polarität ist Miteinander, Einklang der Belange,
sie bildet Einheit, schlangenfrei, in Schöpferstunde.

Hexenschuss

Jetzt ist es passiert: massive Rückenschmerzen!
Im Moment kann ich zwar eine Weile sitzen, komme aber dann kaum hoch. Beim Liegen ist es etwas besser. Schwere Schmerzmittel darf ich nicht nehmen. Also Augen zu und durch! Ein paar Tage muss ich pausieren – ob ich will oder nicht.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und sonnige Stunden.
Bis bald in alter Frische. Bleibt gesund!